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Wie Kooperationen dem Platzhirsch oder dem kleinen Riesen helfen können - IAT-Studie

15.02.2013
Institut Arbeit und Technik untersuchte Vor- und Nachteile von Verbundgruppen für die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Fachhändler.

Verbundgruppen sind für kleinere und mittlere Einzelhändler wichtige Partner, um sich gegen die großen Filialisten am Markt behaupten zu können. Im Verbund können z.B. beim Einkauf Mengenrabatte erzielt werden. Gleichzeitig bleiben die Einzelhändler vor Ort selbstständig und übernehmen unternehmerische Verantwortung.

Wie Kooperationen die wirtschaftliche Stärke des Einzelhandels fördern können, untersuchte das Institut Arbeit und Technik (IAT /Westfälische Hochschule) zusammen mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Humboldt-Universität zu Berlin jetzt in einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

In Deutschland gibt es über 300 Verbundgruppen mit rund 230 000 angeschlossenen Häusern, die 2010 einen Außenumsatz von 460 Milliarden Euro erzielten. Damit werden ca. 40 Prozent des gesamten Umsatzes im deutschen Handel von Unternehmen erbracht, die Verbundgruppen angehören. Für die Studie wurden die Segmente Kommunikations- und Informationstechnologien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren sowie Möbel, Einrichtungsgegenstände und sonstiger Hausrat mittels Fallstudien detailliert untersucht.

Für sehr viele (jedoch nicht alle) Mittelständler lohnen sich Handelskooperationen, stellten die IAT-Wissenschaftler Franz Flögel und Dr. Stefan Gärtner vom IAT-Forschungsbereich Raumkapital fest.

Ob und welche Kooperationsformen die Wettbewerbsfähigkeit fördern, hängt von der Leistungsfähigkeit und der Positionierungsstrategie der Einzelhändler ab. Je nachdem, ob sich der Händler als kleiner Riese, Platzhirsch, Nischenanbieter, Nahanbieter oder Diversifizierer positioniert, kommen unterschiedlich straff organisierte Verbundgruppen infrage.

Umfangreiche und verbindliche Kooperationen sind für viele Mittelständler (insbesondere Nahanbieter) wichtig und erhöhen die Schlagkraft der Konzept- und Systemverbünde. Dies steht jedoch in einem Spannungsverhältnis zur Individualität der Händler, die deshalb manchmal gleich mehreren Handelskooperationen – oder aber gar keinem Verbund – angehören.

Verbundgruppen können aufgrund ihrer Multiplikator-, Vermittlungs-, Wissensbildungs- und Mengengerüstfunktion helfen, die aktuellen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Online-Handel oder Energieeffizienz zu meistern. Professionalisierung beim Gründungsgeschehen und in der Finanzkommunikation erscheinen angebracht, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit im Handel zu unterstützen, raten die IAT-Forscher.

Link zur Studie:
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/Studien/wirtschaftliche-staerke-kooperierenden-einzelhandel,property=pdf,bereich=bmwi2012,

sprache=de,rwb=true.pdf

Weitere Informationen: Franz Flögel, Durchwahl: 0209/1707-203, E-Mail: floegel@iat.eu; Dr. Stefan Gärtner, Durchwahl: 0209/1707-164, E-Mail: gaertner@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu

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