Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IMK-Indikator: Rezessionsgefahr steigt leicht an

12.06.2012
Aktualisierte Werte bis August
Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in nächster Zeit in eine Rezession gerät, ist leicht gestiegen. Allerdings besteht bis Ende August nach wie vor nur eine geringe Gefahr einer rezessiven Entwicklung. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung(IMK)in der Hans-Böckler-Stiftung.

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang Juni. Für den laufenden Monat weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 10,6 Prozent aus. Im Juli liegt das Risiko bei 14,2 Prozent. Für August weist der Indikator eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit von 1,2 Prozent aus. Damit sind alle drei Werte nach dem Ampel-System des Indikators eindeutig der grünen Klasse (geringe Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent) zuzuordnen.

Trotz der insgesamt geringen Rezessionswahrscheinlichkeit für alle drei Prognosemonate zeigt das Frühwarnsystem des IMK eine Eintrübung der konjunkturellen Situation an. So hatte der Indikator in seiner Mai-Prognose für den Juni lediglich eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 2,3 Prozent und für den Juli von nur 1,1 Prozent angegeben.

Hauptgrund für die schlechteren Werte ist nach Analyse von IMK-Forscher Peter Hohlfeld ein Trendwechsel, der sowohl Stimmungsindikatoren wie den ifo-Geschäftsklima-Index als auch realwirtschaftliche und Finanzmarktindikatoren betrifft: „Noch im Mai schienen sich die zuvor schwachen realwirtschaftlichen Indikatoren den weit nach oben enteilten Stimmungsindikatoren anzupassen. Das hatte die Rezessionswahrscheinlichkeit auf ein sehr niedriges Niveau gedrückt. Mittlerweile hat sich die Datenkonstellation merklich verändert“, erklärt der Experte. „Die Stimmungsindikatoren sind spürbar rückläufig und passen sich nunmehr an die schwachen, wenngleich insgesamt immer noch leicht nach oben gerichteten realwirtschaftlichen Indikatoren an.“

Diese Entwicklung sei Ausdruck einer deutlich gestiegenen Unsicherheit und Ambivalenz der konjunkturellen Entwicklung, so das IMK. Dass der Indikator für den August wieder eine extrem niedrige Rezessionswahrscheinlichkeit ausweist, solle daher nicht vorschnell als Entwarnung verstanden werden, betont Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK: „Das heißt nicht, dass wir lediglich mit einer zweimonatigen Delle rechnen und dann die Konjunktur wieder anzieht. Der Indikator signalisiert vielmehr, dass wir derzeit zwar nicht ernsthaft mit einem starken wirtschaftlichen Einbruch rechnen müssen. Aber die Unsicherheiten haben zugenommen.“
Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Zum Konjunktur-Indikator: http://www.boeckler.de/imk

Kontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Peter Hohlfeld
IMK
Tel.: 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de

Prof. Dr. Gustav A. Horn
Wissenschaftlicher Direktor IMK
Tel.: 0211-7778-331
E-Mail: Gustav-Horn@boeckler.de

Dr. Sabine Stephan
IMK
Tel.: 0211-7778-335
E-Mail: Sabine-Stephan@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter der Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/imk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

26.06.2017 | Messenachrichten

Sind Zeitreisen physikalisch möglich?

26.06.2017 | Physik Astronomie

Auf der Suche nach Hochtechnologiemetallen in Norddeutschland

26.06.2017 | Geowissenschaften