Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ifo/ICC-Index – Weltwirtschaft erholt sich trotz bestehender Probleme

19.11.2009
Die Stimmung in der Wirtschaft hellt sich weiter auf. Der Ifo/ICC-Index zum Weltwirtschaftsklima für das vierte Quartal ist nun bereits zum dritten Mal in Folge beträchtlich gestiegen. Vor allem die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sehen deutlich besser aus, auch die aktuelle Situation wird von den befragten Wirtschaftsexperten positiver beurteilt.

Der von der Internationalen Handelskammer (ICC) und dem Ifo Institut für Wirtschaftsforschung quartalsweise veröffentlichte Indikator stieg seit Juli von 78,7 auf nun 90,4 Punkte. Die Wirtschaftslage hat sich dabei in allen bedeutenden Wirtschaftsregionen verbessert. Dies gilt insbesondere für den asiatischen Raum.

„Die Erholung der Weltwirtschaft ist im Wesentlichen auf die wirtschaftliche Dynamik in Brasilien, Indien, China und weiteren asiatischen Ländern zurückzuführen", sagte ICC-Generalsekretär Jean Rozwadowski. „Auch in den USA gibt es Anzeichen für eine Erholung, allerdings sollten wir nicht übertrieben zuversichtlich sein und gar glauben, das Schlimmste sei schon geschafft."

Dem Bericht zufolge sind die wirtschaftlichen Erwartungen fast überall optimistisch. Ausnahmen sind einige Länder in Zentral- und Osteuropa. Doch sehen die Befragten auch viele Probleme, bevor die Weltwirtschaft wieder ohne Hilfe von Konjunkturpaketen wachsen wird.

Die Arbeitslosigkeit wird von den 1.026 Wirtschaftsexperten, die im Oktober in 86 Ländern befragt wurden, neben mangelnder Nachfrage und öffentlicher Verschuldung als größtes Problem genannt. Groß angelegte Regierungsprogramme haben zwar bis jetzt eine entscheidende Rolle bei der Rezessionsbekämpfung gespielt. Allerdings lässt die steigende Staatsverschuldung nach Aussage der Experten nur wenig Spielraum für weitere Stimuluspakete.

Nachhaltige Wachstumsraten könnten nur erreicht werden, wenn die Weltwirtschaft wieder in der Lage ist, aus eigener Kraft neuen Schwung zu finden, so der Report. Dabei liegen die Hoffnungen vor allem auf den Schwellenländern, vornehmlich Asien.

Die Anzahl der befragten Experten, die den Euro als überbewertet einschätzen, ist seit der letzten Befragung gestiegen. Zudem rechnet man mit einer weiteren Schwächung des US-Dollars in den kommenden Monaten.

Erwartet wird ein leichter Anstieg der Verbraucherpreise in den kommenden sechs Monaten. Dies steht in starkem Kontrast zu den letzten vier Befragungen. Dort wurde jeweils eine Verringerung der Verbraucherpreise vorhergesagt. Die befragten Experten gehen von einer weltweiten Inflationsrate von 2,5 % für 2009 aus, 2008 waren es 5,4 %.

Im Euroraum ist das Wirtschaftsbarometer gestiegen. Dennoch ist die wirtschaftliche Entwicklung in allen Euroländern - außer Zypern - schwach. Besonders günstig schätzt man die Entwicklungen in den nächsten sechs Monaten in Italien, Deutschland, der Niederlande und Portugal ein. Etwas weniger optimistisch fallen die Erwartungen für Österreich, Frankreich, Finnland, Belgien, Slowenien und die Slowakei aus. Eine eher schleppende Erholung wird für Spanien und Griechenland erwartet; für Irland geht man sogar von einer weiteren Verschlechterung aus.

Auf dem asiatischen Kontinent konnte die deutlichste Erholung verzeichnet werden, auch für das erste Halbjahr 2010 wird weiteres Wachstum vorausgesagt. Das chinesische Konjunkturpaket hat die Inlandsnachfrage verstärkt und Importe in die Höhe getrieben, wovon auch die Weltwirtschaft profitiert.

Für Japan und Taiwan berichten die Experten jedoch von einer aktuell schwachen Konjunktur. Dort sorgen Arbeitslosigkeit und geringe Nachfrage für schlechte Zahlen. Gleichwohl deuten die Erwartungen aber auch hier auf eine wirtschaftliche Erholung hin.

Auswirkungen einer CO2-reduzierten Wirtschaft
Die Antworten auf die ICC-Spezialfrage zeigen, dass die Wirtschaftsexperten davon ausgehen, dass der Umbau zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft umfassende Geschäftsmöglichkeiten in den jeweiligen Ländern mit sich bringen wird. In Westeuropa sind 78 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der Übergang in eine kohlenstoffarme Wirtschaft neue Chancen für Unternehmen bietet, in Asien sind es 71 Prozent und im Nahen Osten 68, in Zentral- und Osteuropa 66 und in Nordamerika 63 Prozent.

Der Bericht weist aber auch darauf hin, dass der weiteren Verbreitung umweltfreundlicherer und klimaschonenderer Produkte und Dienstleistungen beträchtliche Innovationshindernisse entgegenstehen. So würden häufig dafür notwendige gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen fehlen.

Zum ICC/Ifo-Indikator:
Die 1981 von der ICC entwickelte Umfrage wird mit dem ifo Institut regelmäßig als Quartalsbefragung in vielen Ländern zum jeweiligen Wirtschaftsklima und anderen ökonomischen Faktoren durchgeführt.
Pressesprecherin
ICC Deutschland e.V.
Internationale Handelskammer
Wilhelmstr. 43G - 10117 Berlin
Tel: +49 - (0)30 - 200 7363 - 20
Fax: +49 -(0)30 - 200 7363 - 69
katrin.reiser@icc-deutschland.de

Katrin Reiser | ICC Deutschland e.V.
Weitere Informationen:
http://www.icc-deutschland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Trotz Dämpfer auf gutem Niveau
25.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig
24.04.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics