Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einzelne "Wissensengel" helfen dem ganzen Unternehmen

14.01.2010
"Business Angels", die ihre Firma durch besondere Fähigkeiten wirtschaftlich voranbringen, sind bereits ein etablierter Begriff.

Noch relativ neu hingegen ist die Vorstellung von "Knowledge Angels" in wissensintensiven Dienstleistungsunternehmen, die nicht nur selbst außerordentlich innovativ sind, sondern auch andere mit ihrer Kreativität anstecken. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat analysiert, was diese Menschen ausmacht und wie sie dabei helfen, das Wissen in dieser Branche aufzubauen, weiterzugeben und anzuwenden.

Die zentrale Fähigkeit in wissensintensiven Dienstleistungsunternehmen ist Kreativität. Die Fraunhofer-ISI-Forscher vermuten in diesen Firmen besonders kreative Einzelpersonen, die eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Innovationen spielen und für ihre Kollegen "Wissenskatalysatoren" sind: Sie überführen ihre individuelle Talente in Nutzen für die ganze Firma.

Diese sogenannten Wissensengel "spüren" Entwicklungen vor den anderen Menschen und können sie so eher verwendbar machen. Eine Eigenschaft der "Knowledge Angels" ist, dass sie häufig in einer beratenden und einflussreichen Position - sowohl unternehmensintern wie auch im externen Umfeld - tätig sind und ihre Fähigkeiten bei Wettbewerbern oder Partnern wirken lassen. Diese Position gibt ihnen auch eine gewisse Unabhängigkeit und Raum für Gestaltungsmöglichkeiten - ihre Freiheit und Selbstverwirklichung ist ihnen oft sehr wichtig und essenziell für ihre Motivation.

Die Wissenschaftler haben fünf Dimensionen analysiert, die für die Entwicklung und Identifikation der "Wissensengel" wichtig sind:

1. Sie haben ein hohes Bildungs- und Qualifikationsniveau sowie eine solide und breit gefächerte Berufserfahrung. Zumeist sind sie im Management tätig - aber mit Interesse am operativen Geschäft.

2. Im Hinblick auf ihr regionales Umfeld sind sie mit dem Unternehmensstandort zufrieden und fühlen sich mit der Umgebung verbunden.

3. Sie nutzen Netzwerke und vielfältige Methoden des Wissenszugangs, unter anderem durch Erfahrungsaustausch mit externen Partnern, in gemischten Teams, durch wissenschaftliche Arbeiten und Qualifizierungsmaßnahmen. Das über externe Kanäle erlangte Wissen nutzen sie für ihre firmeninterne Arbeit.

4. Bei Problemen haben "Wissensengel", das Gespür dafür, genau die richtigen Personen zusammenzubringen, um gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.

5. Die Unternehmen in denen "Knowledge Angels" arbeiten, sind oft hoch spezialisiert oder bieten Nischenlösungen. Wichtig sind den Wissensträgern stetig wechselnde Aufgaben, zudem streben sie neben dem Wachstum auch Kundenzufriedenheit an. Generell identifizieren sie sich stark mit ihrem Unternehmen und seinen Zielen.

Die Wissenschaftler des Fraunhofer ISI stellten zusammen mit ihren internationalen Forschungspartnern in Gesprächen mit potenziellen "Wissensengeln" in Deutschland, Frankreich, China, Spanien und Kanada fest, dass es sich zumeist um Menschen mit hoher (Selbst-)Motivation, autodidaktischer Lernkapazität, Ambitionen, Flexibilität und Kommunikationsgeschick handelt, die schnell auf Veränderungen reagieren können. Basierend auf ihrer Kreativität, ihrer Erfahrung und ihrem vertieften Wissen über Märkte, Wettbewerber und Herausforderungen sind die fähig, Visionen für die zukünftige Entwicklung ihrer Firma zu entwickeln.

Diese Fähigkeiten einzelner gilt es für alle zu nutzen: Unternehmen sollten mögliche "Knowledge Angels" identifizieren und ihnen die Chance geben, entsprechend ihrer Persönlichkeit zu wirken. Denn zusätzlich zu ihrer Fähigkeit, Entwicklungen vor anderen zu spüren, brauchen sie eine Position, die ihnen nach innen und außen die Möglichkeit gibt, ihre Ideen, Strategien und Visionen zu realisieren. Sie unterstützen gern andere Menschen - und nützen so mit ihren individuellen Talenten der ganzen Firma.

Das Arbeitspapier "Entering the KIBS' black box: There must be an angel! (or is there something like a knowledge angel?)" steht unter http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/p/download/arbpap_unternehmen_region/ap_r7_2009.pdf als Download-Datei zur Verfügung.

Kontakt:
Dr. Kathrin Schwabe
Telefon: 0721/6809-100
E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert die Rahmenbedingungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Dr. Kathrin Schwabe | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/p/download/arbpap_unternehmen_region/ap_r7_2009.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise