Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Plattform Industrie 4.0 definiert Industrie 4.0 und die vordringlichen Forschungsthemen

15.04.2014

Industrie 4.0 gehört zu den innovationspolitischen Leitthemen, doch der Begriff wird vielfältig interpretiert und nicht immer richtig verstanden und gebraucht. Deshalb definiert der Wissenschaftliche Beirat den Begriff Industrie 4.0 in 17 zur Hannover Messe vorgelegten Thesen. Ein Whitepaper der Plattform Industrie 4.0 zeigt darauf aufbauend die Bedeutung der Industrie 4.0 für den Innovationsstandort Deutschland auf und arbeitet die vordringlichen Forschungsthemen heraus.

„Mit den 17 Thesen wollen wir eine Fokussierung des Begriffs Industrie 4.0 bewirken“, sagte Reiner Anderl, Professor an der TU Darmstadt, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.


Wissenschaftlicher Beirat zu Industrie 4.0

Foto: Fraunhofer IAP

„Ausgehend von einer klaren Definition beschreiben wir die Potenziale der Industrie 4.0 und den Weg ins vierte industrielle Zeitalter. Denn nur, wenn wir ein konsistentes Zukunftsszenario für den Stand der Industrie 4.0 in zehn Jahren beschreiben, können wir Wege zur Industrie 4.0 aufzeigen und damit schon heute seine Komponenten entwickeln.“

Industrie 4.0 steht für die Neuorganisation und vernetzte Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken im Zeitalter der vierten industriellen Revolution. Konkret geht es um die ganzheitliche Orientierung an individuellen Kundenwünschen, die Nutzung von Echtzeitdaten und die Einbeziehung der Umweltbilanz in den Produktionsprozess. Als Grundlage dient dafür die Echtzeit-Auswertung zahlreicher, bisher unverknüpfter Daten („Big Data“), die aus der Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen entstehen.

In seinen 17 Thesen skizziert der Wissenschaftliche Beirat der Plattform Industrie 4.0 nun plastisch Industrie 4.0 aus den Perspektiven Mensch, Technik und Organisation: 

Mit Blick auf die Menschen stellt der Wissenschaftliche Beirat die humanorientierte Gestaltung der Arbeitsorganisation in den Mittelpunkt. Industrie 4.0 sei ein soziotechnisches System, das das Aufgabenspektrum, die Qualifikationen und die Handlungsspielräume der Belegschaften erweitert. Werkzeuge werden in der Industrie 4.0 zu Lernzeugen. 

In technischer Hinsicht definiert der Beirat, welche Komponenten zur Industrie 4.0 gehören und welche Potenziale sie mit Blick auf die Individualisierung, Vernetzung und Ressourceneffizienz bieten. Zentral sind intelligente Produkte als aktive Informationsträger und Systemkomponenten, die innerhalb von Produktionsmitteln adressier- und identifizierbar sind. 

In der Organisation steht Industrie 4.0 für ein neues wirtschaftliches Paradigma: Produkt, Produktion und Service werden in Wertschöpfungsnetzwerken integriert, die eine dynamische Variation der Arbeitsteilung ermöglichen. Zusammenarbeit und Wettbewerb prägen das Wirtschaften gleichermaßen (Coopetition).

Für den Weg in die Industrie 4.0 sind Forschung und Entwicklung in den verschiedensten Bereichen erforderlich. Die AG „Forschung und Innovation“ der Plattform Industrie 4.0 hat diesen Bedarf im engen Austausch mit dem Wissenschaftlichen Beirat in einem Whitepaper beschrieben. Darin werden zunächst zwölf vorrangige Forschungsfelder und ihre erwarteten Ergebnisse aufgezeigt.

„Im Whitepaper haben wir die Schlüsselthemen identifiziert, die am dringendsten angegangen werden müssen“, sagte Johannes Diemer, Business Development Manager bei der Hewlett-Packard GmbH und AG-Sprecher. 

Auf Basis des nun vorliegenden Whitepapers erarbeitet die Plattform Industrie 4.0 in den kommenden Monaten eine detaillierte Forschungs-Roadmap, die weitere Themen, notwendige Voraussetzungen, gegenseitige Abhängigkeiten und Meilensteine benennt und die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.

Die „Plattform Industrie 4.0“ ist ein gemeinsames Projekt der drei Industrieverbände BITKOM, VDMA und ZVEI. Es knüpft an das „Zukunftsprojekt Industrie 4.0“ an, das im Rahmen der „Hightech-Strategie 2020“ von der Bundesregierung gestartet wurde. Erste Umsetzungsempfehlungen erarbeitete der Arbeitskreis Industrie 4.0 bereits 2012, koordiniert von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Der Abschlussbericht wurde der Bundesregierung auf der Hannover Messe 2013 übergeben.

Weitere Informationen:

http://www.acatech.de/de/aktuelles-presse/presseinformationen-news/news-detail/a...

Christoph Uhlhaas | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie