Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Banken pumpen Kreditkartenblase auf

10.03.2009
Institute ermöglichen "Leben auf Pump" nach US-Vorbild

Deutsche Banken haben in dem faulen Kreditkartensystem US-amerikanischer wie auch britischer Institute ein gefährliches Vorbild gefunden.

So werden Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion, sogenannte "Revolving-Karten", immer häufiger vergeben. Verbrauchern wird dadurch die Möglichkeit gegeben, monatlich lediglich einen Teilbetrag ihrer Verbindlichkeiten zu begleichen, während sich der Schuldenberg durch die teils hohe Zinslast und neue Belastungen weiter auftürmen kann.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat Bayerns Verbraucherschutzministerin Beate Merk vor dem System eindringlich gewarnt. In den USA und Großbritannien hat sich durch das "Leben auf Pump" bereits eine Schuldenblase aufgebläht, die Experten zufolge zu platzen droht (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/081115011/). Dennoch will die Bundesregierung den weiteren Vorstoß der umstrittenen Kreditkarten per Gesetzentwurf trotz des Aufschreis der Verbraucherschützer ermöglichen.

"Es besteht akute Gefahr, wenn der Gesetzgeber nicht aufpasst", warnt Frank-Christian Pauli, Referent Banken beim Verbraucherzentrale Bundesverband http://www.vzbv.de , im Gespräch mit pressetext. Dem Fachmann zufolge können die Revolving-Karten eine Kreditkartenblase wie jene in den USA erzeugen. Die bisher weiter verbreiteten "Charge"- oder "Debit"-Karten dienen ausschließlich als Zahlungskarten, deren angefallene Schulden meist gegen Ende eines Monats bzw. einer Frist von rund sechs Wochen über das Giro-Konto vollständig getilgt werden. "Dagegen ist die Revolving-Karte als echte Kreditkarte, über die tatsächlich Darlehen vergeben werden, stark im Kommen.

Ihre Teilzahlungsfunktion wird von den Instituten massiv beworben", meint Pauli. Kunden der Postbank können etwa wählen, ob sie monatlich fünf, zehn, 20 oder 50 Prozent des angesammelten Schuldenbetrags begleichen wollen, während sich der Rest plus Zinsen auf dem Revolving-Konto staut.

Verschiedene Banken wie die Advanzia Bank bieten die Karten ohne jährliche Gebühr an. Allerdings sind Zinsen von bis zu 20 Prozent unter den Anbietern nicht unüblich. Nach den Verbraucherschützern regt die Teilzahlungsfunktion zum Einkauf an. Werden die Verbindlichkeiten nicht beglichen, verdienen die Banken an den anfallenden Zinsen. Den Konsumenten droht hingegen eine Schuldenfalle. "Traditionelle Kreditkarten und Revolving-Karten müssen klar voneinander getrennt werden", fordert Pauli gegenüber pressetext. Erstere würden eine deutlich höhere Transparenz bieten.

Nach einem aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung im Zuge der Reform des Zahlungsdienstrechts können künftig nicht nur Banken, sondern auch andere Zahlungsdienstleister Revolving-Karten anbieten, ohne eine Banklizenz zu benötigen oder der Bankenaufsicht zu unterstehen. Während die Karten ohnehin bereits "fast alle großen deutschen Geldhäuser im Angebot haben", drohe ihre Anzahl dadurch sprunghaft anzusteigen. Zwar ist Konjunkturexperten zufolge ein mit den USA vergleichbares Szenario hierzulande eher unwahrscheinlich, da Konsumentenkredite insgesamt rückläufig sind (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/081020022/).

Angesichts des Gesetzentwurfs seien jedoch Szenarien nach US-Vorbild denkbar, wo Verbraucher in vielen Fällen gleich mehrere Revolving-Karten parallel verwenden und mit Schulden beladen. Bleiben die Zahlungen zum Schuldenabbau aus und nehmen die Ausfälle etwa wegen der steigenden Arbeitslosigkeit überhand, droht die Blase zu platzen.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.vzbv.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie