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US-Immobilienkrise keine Gefahr für deutsche Banken

26.09.2007
Professoren der ESMT erwarten jedoch erhöhten Reformdruck

Die Schieflage des amerikanischen Immobilienmarktes stellt keine Gefahr für die deutschen Banken dar. Die Krise offenbart jedoch vor allem eines: die Schwächen des deutschen Bankensystems. Der Reformdruck auf die Dreisäulenstruktur aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Kreditbanken wird demnach weiter steigen.

Diese Ansicht vertreten die Mitglieder der ESMT-Fakultät Dr. Jan Hagen und Prof. Jörg Rocholl. Während sich viele Marktbeobachter überrascht zeigten, dass die amerikanische Krise auch deutsche Kreditinstitute in Finanznot brachte, sehen Hagen und Rocholl die Ursache in der charakteristischen Struktur des hiesigen Bankensystems. Die starke Marktfragmentierung führt zu niedrigen Margen im Zinsgeschäft und einer vergleichsweise geringen Eigenkapitalrendite deutscher Banken.

Um die Gewinnerwartungen ihrer Anteilseigner zu erfüllen, waren die Kreditinstitute daher gezwungen, alternative Ertragsquellen zu erschließen. "Die hohen Renditen und das scheinbar geringe Risiko auf dem Markt mit verbrieften Immobilienfinanzierungen (asset backed securities - ABS) wirkten dabei besonders attraktiv", sagt Rocholl. Aus diesem Grund traf der rapide Preisverfall der ABS-Papiere die deutschen Institute so stark.

Hagen und Rocholl erwarten dennoch keine deutsche Bankenkrise. Es erhöhe sich jedoch der Druck insbesondere auf die öffentlichen Institute, sich zu spezialisieren und aktives Kostenmanagement im Kerngeschäft zu betreiben. "Die Möglichkeit der Kompensation des ertraglosen Zinsgeschäfts öffentlicher Institute durch vermeintlich risikoarme Kapitalmarktgeschäfte ist künftig nicht mehr gegeben", sagt Hagen. Insbesondere bei den Landesbanken werde deshalb der Konsolidierungsdruck weiter zunehmen.

Mit dem Thema setzt sich auch der Sammelband "Strukturumbruch in der Finanzdienstleistungsindustrie", herausgegeben von Christoph Burger und Jan Hagen, auseinander. Das Buch erscheint im November 2007 beim Gabler Verlag.

Über die ESMT
Die ESMT European School of Management and Technology wurde im Oktober 2002 durch die Initiative von 25 führenden deutschen Unternehmen und Verbänden gegründet. Das Ziel der Gründer war es, in Deutschland eine internationale Management-School mit europäischem Fokus aufzubauen. Als private Hochschule bietet die ESMT Führungskräfteausbildung, ein internationales MBA-Programm und einen berufsbegleitenden Executive MBA (ab Herbst 2007) an. Der Sitz der Hochschule ist Berlin. Weitere Standorte sind München und Köln. Die ESMT ist eine staatlich anerkannte private wissenschaftliche Hochschule.
Kontakt
Christiane Hach
Tel.: 030-21 231 1042
Fax: 030-21 231 1069
E-Mail: hach@esmt.org
ESMT European School of Management and Technology
Schlossplatz 1
10178 Berlin

Christiane Hach | idw
Weitere Informationen:
http://www.esmt.org

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