Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sparen hilft nicht, um ein Unternehmen flott zu machen

06.08.2007
Das neue Buch des ehemaligen Wittener Wirtschaftswissenschaftlers Frank E.P. Dievernich erklärt, warum Manager oft Häftlinge der eigenen Organisation sind

Wenn es einem Unternehmen schlecht geht, sollen Manager es wieder flott machen.

Aber die gesamte Ausbildung, das Anreizsystem und die Arbeitserfahrungen hochbezahlter Manager laufen darauf hinaus, dass sie in solchen Situationen Kosten einsparen wollen. "Dabei hilft es in der Krise nicht, weiter zu sparen, sondern neue Ideen für Produkte oder Abläufe müssen her.

Doch wenn ein Unternehmen solche Innovationen in der Vergangenheit nicht gefördert hat, es also keine Unternehmenskultur gibt, die Querdenken belohnt, dann führen die alten Rezepte nicht auf einen neuen Weg", erklärt Frank E.P. Dievernich, Absolvent der Wirtschaftswissenschaft an der Universität Witten/Herdecke den Ansatz seiner Ideen.

... mehr zu:
»Denkmuster

Effizienz steigern und Kosten sparen: Das sind die Denkmuster der Manager und diese Denkmuster werden durch die Art der Honorierung bestärkt. Wer kurzfristig Erfolge erzielt, bekommt mehr Geld, als der, der langfristig denkt und lenkt. Wer Kosten spart, bekommt mehr Geld, als der, der neue Ideen fördert. Das geht gut, solange das Unternehmen in schönem Wetter dahinsegelt, im Sturm, wenn es zur Krise kommt, sind diese bequemen Steuerungsinstrumente untauglich.

Das Buch zeigt, wie moderne Managementinstrumente und -methoden durch die Art ihrer Anwendung dazu beitragen, den ursprünglichen zumeist innovationsfeindlichen und ineffizienten Zustand der Organisation zu konservieren, anstatt diesen aufzubrechen. Im Einzelnen beschreibt Dievernich u.a. das Scheitern von Innovations-, Wissens- und Kompetenzmanagement; ebenfalls zerstört er den Glauben, dass durch Zielvereinbarungsprozesse Unternehmen zu steuern sind.

Manager können aus diesem "Gefängnis ihrer eigenen Organisationen" befreit werden: Die Lösung für das Problem liegt in einer neuen Form der Führungskräfteentwicklung, die darauf abzielt, Manager als Kollektiv, als Netzwerk aktiv werden zu lassen: Nur gemeinsam können sie wirkungsvoll entscheiden, unter welchen Rahmenbedingungen sie führen wollen. Dievernich benutzt zu seiner Analyse den Ansatz der Pfadabhängigkeit. Diese Theorie erklärt, wie einmal getroffene Grundsatzentscheidungen später Methoden oder Ideen blockieren, selbst wenn diese sich als überlegen herausstellen. Er plädiert dafür Managementmethoden ebenso flexibel und anpassungsfähig zu halten, wie die Unternehmen auf Änderungen im Kundenverhalten reagieren - wenn sie gut sind.

Frank E.P. Dievernich, geboren 1970, ist Betriebswirt und Soziologe. Er arbeitet derzeit als Manager des Bereiches HR-Strategie und Organisation bei der Unternehmensberatung Kienbaum. Zudem ist er assoziiertes Mitglied des DFG-Forschungskollegs "Organisationale Pfadabhängigkeiten" an der Freien Universität Berlin.

Bislang publizierte Dievernich u.a. "Das Ende der Betriebsblindheit" (2002), sowie "Achtung Organisation! Vorsicht Management!" (2006).

Kontakt:
Frank.Dievernich@kienbaum.de, Tel.: + 49 30 880198 65
Dievernich, Frank (2007): Pfadabhängigkeit im Management. Wie Führungsinstrumente zur Entscheidungs- und Innovationsfähigkeit des Managements beitragen. Stuttgart: Kohlhammer Verlag. ISBN 978-3-17-019608-7. € 28,--

Bernd Frye | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

Weitere Berichte zu: Denkmuster

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics