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Wenn am Limit produziert wird - Forschung zu Instandhaltungsstrategien

30.07.2007
Eine aktuelle Untersuchung des Fachgebietes Fabrikbetrieb der TU Ilmenau belegt, dass viele Unternehmen unter extremem Wettbewerbsdruck alle Kapazitätsreserven "bis zum Anschlag" ausnutzen und vielfach die eingesetzten Produktionsmaschinen und automatisierten Logistikanlagen am Limit betrieben werden. Auf Störungen wird nur ausfallabhängig nach der "Feuerwehrstrategie" reagiert, was durchdachte Instandhaltungsstrategien nicht oder nur in geringem Umfang erkennen lässt.

Im Juli 2007 fand zu diesem Problemkreis am Fachgebiet Fabrikbetrieb (Prof. Wolf-Michael Scheid) der Workshop "Instandhaltungsmanagement bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)" statt, um mit Vertreter aus der Wirtschaft die Bedeutung eines professionelle Instandhaltungsmanagements bei KMU zu diskutierten.

Das folgende Szenario erscheint dabei typisch für kleine und mittelständische Unternehmen:

Eigene Instandhaltungsmitarbeiter sind oftmals nicht rentabel oder Personal mit entsprechend spezialisierten Kenntnissen steht nicht jederzeit zur Verfügung (Reaktionszeit). Ein kostspieliger Hersteller- oder Dienstleistungsservice und teure Betriebsmittel zur Instandhaltung werden aufgrund der zu hohen Belastungen nicht eingesetzt bzw. nicht angeschafft, was durch eine häufig verschlechterte Finanzierungssituation der Unternehmen aufgrund des Rating-System Basel II beeinflusst ist und somit wenig Spielraum für wichtige Investitionen lässt. Die Instandhaltung fällt deshalb oft dem hohen Kostendruck im Allgemeinen und auch einer meist kurzfristigen Gewinnoptimierung zum Opfer, ohne dass dabei an die langfristigen Auswirkungen mit allen Konsequenzen gedacht wird.

Das Fachgebiet Fabrikbetrieb entwickelt dazu in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft neue Lösungen. Instandhaltungskonzepte für eine optimale Nutzung von technischen und organisatorischen Ressourcen zur Effektivitäts- und Wettbewerbsverbesserung stehen dabei im Zentrum der Betrachtung. Diese Konzepte sollen speziell für KMU nutzbar gemacht werden und Unternehmen aus der Misere helfen. Erste Ansätze wurden während des Workshops mit den Vertretern der Praxis besprochen und als ein gangbarer Weg empfunden. Weitere Lösungen werden nun erarbeitet und wiederum mit der Praxis abgeglichen, um sich einer zielgerichtete Problemlösungen annähern zu können.

Für dieses Projekt bedarf es weiterer gesicherter Daten und vor allem noch weiterer Partner aus der Praxis. Wer mitarbeiten und von den Resultaten profitieren will, wende sich bitte an das Fachgebiet Fabrikbetrieb der TU Ilmenau. Ein weiterer Workshop zum Thema ist geplant.

Kontakt/Information:
TU Ilmenau
Fakultät für Maschinenbau, Fachgebiet Fabrikbetrieb
Gustav-Kirchhoff-Str. 6 /Arrheniusbau)
98693 Ilmenau
Prof. Wolf-Michael Scheid
Tel. 03677 69-3843/69-3835
wolf-michael.scheid@tu-ilmenau.de
Dipl.-Ing. Andreas Weißenbach
Tel. 03677 69-3849
andreas.weissenbach@tu-ilmenau.de

Wilfried Nax | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/fabrikbetrieb/

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