Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wachsender Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften in der Landwirtschaft

25.04.2007
  • Ausbildung in grünen Berufen eröffnet günstige Zukunftsperspektiven
  • Zahl der Auszubildenden steigt wieder, viele Ausbildungsplätze können dennoch nicht besetzt werden
  • Rentenbank förderte Aus- und Weiterbildung 2006 mit 1,2 Mio Euro

Vieles deutet auf einen in den nächsten Jahren deutlich steigenden Bedarf an Fach- und Führungskräften für die Landwirtschaft hin. "Vor dem Hintergrund der allgemeinen demographischen Entwicklung sind daher besondere Anstrengungen erforderlich, um im Wettbewerb mit anderen Berufs- und Wirtschaftsbereichen um qualifizierte Auszubildende mithalten zu können.

Die Werbung für den Beruf des Landwirts muss dabei vor allem an einem positiven Image arbeiten und verstärkt die guten Zukunftsaussichten des Wirtschaftszweigs sowie die hohen Anforderungen des Berufsbilds Landwirt herausstellen", so Dr. h. c. Uwe Zimpelmann, Sprecher des Vorstandes der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Frankfurt am Main, anlässlich der Pressekonferenz der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.

Ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Fach- und Führungskräften sei für die weitere Entwicklung des Agrarsektors schließlich von entscheidender Bedeutung. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung des landwirtschaftlichen Berufsstandes bilde dementsprechend seit Jahren einen Schwerpunkt des aus den Bilanzgewinnen gespeisten Förderungsfonds der Landwirtschaftlichen Rentenbank. 2006 entfielen rd. 1,2 Mio EUR von insgesamt zur Verfügung stehenden 5,0 Mio EUR auf Zuschüsse für Aus- und Fortbildung.

Bereits heute könnten viele Dauerstellen für Fachkräfte ebenso wie Ausbildungsplätze häufig nicht mit geeigneten Bewerbern besetzt werden. Die Zahl der Auszubildenden nehme zwar seit 2001 wieder zu, gleichzeitig signalisiere die Altersstruktur der Betriebsleiter aber einen deutlich steigenden Ersatzbedarf. Während die Gesamtzahl der Beschäftigten in der vom Strukturwandel geprägten Branche in den nächsten Jahren weiter sinken dürfte, stiegen die Anforderungen an die Qualifikation der in der Landwirtschaft dauerhaft Beschäftigten.

Steigende Anforderungen zeichneten sich sowohl hinsichtlich des produktionstechnischen Wissens, aber auch in Bezug auf Managementfähigkeiten ab. Insgesamt werde das Bild der in der Landwirtschaft und in ihrem Umfeld Tätigen immer vielfältiger. Der Strukturwandel führe zu einer stärkeren Spezialisierung, die teilweise auch mit einer Auslagerung einzelner Tätigkeiten auf vor- und nachgelagerte Bereiche verbunden sei. Gleichzeitig erschlössen sich der Landwirtschaft ganz neue Aufgabenfelder z. B. in den Bereichen Energiewirtschaft, Landschaftspflege und Tourismus, die völlig neue Anforderungen an die Qualifikation des Landwirts stellten. Die Qualifikation des Betriebsleiters und seiner Mitarbeiter seien nicht zuletzt auch aus Bankensicht von großer Bedeutung, stellten sie doch ein immer wichtigeres Kriterium bei Kreditentscheidungen dar. Notwendig erscheine daher sowohl eine ständige Weiterqualifizierung der Beschäftigten als auch eine kräftige Steigerung der Ausbildungszahlen.

Der Beruf des Landwirts sei attraktiv, modern und wettbewerbsfähig. Er beinhalte ein breites Einsatzspektrum und ermögliche Karrieren als Fach- und Führungskraft in der Landwirtschaft, aber auch in den der landwirtschaftlichen Produktion vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen. Auch die Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten seien im Agrarsektor gefragte Experten mit vielen beruflichen Möglichkeiten. Mit der produktionsneutraleren Ausrichtung der Agrarpolitik hätten sich zudem die Zukunfts- und Einkommensperspektiven für Landwirte verbessert. So habe u. a. die höhere Nachfrage nach erneuerbaren Energien bereits zu einem merklichen Anstieg des Preisniveaus landwirtschaftlicher Rohstoffe geführt. Aufgrund der weiter steigenden Weltbevölkerung und des insbesondere in den asiatischen Ländern steigenden Fleischkonsums dürfte die weltweite Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln weiter wachsen. Eine spätere Tätigkeit in der Landwirtschaft beinhalte außerdem eine Reihe immaterieller Anreize. Dazu gehörten der enge Kontakt mit der Natur ebenso wie die Arbeit mit anspruchsvoller Technik. Auch das meist gute Betriebsklima und das Leben auf dem Land machten eine agrarbezogene Ausbildung besonders attraktiv. Die Gewinnung zusätzlicher junger Leute für den Beruf des Landwirts sei zwar in erster Linie eine Kommunikationsaufgabe, es sollte aber auch geprüft werden, ob die derzeitigen Ausbildungsvergütungen den steigenden Anforderungen an die Qualifikation noch gerecht werden.

Dr. Karin Gress | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rentenbank.de

Weitere Berichte zu: Führungskraft Landwirt Strukturwandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz