Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Commerzbank Börsenbericht

13.03.2007
Nachdem Ende Februar eine Korrekturbewegung größeren Ausmaßes begonnen hat, stand die vergangene Woche ganz im Zeichen einer Erholungsbewegung an den internationalen Kapitalmärkten.

Als Hauptgrund für den Beginn der Konsolidierungsbewegung galt die Befürchtung eines Abschwungs der US-Wirtschaft - der Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag widerlegte das Bild einer sich stark abschwächenden Wirtschaftsdynamik und verbesserte die Stimmung merklich. Im Wochenvergleich legte der deutsche Leitindex Dax um 1,7% zu, europäische Standardtitel verteuerten sich um knapp 2%. Auch die amerikanischen Aktien des Dow Jones erholten sich von den Verlusten der Vorwoche und sprangen um 1,3% nach oben.

Die Frage, die sich viele Investoren nun stellen, lautet: Handelt es sich bei der Gegenbewegung der letzten zwei Wochen um die so genannte "Ruhe nach dem Sturm" oder nur um eine kurzfristige Erholung, der weitere Kursturbulenzen folgen? Unseres Erachtens dürften die nächsten Wochen geprägt sein von anhaltend hoher Volatilität, da viele Marktteilnehmer nach wie vor verunsichert sind. Potenziellen Belastungsfaktoren (Krise im mittleren und nahen Osten; Entwicklung des US-Immobilienmarktes) werden gegenwärtig mehr Gewicht beigemessen, weshalb eine Rückkehr zur Tagesordnung mit nachhaltig weiter steigenden Kursen noch auf sich warten lassen dürfte.

Zusätzliche Unsicherheit könnte in dieser Woche der große Verfall ("Hexensabbat") an den Terminbörsen mit sich bringen. Dieser Termin ist stets der dritte Freitag der Monate März, Juli, September und Dezember. An diesem Tag verfallen an der Terminbörse Eurex drei Kategorien von Derivaten.

... mehr zu:
»Dynamik »Geschäftsfeld »ZPK

Mittelfristig sehen wir die weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter positiv, so dass sich die Marktteilnehmer bald wieder auf die Fundamentaldaten besinnen sollten. Entgegen unseren Befürchtungen Ende letzten Jahres dürfte sich das Weltwirtschaftswachstum in 2007 nur moderat auf gut 4,5% abschwächen. Zwar lässt die Konsum- und Investitionsdynamik in den USA nach, doch stabilisiert sich der Immobiliensektor und die Ausstrahleffekte auf andere Bereiche der Volkswirtschaft halten sich bis jetzt in Grenzen. Auch zeigt sich bis jetzt der Arbeitsmarkt immer noch in einer relativ robusten Verfassung. Zudem ist eine stärkere Beschleunigung des weltwirtschaftlichen Inflationstempos derzeit nicht erkennbar. Insgesamt sprechen die zunehmende weltweite Verflechtung der Wirtschaft, die Integration neuer aufstrebender Nationen wie Indien und China und die gestiegene Produktivität bei tendenziell sinkenden Herstellungskosten für weiterhin prosperierende Aktienmärkte, wobei der Fokus klar auf Europa resp. Deutschland gerichtet ist.

Denn in Europa ist die wirtschaftliche Entwicklung besonders erfreulich. Trotz der Steuererhöhungen in Deutschland und Italien verharrten die Frühindikatoren auch im Februar auf hohen Niveaus. Nach einem durch den fiskalpolitischen Gegenwind ausgelösten schwächeren ersten Quartal wird die Wachstumsentwicklung daher in den nächsten Quartalen wieder an Dynamik zulegen können. Vor allem die Binnenwirtschaft wird 2007 in einem stärkeren Maße zum Wachstum beitragen können. Grundlage ist eine - trotz der geldpolitischen Verschärfung - weiterhin hohe Investitionsbereitschaft, welche wiederum zu Beschäftigungsaufbau führt und somit den privaten Konsum stützt. Etwas schwächer wird sich hingegen ein klassisch zinssensitiver Bereich wie der Wohnungsbau entwickeln. Die aktuell sehr zurückhaltende Preisdynamik profitiert von den Rückgängen der Rohstoffpreise der vergangenen Monate. Im zweiten Quartal ergeben sich zudem günstige Basiseffekte. Risiken gehen jedoch vornehmlich von der Lohnrunde in Deutschland sowie vom zuletzt wieder steigenden Rohölpreis aus. Im dritten Quartal, welches im letzten Jahr vom Ausfall der Hurrikan-Saison profitieren konnte, sollte es dann wieder zu einem Anstieg der Inflationsrate (im Jahresvergleich) kommen.

In der vergangenen Handelswoche fungierten die internationalen Bondmärkte als sicherer Hafen. Die Korrektur an den Aktienmärkten verhalf den Rentenmärkten auf beiden Seiten des Atlantiks zu Kursgewinnen. Diese Kapitalumschichtung von den Aktienmärkten in sichere Staatspapiere lässt sich häufig in Phasen hoher Unsicherheit beobachten. Zur nervösen Stimmung an den Aktienmärkten kommen Spekulationen über die Auflösung von Carry Trades in großem Umfang, Gerüchte über gefährdete Hedge Fonds und Sorgen bezüglich geopolitischer Risiken in der Iranpolitik der USA taten ihr übriges.

In den USA herrscht weiterhin Verunsicherung über die Dynamik der US-Konjunktur. Die vom ehemaligen Fed-Präsident Alan Greenspan angefachte Diskussion über eine mögliche Rezession der US-Wirtschaft bis Ende des Jahres scheint dafür zu sorgen, dass die Renten-Kursgewinne der vergangenen zwei Wochen weiterhin mehr oder weniger verteidigt werden konnten. Aktuell werden bis zu drei Zinssenkungen noch im Jahr 2007 am Markt eingepreist. Wir halten diese Einschätzung jedoch für übertrieben, da es derzeit noch keine Anhaltspunkte für ein drohendes Abrutschen in eine Rezession gibt. Vielmehr bestätigt eine Vielzahl von Indikatoren die aktuelle Stabilität der US-Wirtschaft: Eine Abnahme der Zinssenkungsphantasie in den USA sollte sich zunächst auf das lange Ende des US-Rentenmarktes auswirken, dazu bedarf es aber einer nachhaltigeren Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten oder besserer US-Konjunkturdaten.

Die europäischen Rentenmärkte konnten von der Korrektur an den Aktienmärkten nicht in dem Maß profitieren wie die amerikanischen Anleihenmärkte. Grund dafür war wohl nicht zuletzt die Anspannung vor der Zinsentscheidung der EZB am vergangenen Donnerstag. Wie allgemein erwartet worden war, erhöhte der geldpolitische Rat der EZB den Hauptrefinanzierungssatz um weitere 25 Basispunkte auf ein Niveau von 3,75%. Für ein Ende des Zinszyklus nach dieser Erhöhung sprechen derzeit die schwachen Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sowie die rückläufige Industrieproduktion in einigen europäischen Ländern. Die Konjunktureuphorie in der Eurozone dürfte in den kommenden Monaten langsam einer nachlassenden Dynamik weichen.

Mit ersten Anzeichen einer Erholung an den Aktienmärkten und auf Basis der ermäßigten Renditen in den vergangenen zwei Wochen ist in den kommenden Tagen mit einer Konsolidierung zu rechnen. In den USA sollte das Interesse der Märkte vor allem auf die Daten zur Preisentwicklung gerichtet sein: Import-, Erzeuger- und Verbraucherpreise sollten weiteren Aufschluss über die aktuelle Dynamik der US-Konjunktur geben. Spärlich gesät sind dagegen die Indikatoren in der Eurozone. Allenfalls der ZEW-Indikator am Dienstag könnte dem Markt einen Impuls geben, denn hier dürfte sich die Korrektur am Aktienmarkt auf die Stimmung der Analysten durchgeschlagen haben. Ansonsten sollten sich die europäischen Rentenmärkte weiterhin stark an den US-Märkten orientieren, auf denen vor allem nach dem Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag wieder verstärkt Druck lastet.

Wir befinden uns nach wie vor in einem seit 4 Jahren anhaltenden Aufwärtstrend an den Aktienmärkten, der insb. in Europa und Deutschland seit dem Jahr 2005 fast ausschließlich durch steigende Unternehmensgewinne getrieben wird. Eine Euphoriephase, die auf ein Ende der Rally hinweisen könnte, ist nicht zu beobachten. Privatanlegern wird die DaimlerChrysler-Aktie empfohlen.

Disclaimer

Für die Erstellung dieser Ausarbeitung ist das Geschäftsfeld Privat- und Geschäftskunden (ZPK) der Commerzbank AG verantwortlich. Die Commerzbank AG, Frankfurt am Main, unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Diese Ausarbeitung richtet sich ausschließlich an Personen mit Wohnsitz in Deutschland und dient ausschließlich Informationszwecken. Sie stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Die enthaltenen Informationen und Angaben wurden vom Geschäftsfeld Privat- und Geschäftskunden (ZPK) der Commerzbank AG sorgfältig recherchiert und zu eigenen Zwecken verarbeitet. Diese Ausarbeitung ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Es besteht keine Garantie, dass die aufgezeigten Zukunftsszenarien tatsächlich eintreten werden. Diese Ausarbeitung soll eine selbständige Anlageentscheidung des Kunden erleichtern und ersetzt nicht eine anleger- und anlagegerechte Beratung. Einschätzungen und Bewertungen reflektieren die Meinung des Verfassers im Zeitpunkt der Erstellung der Ausarbeitung und können sich ohne vorherige Ankündigung oder Mitteilung hierüber ändern. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden. Die Commerzbank AG, mit dieser verbundene Unternehmen, und/oder deren Kunden können Transaktionen für eigene oder für fremde Rechnung im Hinblick auf die in dieser Ausarbeitung genannten Finanzinstrumente oder damit verbundene Anlagen tätigen oder getätigt haben, bevor der Empfänger diese Ausarbeitung erhalten hat. Die Commerzbank hat in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Regelungen interne organisatorische Vorkehrungen getroffen um Interessenkonflikte bei der Erstellung und Weitergabe von Finanzanalysen soweit wie möglich zu vermeiden. Hierzu zählen insbesondere institutsinterne Informationsschranken (Chinese Walls). Diese verwehren den Erstellern den Zugang zu Informationen, die Interessenkonflikte der Commerzbank AG in Bezug auf den analysierten Emittenten oder dessen Finanzinstrumente begründen können. Diese Informationsschranken gelten auch für nicht öffentlich bekannte Informationen aus einer etwaigen Geschäftsbeziehung der Commerzbank mit den Emittenten. Diese Informationen dürfen aus gesetzlichen oder vertraglichen Gründen nicht im Rahmen einer Finanzanalyse verwendet werden und sind daher auch nicht in dieser Ausarbeitung enthalten. Veröffentlichungen gemäß § 5 Abs. 4 Nr.3 der Finanzanalyseverordnung: Anzahl der Aktien-Empfehlungen des "Zentralen Geschäftsfelds Privat- und Geschäftskunden" der Commerzbank (ZPK) im 4. Quartal 2006 aufgeschlüsselt nach Kategorien: 23 Kaufen / 0 Halten / 2 Verkaufen. Anzahl der Anleihe-Empfehlungen des "Zentralen Geschäftsfelds Privat- und Geschäftskunden" der Commerzbank (ZPK) im 4. Quartal 2006 aufgeschlüsselt nach Kategorien: 30 Kaufen / 6 Halten / 15 Verkaufen. Copyright 2007; Herausgeber: Commerzbank Aktiengesellschaft, Kaiserplatz, 60261 Frankfurt am Main. Diese Ausarbeitung oder Teile von ihr dürfen ohne Erlaubnis der Commerzbank weder reproduziert noch weitergegeben werden.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.commerzbank.com

Weitere Berichte zu: Dynamik Geschäftsfeld ZPK

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten