Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hartz-Evaluation - Eingliederungszuschüsse zeigen geringe Wirkung: Mitnahmeeffekte überwiegen

09.01.2007
Nur wenige ältere Arbeitslose kommen durch Eingliederungszuschüsse der Bundesagentur für Arbeit schneller wieder in Beschäftigung. Zwar lässt sich für Frauen in Ostdeutschland ein positiver Effekt statistisch belegen.

In allen anderen Gruppen führt die subventionierte Einstellung aber lediglich zu Mitnahmeeffekten. Das zeigt der gerade veröffentlichte Abschlussbericht einer Evaluation, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im Rahmen der Evaluierung der Hartz I-III-Gesetze durchgeführt hat.

Die Bundesregierung hat die gesetzlichen Förderbedingungen den vergangenen Jahren mehrfach geändert. So wurde im Jahr 2002 der Kreis der älteren Arbeitslosen erweitert, die durch den besonderen Eingliederungszuschuss für ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahre gefördert wurden. Im Jahr 2004 wurde der Eingliederungszuschuss für ältere Arbeitnehmer durch das Hartz-III-Gesetz so neu gestaltet, dass die Förderbedingungen Älterer vergleichbar mit denen jüngerer Arbeitsloser sind. Das ZEW hat ermittelt, wie diese Änderungen auf die Beschäftigungschancen der betroffenen Arbeitslosen gewirkt haben.

Die Studie zeigt, dass die Ausweitung der Fördermöglichkeiten im Jahr 2002 bei den meisten älteren Arbeitslosen nicht zu einer höheren Zahl von Übergängen in Beschäftigung geführt hat. Umgekehrt hat die Angleichung der Förderbedingungen im Jahr 2004 nicht dazu geführt, dass sich die Chancen älterer Arbeitsloser relativ zu denen jüngerer verschlechtert haben. In beiden Fällen ist der Grund, dass die Unternehmen ihre Einstellungspraxis durch die Subventionen kaum ändern. Ein Großteil der Subventionen verpufft daher und es kommt zu Mitnahmeeffekten.

... mehr zu:
»Eingliederungszuschuss

Die Neugestaltung des Eingliederungszuschusses durch das Hartz-Gesetz im Jahr 2004 hat dazu geführt, dass die Förderwahrscheinlichkeit in den ersten sechs Monaten der Arbeitslosigkeit bei 50- bis 52-Jährigen um etwa 1,5 Prozentpunkte gesunken ist. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit sind für diese Personengruppe aber im gleichen Zeitraum nur um etwa 0,5 Prozentpunkte gefallen. Die Differenz erklärt sich daraus, dass die Wahrscheinlichkeit einer ungeförderten Einstellung infolge der Änderung um einen Prozentpunkt gestiegen ist. Die Unternehmen haben also zuvor Subventionen für Einstellungen erhalten, die sie auch ohne finanzielle Förderung der Arbeitsagentur vorgenommen hätten.

Lediglich bei Frauen zwischen 50 und 52 Jahren in Ostdeutschland ergibt sich ein anderes Bild. Sie haben von der Ausweitung der Fördermöglichkeiten im Jahr 2002 profitiert. Umgekehrt verschlechterten sich ihre Beschäftigungschancen infolge des Hartz-III-Gesetzes: Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von sechs Monaten eine Anstellung zu finden, verringerte sich für sie um zwei Prozentpunkte.

Ziel der Eingliederungszuschüsse ist es, Vermittlungshemmnisse zu überwinden, die in den Eigenschaften des Arbeitslosen liegen. Die Eingliederungszuschüsse werden als monatliche Zuschüsse zum Arbeitsentgelt an den Arbeitgeber gezahlt, um ihm einen Anreiz zur Einstellung Arbeitsloser zu geben. Die Beschäftigung kann normalerweise über einen Zeitraum von zwölf Monaten gefördert werden, wobei der Umfang der finanziellen Förderung von den lokalen Arbeitsagenturen bestimmt wird und bis zu 50 Prozent des Arbeitsentgelts betragen kann.

Ansprechpartner:
PD Dr. Bernhard Boockmann, Telefon 0621/1235-156, Fax -225, E-Mail boockmann@zew.de

PD Dr. Thomas Zwick, Telefon 0621/1235-283, Fax -225, E-Mail zwick@zew.de

Weitere Informationen:
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp07001.pdf - Die Studie ist als ZEW Discussion Paper No. 07-001 erschienen und kann im Internet herunter geladen werden (Studie in englischer Sprache).

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Eingliederungszuschuss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Hohes Niveau, aber leichter Rückgang
28.06.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive