Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW Gründungsmonitor 2006

19.12.2006
  • Anzahl der Gründungen leicht rückläufig
  • Trend zu kleineren Gründungsprojekten
  • Humankapital und innovative Gründungen gehören zusammen
  • Rund 1 Millionen Arbeitsplätze in Gründungsunternehmen
  • Im vergangenen Jahr haben in Deutschland 1.390.000 Personen eine selbständige Tätigkeit begonnen; davon 620.000 im Vollerwerb und 770.000 im Nebenerwerb. Dies entspricht einer Gründerquote von 1,9 % (bezogen auf die Bevölkerung ab 14 Jahren).

    Im Vergleich zum Jahr 2004 (1.430.000) ist damit ein leichter Rückgang um 40.000 Existenzgründer zu verzeichnen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die Vollerwerbgründer: Im Vorjahresvergleich ging ihre Anzahl um 50.000 zurück. Die Anzahl der Nebenerwerbgründer stieg gegenüber 2004 (760.000) hingegen leicht an. "Im vergangenen Jahr haben weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit gegründet. Ein Grund hierfür dürfte in den seit der Jahreswende 2004 / 2005 verschärften Zugangsbedingung zu den Existenzförderprogrammen der Bundesagentur für Arbeit liegen", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, anlässlich der Vorstellung des repräsentativen Berichts.

    Ein weiteres Ergebnis der repräsentativen Analyse zum Gründungsgeschehen in Deutschland ist, dass in 2005 gut 10 % der Gründungsprojekte innovativ waren. Diese Gründungen, die wegen ihrer erwarteten positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekte von großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung sind, wurden im Rahmen des diesjährigen Schwerpunktthemas genauer untersucht. Das zentrale Resultat dieser Analyse besteht in dem konstatierten engen Zusammenhang zwischen dem Humankapital eines Gründers und der Wahrscheinlichkeit, ein innovatives Unternehmen zu gründen. So gründet eine Person mit einem Fachschulabschluss mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit ein innovatives Unternehmen als ein Gründer, dessen höchster Abschluss eine Lehre ist.

    Charakteristisch für das Gründungsgeschehen ist der Trend zu immer kleineren Gründungsprojekten, der sich auch in 2005 fortgesetzt hat. 32 % aller Gründer benötigten keine eigenen oder fremden Mittel für die Realisierung des Gründungsprojektes und weitere 55 % hatten einen Finanzierungsbedarf im Bereich der Mikrofinanzierung (bis 25.000 EUR). Von allen Existenzgründern mit Fremdmittelnutzung hatten 31 % Finanzierungsschwierigkeiten. 11 % der Gründer, die zur Finanzierung ihrer Gründung ausschließlich auf Eigenmittel zurückgegriffen haben, gaben zudem an, dass ein Fremdmitteleinsatz geplant, aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten aber nicht realisiert werden konnte. Insgesamt waren rund 140.000 Gründer von Finanzierungsschwierigkeiten betroffen. "Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer offen zu halten" sagte Dr. Norbert Irsch.

    Wie international vergleichende Studien zum Gründungsgeschehen bestätigen, ist die Förderinfrastruktur in Deutschland mit einem breit gefächerten Finanzierungs- und Beratungsangebot gut. Das allgemeine Gründungsklima in Deutschland erweist sich aber als wesentliches Gründungshemmnis. Risikobereitschaft, Optimismus und positive Einstellung zu Unternehmertum sind hierzulande relativ schwach ausgeprägt. Eine nachhaltige Erhöhung des Gründungsgeschehens in Deutschland sollte deshalb die Förderung von Eigenschaften wie Selbständigkeit sowie Innovations- und Risikofreude in Erziehung und Ausbildung in Deutschland stärken. Daneben gilt es, die gute Förderinfrastruktur für Gründer auszubauen und sie den sich ändernden Finanzierungs- und Beratungsbedürfnissen anzupassen.

    Weitere Ergebnisse:

    - Während das Gründergeschehen in Westdeutschland weitgehend mit dem in Gesamtdeutschland übereinstimmt, zeigt sich in Ostdeutschland ein relativ starker Rückgang der Gesamtgründerquote von 1,9 % auf 1,6 % (absoluter Rückgang um 29.000 Existenzgründungen). Dies ist auf die abnehmende Bedeutung von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit zurückzuführen, die besonders das Gründergeschehen in Ostdeutschland kennzeichnen.

    - Die weit überwiegende Anzahl der Gründer startet ohne Partner (83 %) sowie ohne Mitarbeiter (72 %). Dabei starten Vollerwerbsgründer (86 %) häufiger ohne Partner als Nebenerwerbsgründer (80 %), beschäftigen aber häufiger Mitarbeiter (33 % versus 23 %).

    - Während 2004 noch 33 % der befragten Gründer angaben, vor dem Beginn der Selbstständigkeit arbeitslos gewesen zu sein, beträgt dieser Anteil im Jahr 2005 nur 22 %.

    - Mit 32 % sind die meisten aller Gründer beim Start in die Selbständigkeit zwischen 35 und 44 Jahre alt.

    - 64 % aller Existenzgründer waren männlich, im Vollerwerb wurden sogar 70 % aller Gründungen durch Männer vollzogen (Nebenerwerb 58 %). Mögliche Hintergründe für die Unterpräsentation von Frauen sind vielfältig. Ein Grund kann darin bestehen, dass in Deutschland nach wie vor Frauen häufiger die Kindererziehung und -betreuung übernehmen als Männer, was zeitaufwendige Gründungen (insb. bei Vollerwerbsgründungen) erschwert.

    - Der aktuelle Gründungsmonitor erlaubt erstmals eine grobe Abschätzung der Beschäftigung in Unternehmensgründungen: Die im Jahr 2005 neu gegründeten Unternehmen enthalten rund eine Millionen Arbeitsplätze.

    Der KfW Gründungsmonitor ist eine jährlich erscheinende repräsentative Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland (seit 2000). Hierfür werden jährlich durch telefonische Befragung 40.000 zufällig ausgewählte in Deutschland lebende Personen befragt.

    Service: Den KfW Gründungsmonitor 2006 finden Sie zum downloaden auf der Site: www.kfw-mittelstandsbank.de

    Sonja Höpfner | presseportal
    Weitere Informationen:
    http://www.kfw-mittelstandsbank.de

    Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

    nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
    23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

    nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
    15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

    Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

    Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

    Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

    Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

    Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

    Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

    Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

    Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

    Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

    Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

    Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

    Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

    Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

    Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

    Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

    Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

    Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

    Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

    The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

    Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

    Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

    Anzeige

    Anzeige

    IHR
    JOB & KARRIERE
    SERVICE
    im innovations-report
    in Kooperation mit academics
    Veranstaltungen

    Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

    24.03.2017 | Veranstaltungen

    Lebenswichtige Lebensmittelchemie

    23.03.2017 | Veranstaltungen

    Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

    22.03.2017 | Veranstaltungen

     
    VideoLinks
    B2B-VideoLinks
    Weitere VideoLinks >>>
    Aktuelle Beiträge

    Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

    24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

    Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

    24.03.2017 | Förderungen Preise

    TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

    24.03.2017 | Förderungen Preise