Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Generalinventur: Kommunen gehen auf Schatzsuche

09.01.2002


  • Viele Bürgermeister wissen nicht, über welche Werte ihre Städte verfügen
  • Modellprojekt zur doppischen Buchführung zeigt erste Erfolge

Wer sucht, der findet. Nach einer Generalinventur weiß Dortmunds Stadtkämmerei endlich, was sich wirklich im Staatssäckel befindet. Eine bunte Mischung: 3.650 Grundstücke, 68 Fußballfelder, 104 Kilometer Feuerwehrschlauch, etwa 2,3 Millionen Bäume und 55 Tonnen Spielzeug aus Kindergärten. Der Anlass für die Inventur: Die Kommunen trennen sich von der traditionellen Buchhaltung der Kämmerer und führen die moderne doppelte Buchhaltung ein. Was langweilig klingt, fördert viel Kurioses und Vergessenes zu Tage, so die Erfahrung der Mummert + Partner Unternehmensberatung.

Das Buchführungssystem der öffentlichen Hand aus den Zeiten Karls des Großen, die Kameralistik, steht vor dem Aus. Zukünftig werden nicht mehr nur die Einnahmen mit den Ausgaben verrechnet. Die neue, so genannte doppische Buchführung erfasst alle Besitztümer der Städte. Bislang wussten die Bürgermeister nicht, über welche Werte sie überhaupt verfügen. Das soll sich ändern: Die Städte und Gemeinden wollen zukünftig wie Konzerne arbeiten, um finanzielle Risiken kontrollierbar zu machen. In einem Modellprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen haben sich sieben Kommunen, darunter auch Düsseldorf und Münster, mit dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement die betriebswirtschaftlichen Grundlagen hierfür geschaffen. Nach einer Erprobungsphase sollen die Regeln ab 2004 für alle Kommunen in einem neuen Haushaltsrecht verbindlich vorgeschrieben werden. Das Nebeneinander von Kameralistik und doppelter Buchhaltung hat dann ein Ende. Schon heute führen Kommunen mehr als 10.000 Krankenhäuser oder Museen wie Betriebe, beispielsweise als GmbH. Hier ist die doppelte Buchführung Pflicht. 

Das Problem: Mit dem derzeitigen System wird der Wertverfall öffentlicher Güter nicht erfasst, weil der laufende Aufwand nicht abgeschrieben wird. Eine unrealistische Rechnung, denn der Straßenbau beispielsweise kostet nicht nur einmal Geld. Das neue System sorgt durch Mittelfristplanungen und Rückstellungen für mehr Haushaltsstabilität und liefert wichtige Informationen für finanzielle Entscheidungen. Neu für die öffentliche Verwaltung ist auch die vorgeschriebene jährliche Inventur. Die Folge: Stadtkämmerer stoßen auf längst vergessene Grundstücke oder Gegenstände. So entdeckte die Stadt Münster einen Tresor mit unbekanntem Inhalt, zu dem es keinen Schlüssel gibt. Unabhängig davon wurden Beamte der am Modellprojekt teilnehmenden Stadt Brühl fündig: Sie stießen auf einen Tresorschlüssel und suchen nun den dazugehörigen Tresor. 

Neben der Inventur steht die Wertmessung der öffentlichen Güter auf dem Programm. Hier wird es kompliziert: Wie lässt sich „Inventar“ wie beispielsweise ein Hamster im Zoo bemessen? Alle Anschaffungen der Kommunen, die weniger als 410 Euro kosten, gelten als geringwertiges Wirtschaftsgut und werden im Kaufjahr abgeschrieben. Kostet der Hamster mehr, erscheint er mit seinem Zeitwert in der Eröffnungsbilanz und wird über seine „Nutzungsdauer“ abgeschrieben. Bei einem konstanten Ankauf von Hamstern über mehrere Jahre wird ein Festwert angesetzt. Bereits im Zoo geborenen Tieren kann man allerdings keine Herstellungskosten anlasten.

„Die Vereinheitlichung der Buchhaltungssysteme erleichtert der öffentlichen Hand die Kostenkontrolle und ermöglicht eine realistische finanzwirtschaftliche Bestandsaufnahme.“

Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Mummert + Partner Unternehmensberatung AG

Mummert + Partner ist eine der führenden europäischen Unternehmensberatungen für Dienstleistungsunternehmen. Zu den Kunden zählen vor allem Kreditinstitute, Versicherungen, öffentliche Dienstleister, die Energiewirtschaft und das Gesundheitswesen. Darüber hinaus berät das Unternehmen weitere Dienstleistungsunternehmen in speziellen Aufgabenstellungen, für die Mummert + Partner hervorragendes Know-how besitzt. Beispiele hierfür sind Telekommunikations- und Logistikunternehmen. Mit 1.350 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 191,2 Millionen Euro (Konzern im Geschäftsjahr 2000) gehört Mummert + Partner zu den Top Ten der Branche in Deutschland.

Mummert + Partner Unternehmensberatung Aktiengesellschaft

... mehr zu:
»Güter »Inventur

Hans-Henny-Jahnn-Weg 29 · 22085 Hamburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Jörg Forthmann
Tel.: (040) 227 03-7787 Fax: (040) 227 03-7961 E-Mail: Presse@mummert.de

Jörg Forthmann |

Weitere Berichte zu: Güter Inventur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops