Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Mannheim und Shearman & Sterling veröffentlichen gemeinsame Studie zur Erbschaftssteuer

02.08.2006
- NICHT EINMAL JEDER ZEHNTE ERBE MUSS ZAHLEN

Nicht einmal jeder zehnte Todesfall bringt dem deutschen Fiskus Erbschaftsteuer ein. Das belegt die Vorabveröffentlichung einer Studie, die das Institut für Unternehmensrecht an der Universität Mannheim (IURUM), die internationale Anwaltssozietät Shearman & Sterling LLP und das Zentrum für Unternehmensnachfolge (zentUma) gemeinsam angefertigt haben.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Carsten Schäfer und Shearman & Sterling-Partner Dr. Stephan Scherer haben der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Treptow (IURUM) und Associate der Sozietät, Daniel Lehmann, die vollständigen Steuerdaten des Jahres 2002 ausgewertet, die vom Statistischen Bundesamt erstmals seit 1978 wieder zur Verfügung gestellt wurden. Damit liegen erstmals gesicherte Erkenntnisse vor, welche Bevölkerungsgruppen die Steuerlast aus Schenkung- und Erbschaftsteuer zu tragen haben und welche Bedeutung den unterschiedlichen Vermögensklassen zukommt.

Zu den Ergebnissen der Studie im Einzelnen: Die staatlichen Einnahmen aus der Erbschaftsteuer beruhten im Jahr 2002 auf nur 60.108 Nachlässen bei etwa 850.000 Todesfällen. Der Gesamtwert der Nachlassgegenstände betrug rund 19 Milliarden Euro abzüglich verschiedener Erbschaftsverbindlichkeiten in Höhe von knapp 3,8 Milliarden Euro. Insgesamt flossen davon gut 2,2 Milliarden Euro dem Staat zu.

"Die einzelnen, steuerrelevanten Nachlässe weisen überwiegend einen Gesamtwert von unter 100.000 Euro auf", erläutert Daniel Lehmann. Jedoch hätten vor allem im Bereich niedriger und mittlerer Vermögenswerte hohe Freibeträge zu einer breiten Entlastung der Steuerpflichtigen geführt. Einen Wert von mehr als einer Million Euro hatte hingegen nur jeder zwanzigste Nachlass. Der Spitzensteuersatz von 50 Prozent bei besonders großem Vermögen und zugleich einem entfernten Verwandten als Erben wurde kein einziges Mal erhoben.

"Den Großteil der Vermögensgegenstände macht das Immobilienvermögen aus", sagt Oliver Treptow, "das Betriebsvermögen spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle". In der Tat hat die Studie ergeben, dass positives Betriebsvermögen zum Aufkommen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer nicht einmal 300 Millionen Euro beiträgt. Dieses Ergebnis ist vor allem für die Bundesregierung interessant, die seit einiger Zeit an einer Reform der Erbschaftsteuer arbeitet, um den Übergang von Familienunternehmen im Todesfall des Erblassers an die Erben zu erleichtern.

Die vollständige Studie soll im Herbst 2006 veröffentlicht werden.

Institut für Unternehmensrecht Shearman & Sterling LLP
an der Universität Mannheim (IURUM) Internationale Anwaltssozietät
Schloss Westflügel, W 335 Otto-Beck-Straße 11
68131 Mannheim 68165 Mannheim
Telefon: 0621/181 1347 Telefon: 0621/42 57 220
iurum@uni-mannheim.de dlehmann@shearman.com
Das Zentrum für Unternehmensnachfolge (zentUma e.V.) wurde als Kooperation zwischen dem Institut für Unternehmensrecht der Universität Mannheim (IURUM) und Anwälten führender wirtschaftsberatender Sozietäten aus Mannheim gegründet. Das Konzept zielt auf die Fort- und Weiterbildung von Praktikern Darüber hinaus will zentUma eine überregionale Plattform für den Wissens- und Erfahrenstransfer zur Verfügung stellen. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.zentuma.de.

Das Institut für Unternehmensrecht (IURUM) dient der Koordination und organisatorischen Zusammenführung von Lehr- und Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet des gesamten Unternehmens- und Wirtschaftsrechts an der Universität Mannheim. Nicht zuletzt aufgrund wachsender Komplexität der zu beurteilenden Sachverhalte und der fortschreitenden Europäisierung und Internationalisierung des Rechts wird zunehmend nach fächerübergreifender Kompetenz verlangt. Das Institut leistet einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Zusammenarbeit unter den beteiligten Lehrstühlen und bildet die Schnittstelle zur Praxis. Nähere Information erhalten Sie unter www.iurum.uni-mannheim.de.

Shearman & Sterling LLP ist eine internationale Anwaltssozietät mit 19 Büros und über 1.000 Anwälten weltweit. Zu den besonderen Stärken gehören neben der Beratungstätigkeit bei grenzüberschreitenden Unternehmensakquisitionen, Kapitalmarkttransaktionen und Finanzierungen auch die umfassende laufende gesellschafts-, steuer- und vertragsrechtliche Beratung für Großunternehmen, Versicherungen und Banken sowie die Bereiche Kartellrecht, Nationales und Internationales Steuerrecht, Private Klienten, Information Technology, Intellectual Property, Arbeitsrecht und Schiedsgerichtsbarkeit. Shearman & Sterling LLP ist eine in den Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Recht des Staates Delaware gegründete Limited Liability Partnership. Nach dem Recht des Staates Delaware ist die persönliche Haftung der einzelnen Partner beschränkt. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.shearman.com.

Achim Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.iurum.uni-mannheim.de
http://www.shearman.com
http://www.zentuma.de

Weitere Berichte zu: Erbschaftsteuer IURUM LLP Unternehmensrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie