Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Börsen haben im zweiten Quartal die Nase vorn

11.07.2006
  • Emissionsvolumen mehr als verdoppelt gegenüber dem ersten Quartal
  • Deutlicher Rückgang an den US-Märkten
  • Deutsche Börse liegt nach PwC-Analyse in Europa hinter Euronext und Londoner Aktienmarkt

Europas Aktienmärkte haben im zweiten Quartal 2006 deutlich mehr Börsengänge verzeichnet als zu Jahresbeginn und die US-Börsen gemessen am Emissionsvolumen klar hinter sich gelassen. Wie aus der vierteljährlich erscheinenden Analyse "IPO Watch Europe" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht, stieg die Zahl der Erstnotierungen (Initial Public Offering - IPO) an den europäischen Börsen auf 187, gegenüber 126 IPOs zwischen Januar und März und 176 im zweiten Quartal 2005. Das Emissionsvolumen kletterte von knapp 9,1 Milliarden Euro im ersten Quartal auf gut 19,4 Milliarden Euro und übertraf auch den Vergleichswert des Vorjahres von knapp 11,5 Milliarden Euro. "Damit haben die europäischen Börsen die US-Märkte im zweiten Quartal wieder deutlich hinter sich gelassen", so Volker Fitzner, Partner bei PwC im Bereich Advisory. An NYSE, Nasdaq und Amex gingen im zweiten Quartal 51 Unternehmen mit einem Emissionsvolumen von knapp 8,3 Milliarden Euro. Zu Jahresbeginn hatten die US-Börsen mit 56 IPOs und einem Volumen von gut 9,9 Milliarden Euro erstmals seit drei Quartalen die Spitzenposition vor Europa eingenommen.

Deutsche Börse hinter Euronext und London auf Rang drei

Amtlicher / Geregelter Markt sowie Entry Standard der Deutschen Börse kamen im zweiten Quartal auf 26 Neuemissionen beziehungsweise Notierungsaufnahmen nach elf zwischen Januar und März. Das Emissionsvolumen kletterte im Quartalsvergleich von knapp 470 Millionen auf über 2,8 Milliarden Euro, von denen gut eine Milliarde auf den Börsengang des Chemiekonzerns Wacker entfiel. Damit lag die Deutsche Börse in Europa hinter Euronext und der Londoner Börse auf dem dritten Rang: An der Gemeinschaftsbörse brachten 36 Börsengänge einen Erlös von über 4,1 Milliarden Euro. Die Londoner Börse, im ersten Quartal noch klar in Führung, verzeichnete von April bis Juni zwar 74 Erstnotierungen, das Emissionsvolumen sank jedoch um über 2,3 Milliarden auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Die Borsa Italiana steigerte ihr Emissionsvolumen von 714 Millionen Euro in den ersten drei Monaten auf fast 2,6 Milliarden Euro. Allein die Erstnotiz des Raffineriekonzerns Saras, die im zweiten Quartal der größte Börsengang innerhalb Europas war, steuerte über zwei Milliarden Euro bei.

... mehr zu:
»Emissionsvolumen »IPO »PwC

Europa bleibt attraktiv für Emittenten aus Übersee

IPOs außereuropäischer Unternehmen spielten im zweiten Quartal eine deutlich geringere Rolle als in den ersten drei Monaten. Die 33 Börsengänge von Unternehmen mit Sitz außerhalb Europas brachten ein Emissionsvolumen von gut 1,7 Milliarden Euro und damit neun Prozent des Gesamtvolumens. Im ersten Quartal verzeichneten Europas Börsen demgegenüber 40 außereuropäische Erstemittenten mit einem Volumen von knapp 5,5 Milliarden Euro (60 Prozent des gesamten Emissionsvolumens).

Vor allem auf den Börsenplatz London wirkte sich diese Entwicklung negativ aus. Zwar entschieden sich mit 20 Unternehmen knapp zwei Drittel aller außereuropäischen Emittenten für ein Listing in London, allerdings erreichte das Emissionsvolumen lediglich 908 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatten allein die Börsengänge des südkoreanischen Handelskonzerns Lotte Shopping und des russischen Telekommunikationsunternehmens Comstar United zusammen über 3,1 Milliarden Euro gebracht.

Die luxemburgische EuroMTF, die auf Emissionen außereuropäischer Unternehmen spezialisiert ist, verzeichnete hingegen weitere Zuwächse. Die Zahl der Erstnotierungen stieg im Quartalsvergleich leicht von 12 auf 13, das Emissionsvolumen sprang von 544 Millionen auf 811 Millionen Euro. Zu dieser Summe steuerte der Börsengang des taiwanischen Halbleiterherstellers Inotera Memories 353 Millionen Euro bei.

Ausblick: Rosneft-Börsengang kann Impulse geben

Die schwache Entwicklung der Aktienmärkte im Juni hat dem IPO-Markt zum Ende des zweiten Quartals einen Dämpfer versetzt. "Allerdings dürften bei einer Kurserholung viele der verschobenen Erstnotierungen nachgeholt werden. Positive Impulse sollten auch vom Milliarden-Börsengang des russischen Ölkonzerns Rosneft ausgehen", erwartet Fitzner. Rosneft will Mitte Juli in Moskau und London an die Börse gehen. Das Unternehmen schätzt das Emissionsvolumen auf umgerechnet rund 9,5 Milliarden Euro.

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).

Dr. Volker Fitzner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

Weitere Berichte zu: Emissionsvolumen IPO PwC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise