Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum wir kaufen, was wir kaufen

20.06.2006
DFG-finanziertes Forschungsprojekt zum Kaufverhalten startet an der Universität Jena

Egal ob es sich um Zahnpasta oder um ein neues Auto handelt. Wer etwas kaufen möchte, muss sich entscheiden, denn die Auswahl an vergleichbaren Produkten ist in der Regel groß. Doch wovon hängt es ab, ob der Verbraucher schließlich das eine oder das andere Produkt kauft? Die Antwort auf diese Frage interessiert natürlich auch die Produkt-Hersteller. "Unternehmen, die auf den heutigen Märkten dauerhaft bestehen wollen, müssen ihre Produkte ständig an die Bedürfnisse der Konsumenten anpassen", weiß Prof. Dr. Roland Helm, Inhaber des Unilever-Stiftungslehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Absatzwirtschaft/Marketing/Handel der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Deshalb versuchen die Unternehmen mit Hilfe so genannter Präferenzmessungen herauszufinden, wovon Kaufentscheidungen bei ihren Kunden abhängen.

Als Bewertungsgrundlage dieser Messmethoden dienen die besonderen Eigenschaften der Produkte und ihre jeweilige Ausprägung. Ein Beispiel: "Will ich ein Mountainbike kaufen, so interessiert mich beispielsweise, ob das Rad eine Federgabel hat", erläutert Prof. Helm. "Das wäre also eine Eigenschaft des Produkts." Außerdem spielt natürlich die Ausprägung dieser Eigenschaft eine Rolle. "Im Falle der Federgabel wäre das etwa die Länge der Federung", so der Jenaer Wirtschaftswissenschaftler. Anhand von Fragebögen oder mit Hilfe eines Computer-Programms werden potenzielle Kunden zu einer Vielzahl möglicher Produkt-Eigenschaften und deren Ausprägungen befragt. Auf diese Weise können die Wissenschaftler anschließend ein umfassendes Bild von den Kundenwünschen erstellen.

Wie genau dieses Bild eine etwaige Kaufentscheidung widerspiegelt, hängt unter anderem davon ab, ob den befragten Personen die tatsächlich ausschlaggebenden Produkt-Eigenschaften zur Bewertung vorgegeben werden. Und genau da liegt das Problem. "Wir haben herausgefunden, dass wir mit unterschiedlichen Methoden zur Findung der relevanten Eigenschaften für die eigentliche Präferenzmessung ganz unterschiedliche Ergebnisse bekommen", erklärt Prof. Helm. "Bisher wissen wir zwar, dass Präferenzmessungen für den Erfolg von neuen Produkten eine zentrale Rolle spielen. Allerdings ist bisher kaum thematisiert worden, wie man zu den zu testenden Eigenschaften für diese Analysen kommt. Der Schritt null ist somit kaum wissenschaftlich untersucht". Genau dies wollen Prof. Helm und seine Mitarbeiter nun ändern. In dem Forschungsprojekt "Ermittlung von entscheidungsrelevanten Eigenschaften im Rahmen der Präferenzmessung" wollen sie herausfinden, wie die Untersuchungsmethoden aussehen müssen, damit sie zu relevanten Ergebnissen führen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird das Projekt in den kommenden zwei Jahren finanziell fördern.

... mehr zu:
»Präferenzmessung

Als besondere Herausforderung sieht Prof. Helm dabei all jene Fälle, in denen die Kundenwünsche nicht klar definiert sondern eher "diffus" sind. "Häufig ist es so, dass Kunden einfach noch nicht wissen, wovon es abhängen wird, welches Auto sie sich in zwei oder drei Jahren kaufen werden", so der Wirtschaftwissenschaftler. "Aber auch dies müssen Methoden der Präferenzmessung erfassen können".

Kontakt:
Prof. Dr. Roland Helm
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943110
Fax: 03641 / 943112
E-Mail: e.jahn[at]wiwi.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Präferenzmessung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise