Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionshandel in Europa - Negativ-Effekte für Unternehmen deutlich geringer als befürchtet

20.06.2006
Bestes Instrument zum Erreichen der Kioto-Ziele

Das Europäische Emissionshandelssystem (EU ETS), für das im Jahr 2005 der Startschuss gegeben wurde, führt nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbssituation der Unternehmen, die an ihm teilnehmen müssen.

Auch ein erheblicher Verlust von Arbeitsplätzen, wie er von Kritikern befürchtet wurde, ist nicht zu erwarten. Im Vergleich zu anderen Instrumenten, die der Politik zur Verminderung von Treibhausgasemissionen zur Verfügung stehen, erweist sich das ETS als die unter Kostengesichtspunkten effizienteste Methode, um die Emissionsreduktionsziele zu erreichen, auf die sich die Europäische Union im Kioto-Protokoll verpflichtet hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine eingehende Betrachtung von bisher bereits vorliegenden Studien und Modellrechnungen zu den Effekten des ETS, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Auftrag des World Wide Fund for Nature (WWF) durchgeführt hat.

Im Kioto-Protokoll hat sich die EU völkerrechtlich verbindlich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zwischen 2008 und 2012 um acht Prozent zu senken. Ohne staatliches Eingreifen, allein durch Eigeninitiative der Unternehmen, lässt sich dieses Ziel nicht erreichen. Es muss vielmehr auf staatliche Regulierungsmaßnahmen wie Ge- oder Verbote oder auf steuerliche Maßnahmen, also beispielsweise eine Ökosteuer, zurückgegriffen werden. Im Vergleich zu diesen Maßnahmen, das zeigen die vom ZEW betrachteten Studien, ist der zwischenstaatliche Handel mit Emissionsrechten in der EU auf jeden Fall kostengünstiger und vom ökonomischen Standpunkt aus die beste Option.

Die vom ZEW betrachteten Studien zeigen auch, dass das ETS als ein marktbasierter Regulierungsmechanismus den Unternehmen größere Flexibilität gibt als andere Maßnahmen. Außerdem können vom Handel mit Emissionszertifikaten im Rahmen des ETS Anreize für Innovationen ausgehen, da jede Einsparung an Emissionen sich in Zertifikaten niederschlägt, die das Unternehmen nicht mehr benötigt, und somit an andere verkaufen kann. Generell zeigen die vom ZEW betrachteten Studien, dass die Einführung des ETS keinen deutlichen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bei den teilnehmenden Unternehmen in Europa zur Folge hat, wie insbesondere von Seiten der Industrie befürchtet worden war. In einer Gesamtbilanz über alle beteiligten Branchen sind daher bisher auch keine deutlichen Verluste an Arbeitsplätzen durch das ETS festzustellen. Das ETS ist somit mitnichten der "Job-Killer", als der er von einigen bezeichnet wurde.

Ansprechpartner:
Dr. Klaus Rennings, Telefon 0621/1235-207, Fax -226, E-Mail rennings@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: ETS Emissionshandel Treibhausgasemission

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik