Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Schutz der Marke

16.03.2006


2. Jenaer Markenrechtstag am 30./31. März an der Universität Jena



Die weltweit wertvollste Marke ist das "Rote Kreuz". Es wird (fast) überall erkannt und ist Geld und in brenzligen Situationen manchmal auch Leben wert. Doch meist sind es Unternehmen, die sich ihr Wahrzeichen - ihre Marke - schützen lassen und gegen jeden juristisch vorgehen, der ihr Markenrecht verletzt oder auch nur zu viel vom eigenen guten Image profitieren will. Beim Markenrecht geht es um viel Geld. "Der volkswirtschaftliche Schaden der Markenrechtsverletzungen lässt sich nur schwer beziffern, denn belastbare Zahlen gibt es nicht", sagt der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Volker Michael Jänich von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Allerdings sei die gelegentlich für Deutschland genannte Zahl von 30 Milliarden Euro im Jahr nicht ganz fernliegend.

... mehr zu:
»Markenrecht »Markenrechtstag


Kein Wunder, dass Rechtsfragen rund um Marken auf außerordentlich großes Interesse stoßen. Mit aktuellen Aspekten des Markenrechts beschäftigt sich am 30. und 31. März der von Prof. Jänich in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Patent- und Markenamt organisierte 2. Jenaer Markenrechtstag.

Dabei wird es beispielsweise um einen Rechtsstreit rund um die Vermarktung der Marken zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland gehen, der im April vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt wird, kündigt Jänich an. Verhandelt wird die Frage, wie weit der Schutzumfang der betreffenden Marken reicht.

Auch neue Entwicklungen im Markenrecht sollen von den Experten diskutiert werden. Dazu zählt der Jenaer Rechtswissenschaftler die Frage, wie sich Markenrechte beispielsweise für Farben durchsetzen lassen. Man denke nur an den berühmten Farbton eines großen deutschen Telekommunikationsanbieters oder die Farbe des Stroms.

In den vergangenen Jahren hat die Expansion von Markennamen erheblich zugenommen, weiß Prof. Jänich. Ein Grund sei der Wegfall des so genannten Geschäftsbetriebserfordernisses im Jahr 1995. Bis dahin konnte eine Marke nur anmelden, wer ein Geschäft betrieb. Heute könne jeder eine Marke anmelden, der das wolle. Das habe nicht nur zu einer inflationären Zunahme von Markenanmeldungen geführt, sondern auch zu dem, was die Fachleute bösgläubige Markenanmeldungen nennen: Wenn jemand mit der Anmeldung einer Marke einem Konkurrenten Schaden zufügen wolle - und sei es nur durch den sich anschließenden Rechtsstreit, der viel Zeit und Geld kosten kann.

Neue Fragen tauchen auch im Zusammenhang mit dem Domain-Recht auf. Dies gilt insbesondere mit der Einführung der EU-Domain im Internet, aber auch mit der Eintragung von Marken für Dienstleistungen etwa von Einzelhandelsunternehmen. Sie werden ebenfalls Gegenstand des Jenaer Markenrechtstages an der Friedrich-Schiller-Universität sein.

Kontakt:
Prof. Dr. Volker Michael Jänich
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942110
E-Mail: v.jaenich@recht.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Markenrecht Markenrechtstag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie