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Aktuelle Finanztipps: Das sollte man 2005 noch erledigen

28.11.2005


In einem Monat steht der Jahreswechsel an. Bei Finanz- und Versicherungsangelegenheiten sind auch für 2006 Änderungen zu erwarten. Was Verbraucher bis Ende des Jahres vor allem beachten sollten, hat die Finanzberatungsgesellschaft Plansecur (Kassel) jetzt - nach der Regierungsbildung - aktualisiert:

1. Eigenheimzulage: Die Eigenheimzulage fällt laut Koalitionsvertrag von 2006 an weg. Wer beim Bau oder Erwerb einer Immobilie auf Nummer sicher gehen will, sollte noch 2005 den notariellen Kaufvertrag unterzeichnen bzw. den Bauantrag stellen. Aber: Einkommensgrenzen beachten! Die Summe der positiven Einkünfte darf 70 000 EUR (Alleinstehende) bzw. 140 000 EUR (Ehepaar) in zwei Jahren - im Jahr der Antragstellung und im Jahr zuvor - nicht übersteigen. Diese Beträge erhöhen sich pro Kind um 30 000 EUR.

2. Bausparen: Um die volle Wohnungsbauprämie für 2005 zu erhalten, empfiehlt sich eine Sondereinzahlung in einen bestehenden Bausparvertrag. Die Wohnungsbauprämie beträgt zurzeit 8,8 Prozent und wird auf bis zu 512 EUR / 1024 EUR (Alleinstehende / Verheiratete) gewährt, wenn das zu versteuernde Einkommen bei Alleinstehenden 25 600 EUR (bei Verheirateten: 51 200 EUR) nicht übersteigt.

3. Hypothekendarlehen auf niedrigem Stand: Die Zinsen für den Kauf oder die Modernisierung von Immobilien sind zurzeit auf einem niedrigen Stand. Wer sich einen Immobilienwunsch erfüllen möchte, sollte das günstige Zinsniveau nutzen.

4. Änderung bei geschlossenen Fonds: Auf Grund der Einführung des allgemeinen Verlustverrechnungsverbotes bei der Einkommensteuer sind Steuersparmodelle wie Medien- und New-Energy-Fonds, zum Beispiel Wind- und Solarparks, nicht mehr am Markt. In Zukunft werden geschlossene Fonds zwar Anfangsverluste von weniger als zehn Prozent zuweisen - allerdings zu Gunsten einer steuerlichen Entlastung der Erträge. Steueroptimierung bleibt für den Anleger deshalb ein Thema, auch wenn es eher um nachhaltigere Effekte geht. Geschlossene Fonds haben aber immer einen mehr oder weniger stark ausgeprägten unternehmerischen Charakter. "Darauf sollte sich nur einlassen, wer dem wirtschaftlich und mental gewachsen ist" empfiehlt Plansecur-Experte Jörg von Nostitz-Wallwitz.

5. Faktor Zeit bei der Altersvorsorge nutzen: Obwohl Deutschlands umfassendste Rentenreform, das Alterseinkünftegesetz, seit Anfang 2005 in Kraft ist, haben viele Verbraucher noch nicht mit zusätzlicher Vorsorge auf die Einschnitte durch die zunehmende Besteuerung der Basisrenten reagiert. Dabei wurden im Gesetz auch Anreize für zusätzliche Sparmaßnahmen getroffen: Wegen der schrittweisen Freistellung der Altersvorsorgeaufwendungen von der Besteuerung in der Ansparphase haben viele Bundesbürger netto mehr im Geldbeutel. Um den gegenwärtigen Lebensstandard im Alter zu halten, ist es erforderlich, mit den Steuervorteilen von heute die Versorgungslücken von morgen zu schließen. Da die so eingesetzten Mittel - zum Beispiel bei der Riester-Rente oder bei der Direktversicherung - zusätzlich steuerlich gefördert werden, lohnt sich das Sparen für die Altersvorsorge mehr denn je - vor allem für zwei Gruppen:

a) Männer sollten noch 2005 über den Abschluss eines Riester- Vertrages nachdenken. Denn nur noch bei Vertragsabschluss und Annahme durch den Versicherer vor dem 1. Januar 2006 erhalten Männer bei der Riester-Rente eine deutlich höhere Rente als Frauen - bei gleichem Beitrag. Bei Abschlüssen von 2006 an wird die Rentenleistung bei Männern und Frauen identisch sein. Grund ist eine gesetzliche Verordnung, dass Versicherungsunternehmen bei der Riester-Rente vom kommenden Jahr an für Frauen und Männer einheitliche Tarife anbieten müssen. Bei bestehenden Riester-Verträgen sind Zuzahlungen - einmal pro Jahr - bis zu den jeweiligen Höchstgrenzen möglich, um die volle Förderung für 2005 auszuschöpfen. Achtung: Der Zulagenantrag für 2003 muss spätestens am 31. Dezember 2005 beim Anbieter eingegangen sein.

b) Keine andere Berufsgruppe profitiert vom Alterseinkünftegesetz wie die Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Aufgrund der steuerlichen Absetzbarkeit der Aufwendungen für die Versorgungswerkrenten haben die meisten Freiberufler monatlich netto deutlich mehr Geld zur Verfügung. Ohne Konsumverzicht können sie mit diesem Geld die zu erwartenden Einbußen bei ihrer Altersversorgung schließen. Neben steigender Lebenserwartung und fallenden Kapitalmarktzinsen ist für diese Entwicklung die seit 2005 gültige nachgelagerte Besteuerung bei den Alterseinkünften - also die Besteuerung erst bei der Auszahlung - verantwortlich. 2004 waren 27 Prozent, derzeit sind 50 Prozent und 2030 wären bereits 90 Prozent der Rentenleistungen aus dem Versorgungswerk der Besteuerung unterworfen (Annahme: ein 65-Jähriger geht im jeweiligen Jahr in Rente.) Die Mitglieder der Versorgungswerke bekommen die aktuellen Rentenanwartschaftsnachweise jährlich zugesandt. Ein genauer Blick darauf lohnt sich. Um den Lebensstandard im Alter zu halten, sollte der drohenden Versorgungslücke bald mit zusätzlicher privater Vorsorge begegnet werden.

6. Krankenversicherung: Verbraucher, die regelmäßig oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung verdienen (2005: 46 800 EUR; 2006: 47 250 EUR), sollten wegen des günstigeren Einstiegsalters noch 2005 den Wechsel in eine private Krankenversicherung erwägen.

7. Kfz-Versicherung: Ende November ist höchste Zeit, um die Kfz-Versicherung zu überprüfen. Mit einer günstigeren Versicherung können oft einige Hundert Euro pro Jahr gespart werden. Bis zum 30. November kann fristgerecht gekündigt werden.

Volker Preilowski | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.plansecur.de

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