Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heilung für die Heilbäder

09.11.2005


Aktueller IAT-Report untersucht Situation, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten der Kurorte in Nordrhein-Westfalen



Den nordrhein-westfälischen Kur- und Heilbädern gehen jährlich knapp 115 000 Reha-Patienten an Kliniken in anderen Ländern verloren. Zwar ist NRW von der Bettenkapazität her der drittgrößte Reha-Anbieter in Deutschland - nach Bayern und Baden-Württemberg. Mit 124,7 stationär behandelten Fällen je 10 000 Einwohner findet sich NRW jedoch weit unter dem Bundesdurchschnitt, die süddeutschen Reha-Anbieter versorgen mehr als das Doppelte an Fällen, Mecklenburg-Vorpommern fast fünfmal soviel. Im Dialog von Reha-Szene, Kostenträgern und Politik soll ausgelotet werden, wie mehr Reha-Fälle aus NRW auch in NRW versorgt werden können, um die Heilbäderlandschaft zu stärken.

Situation, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten der Kurregionen im Sauer- und Siegerland, Eifel, der Bonn-Sieg-Region, am Hellweg und insbesondere Ostwestfalen-Lippe untersucht der soeben online erschienene IAT-Report 2005-08 des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen). Durch die Gesundheitsreformen der 90er Jahre mit zunehmend eingeschränkter Bewilligungspraxis und steigenden privaten Zuzahlungen für Kuren erlebten die Heilbäder einen drastischen Einbruch ihrer Gäste- und Patientenzahlen. Die Probleme im "medizinischen", durch die Sozialversicherung getragenen Fremdenverkehr konnten durch Aktivitäten in Tourismus, Fitness und Wellness nicht aufgefangen werden. Weiterer Nachfragerückgang droht durch aktuelle Umstrukturierungen in der Gesundheitspolitik: Die Akut-Krankenhäuser - gerade auch im Ballungsraum Rhein-Ruhr - kümmern sich zunehmend um integrierte Versorgung und steigen zusätzlich in Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation ein mit Angeboten "vor Ort".


Die Heilbäder sind mit knapp 70 000 direkt und indirekt in der Branche Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2004 ein bedeutender Beschäftigungs- und Wirtschaftsfaktor in NRW. Nach dem Einbruch der Wirtschaftszahlen proben die Akteure in der nordrhein-westfälischen Heilbäderlandschaft jetzt den Aufbruch. So wurde auf Initiativen aus dem NRW-Heilbäderverband die Gesundheitsagentur NRW gegründet, die mit Unterstützung der Landesregierung den Kurorten bei der Suche nach tragfähigen Strategien hilft, gemeinsames Marketing betreibt und Gemeinschaftsaktivitäten anstößt. "Aktivierung durch Wissenstransfer" soll die NRW-Heilbäder und -Kurorte unterstützen, sich neu zu positionieren und durch Spezialisierung klar zu profilieren.

Der Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft am IAT hat sich in verschiedenen Projekten mit der Heilbäderlandschaft NRWs befasst und Aktivitäten angestoßen und begleitet. Gemeinschaftsprojekte von Akteuren und Einrichtungen in den Kurorten wie "Heilgarten" oder "Spitzenreha aus OWL", eine neue Sportschule (in Paderborn) als "Kompetenzzentrum für Sport und gesunde Lebensführung" oder das von der Landesregierung geförderte Netzwerk Seniorentourismus zeigen, wie Netzwerkbildung und Gemeinschaftsprojekte funktionieren können. Gemeinsames Qualitätsmanagement, ein Kur- und Reha-Gipfel in NRW und "Brückenschläge" zwischen den Kurregionen und den NRW-Ballungsgebieten sind weitere Vorschläge der IAT-Wissenschaftler zur Stärkung der Heilbäderlandschaft. Um die Patientenströme in die NRW-Kurregionen umzulenken sollten sich die Kurkliniken auch auf Maßnahmen spezialisieren, die für bestimmte Berufsgruppen und deren gezielten Bedarf "verschrieben" werden. Lehrer und Polizei kuren dann häufiger in NRW!

IAT-Report 2005-08: Christa Schalk/ Josef Hilbert
Die Heilbäderlandschaft in Nordrhein-Westfalen - Zwischen Einbruch und Aufbruch?
http://iat-info.iatge.de/iat-report/2005/report2005-08.html

Für weitere Fragen stehen
Ihnen zur Verfügung:

PD Dr. Josef Hilbert
Durchwahl: 0209/1707-120
Christa Schalk
Durchwahl: 0209/1707-203

Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://iat-info.iatge.de/iat-report/2005/report2005-08.html
http://www.iatge.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig
30.10.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte