Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rating-Agenturen: Regulierung oder Kontrolle durch den Markt?

25.04.2005


Informationen und Standpunkte zu aktuellsten Themen aus erster Hand kennzeichnen die Augsburger Universitätsqualifizierung zum RatingAnalysten / Der nächste Kurs startet am 14. Oktober 2005 / Anmeldung jetzt bereits möglich

... mehr zu:
»Ratingagentur

Die Ausbildung zum zertifizierten RatingAnalysten am Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW) der Universität Augsburg versteht sich seit jeher als Beitrag zur Förderung der Rating-Kultur in Deutschland und zur Professionalisierung des Ratings. Aus diesem Anspruch resultiert für die Qualifizierungsteilnehmerinnen und -teilnehmer die Gewissheit, jeweils über die neuesten Entwicklungen im Rating-Bereich informiert zu werden, und zwar aus erster Hand. Dementsprechend stand der 10. Qualifizierungskurs im Zeichen der top-aktuellen und in der Fachpresse viel diskutierten Frage, ob und in welchem Umfang der Rating-Markt einer Regulierung und Aufsicht bedürfe bzw. ob - wie die etablierten Rating-Agenturen selbst meinen - der Markt selbst hier Qualität und Verlässlichkeit in hinreichendem Umfang sicherstelle. Aus, wie gesagt, erster Hand mit beiden Standpunkten vertraut gemacht wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Augsburger Rating-Qualifizierung jüngst durch Dr. Anne Strunz-Happe von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und durch Torsten Hinrichs von Standard & Poor’s.

Externe Ratings gewinnen immer mehr an Bedeutung, eine Kapitalbeschaffung auf den internationalen Finanzmärkten ist ohne das Rating einer großen Agentur kaum mehr möglich. Aufgrund der oligopolen Struktur der Ratingbranche - es gibt weltweit nur wenige große und namhafte Agenturen - wird immer wieder eine staatliche Regulierung der Ratingagenturen gefordert. Die Befürworter einer solchen Regulierung verweisen dabei v. a. auf die bestehenden Markteintrittsbarrieren und kritisieren die aus diesen Barrieren resultierende Marktmacht der etablierten Agenturen.


Verfahrenstransparenz und Unabhänigkeit durch Regulierung oder ...

Die wesentliche Aufgabe der Regulierung, so vertrat Dr. Strunz-Happe den Standpunkt der BaFin, bestünde demnach darin, die Verfahrenstransparenz sowie die Unabhängigkeit und Integrität von Ratingagenturen zu gewährleisten. Dies könne über einen Verhaltenskodex geschehen, der von einer Arbeitsgruppe der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) erarbeitet werde. Mit ihm sollten insbesondere die Vergleichbarkeit und die Transparenz von Ratingentscheidungen verbessert werden, wobei die Bankenvertreter in diesem Kontext dafür plädierten, dass die Maßnahmen staatlicher Regulierung sich ausschließlich auf die Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes konzentrierten.

... Qualitätsnachweis durch langjährige Markterfolge?

Torsten Hinrichs von Standard & Poor’s hielt dem entgegen, dass in seinem Haus die meisten der Anforderungen dieses Verhaltenskodex bereits heute gängige Praxis seien. Erfreulicherweise bestehe eine weitgehende inhaltliche Übereinstimmung des IOSCO-Codes mit dem S&P Code of Practises and Procedures. Verfahrensgrundsätze seien gewiss förderlich für das Vertrauen in den Ratingprozess, es stelle sich jedoch die Frage, wie viel Regulierung hier wirklich nötig sei. Der Markt vertraue auf die Reputation und auf die Qualität der Ratings, und diese Kriterien seien bislang über einen sehr langen Zeitraum hinweg nachweislich sehr aussagekräftig gewesen. Der Markt sei somit der beste Indikator für die Qualität der Ratings, und deshalb sollte jeder Regulierungsmechanismus in jedem Fall so marktnah wie möglich gestaltet werden.

Die Augsburger Universitätsqualifizierung zum Ratinganalysten

Angereichert durch die Diskussion solch aktueller Frage- und Problemstellungen auf dem sich rasch fortentwickelnden Gebiet des Ratings, werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Augsburger Qualifizierung zum RatingAnalysten in neun Modulen fundiert die theoretischen Grundlagen für Ratingverfahren sowie praxisorientierte Inhalte vermittelt. Das hohe Niveau dieser vor fünf Jahren mit Modellcharakter konzipierten und von Interessenten aus ganz Deutschland nachgefragten universitären Ausbildung wird durch hochqualifizierte Dozenten der Universität Augsburg sowie durch Vertreter namhafter Banken, Unternehmen und Verbände sowie der renommiertesten internationalen Ratingagenturen garantiert.

Anmeldung zur nächsten Qualifizierung jetzt bereits möglich

Das berufsbegleitend konzipierte Programm wendet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit finanzwirtschaftlichem und unternehmensanalytischem Hintergrund. Die 11. Qualifizierung startet am 14. Oktober 2005. Eine Anmeldung ist bereits jetzt möglich.

Kontakt und Anmeldung:
Dr. Walburga Sarcher
Universität Augsburg - ZWW
Universitätsstraße 16
86159 Augsburg
Tel. 0821/598-4026
walburga.sarcher@zww.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.ratinganalyst.de
http://www.uni-augsburg.de/

Weitere Berichte zu: Ratingagentur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig
30.10.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte