Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktienmarkt: Fortschreitende Bodenbildung

03.07.2001


Zur Jahresmitte präsentiert sich das fundamentale Umfeld der Weltbörsen in anhaltend labiler Verfassung. In Europa hat sich der Fluss an negativen Nachrichten in den letzten Wochen besonders intensiviert. Neben schwachen Wirtschaftsdaten und neuerlichen Gewinnwarnungen aus dem Technologiesektor (u. a. Nokia, Philips, Infineon) waren auch Zurückstufungen von Ergebnisprognosen in der "Old Economy" zu verkraften (BASF, Bayer). Wichtige europäische Indizes wie Euro Stoxx 50 und DAX haben sich unter dem Strich im zweiten Quartal kaum bewegt (unverändert bzw. plus 2,7 Prozent). Weitere kräftige Einbußen von 11,4 Prozent musste der hiesige Neue Markt hinnehmen. An der US-Nasdaq war hingegen ein Gewinn von 15,5 Prozent zu erzielen; der Dow Jones legte 7 Prozent zu.

Die im Vergleich günstigere Wertentwicklung der amerikanischen Börsen scheint zu signalisieren, dass nach Einschätzung maßgeblicher Marktteilnehmer die konjunkturelle Talsohle in den USA möglicherweise inzwischen erreicht und im weiteren Jahresverlauf mit sichtbaren Aufhellungstendenzen zu rechnen ist. Eine ganze Reihe jüngst veröffentlichter Daten hat den bislang so virulenten Rezessionsängsten keine neue Nahrung geliefert. Wichtige in die Zukunft weisende Konjunkturziffern wie die Frühindikatoren und Auftragseingänge für langlebige Güter im Mai sowie das Verbrauchervertrauen im Juni lagen, für die Auguren überraschend, ausnahmslos kräftig im Plus. Die Mittwoch letzter Woche in den USA vollzogene Absenkung der Leitzinsen um nur noch 25 Basispunkte reizt zu positiven Interpretationen. Offensichtlich schätzt die Fed nach den von ihr erbrachten massiven Vorleistungen und mit Blick auf die im Herbst anstehenden Steuerrückzahlungen die Wirtschaftsperspektiven inzwischen weniger kritisch ein.

Von den ersten vagen transatlantischen Hoffnungsschimmern können die europäischen Märkte auf Sicht der Sommermonate allenfalls psychologisch profitieren. Hier dürfte wegen des konjunkturellen Nachlaufs gegenüber den Vereinigten Staaten der Tiefpunkt des Wirtschafts- und Gewinnzyklus wohl erst im späteren Jahresverlauf erreicht werden. Zunächst einmal ist eine neue Runde reduzierter Wachstumsprognosen für den Euroraum und insbesondere Deutschland zu verdauen. Die massivsten Zurückstufungen nahm das Münchner Ifo-Institut vor, das die Expansionsraten im laufenden Jahr für Deutschland und die Eurozone auf nur noch 1,2 bzw. 1,9 Prozent taxiert (2002: 2,2 bzw. 2,4 Prozent). Anlass zu Pessimismus geben vor allem die zuletzt deutlich rückläufigen Geschäftsklima-Indikatoren hierzulande und in Frankreich. Per saldo ist an der heimischen Börse in der anlaufenden Feriensaison mit wohl kaum mehr als einer Fortsetzung des Seitwärtstrends zu rechnen. Längerfristig disponierende Anleger sollten diese Phase aber zu Käufen in Werten wie SAP, Deutsche Bank, Allianz, Deutsche Telekom, Deutsche Post oder Schering nutzen.

Ihre Ansprechpartner bei der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz: Bereich: Sparkassen-Privatkunden-Research Hans Beth
Tel.: 06131 / 132616,
Fax: 06131 / 132574
E-Mail: hans.beth@Lrp.de

Thomas Hollenbach
Tel.: 06131 / 132339,
Fax: 06131 / 132574
E-Mail: thomas.hollenbach@Lrp.de

Thomas Hollenbach | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB: Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv
22.09.2016 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Auslandsaufträge geben positive Impulse - IMK: Rezessionsrisiko sinkt geringfügig
16.09.2016 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie