Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Impulse für die Modernisierung der Wasserwirtschaft

29.04.2004


Die Potenziale des Benchmarking als Instrument zur Reformierung der Wasserwirtschaft sind noch nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kamen gestern Vertreter aus Unternehmen, Kommunen, Verbänden und des Umweltschutzes sowie Unternehmensberater und Wissenschaftler im Rahmen des Symposiums "Benchmarking - Konzepte in der Wasserwirtschaft" in Frankfurt am Main.



Die vom Bundestag beschlossene Modernisierungsstrategie für die deutsche Wasserwirtschaft sieht Benchmarking als ein zentrales Element vor. Doch besteht offensichtlich noch keine Einigkeit darüber, in welcher Form das Benchmarking sinnvoll einsetzbar ist. "Mit der Veranstaltung wollen wir der politischen Debatte neue Argumente liefern und dadurch der Diskussion um die Zukunft der Wasserwirtschaft neue Impulse geben", betonten die Tagungsleiter Thomas Kluge vom Institut für sozial-ökologische Forschung und Ulrich Scheele von der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung.

... mehr zu:
»Wasserwirtschaft


Während Verbands- und Unternehmensvertreter an der Forderung nach einem freiwilligen und vertraulichen Benchmarking festhielten, wurde von der wissenschaftlichen Seite die Öffnung nach außen eingefordert. Aufgrund der staatlich geschützten Gebietsmonopole der Wasserversorgung sollte sich der Anspruch der Öffentlichkeit auf Transparenz der Kosten ergeben. Darüber hinaus "müssen soziale und ökologische Belange bei der Versorgung mit Wasser - und damit auch im Benchmarking - Berücksichtigung finden.", sagte Thomas Kluge. Die Ergebnisse des Instituts für sozial-ökologische Forschung zeigen, dass durch Benchmarking dann nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Risiken erkannt und minimiert werden können. Darauf aufbauend können Unternehmen betriebliche Anpassungsstrategien entwickeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Die Unterschiedlichkeit der auf der Tagung vertretenen Positionen macht deutlich: Wenn Benchmarking ein wesentlicher Teil der Modernisierungs-strategie in der Wasserwirtschaft sein soll, muss eine Einigkeit über die Zielsetzungen ausgehandelt werden, bevor die Diskussion über das Instrument Benchmarking sinnvoll geführt werden kann. Insbesondere die Kommunen müssen sich in diesen Prozess einbringen, um ihren politischen Auftrag gegenüber dem Bürger und als Träger der Wasserversorgung gerecht zu werden.

Die bislang wenig beachteten Benchmarking-Konzepte aus Schweden und Frankreich bestätigen, dass die Position von Kommunen durch das Benchmarking gestärkt und nur über Transparenz Spielräume zur langfristigen Gestaltung von Versorgungssystemen hergestellt werden. Die dort gemachten Erfahrungen können der Wasserwirtschaft in Deutschland neue Impulse geben, wenn es darum geht, den Reformprozess mit Inhalten zu füllen. Die Veranstalter betonten, dass auch die Kommunen dabei eine aktive Rolle übernehmen müssen. Die Voraussetzungen hierfür sind nur über Transparenz und freien Informationsfluss herzustellen.

Ein Resultat der Tagung war: Benchmarking ist ein geeignetes - aber in der Fläche kaum genutztes - Instrument für anstehende Reformen in der Wasserwirtschaft.

Die Tagungsbeiträge werden in einer Dokumentation veröffentlicht, die im Juni 2004 erscheint. Sie kann über das Institut für sozial-ökologische Forschung bezogen werden.

Das Symposium fand am 28. April 2004 in Frankfurt am Main statt und wurde vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt/Main, und der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung (ARSU), Oldenburg, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsverbundes netWorks "Sozial-ökologische Regulation netzgebundener Infrastruktursysteme am Beispiel Wasser" veranstaltet.

Für Fragen und weitere Informationen:

Pressekontakt:
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Michaela Kawall
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 707 69 19 - 30
Fax: 069 - 707 69 19 -11
E-Mail: kawall@isoe.de

Michaela Kawall | idw
Weitere Informationen:
http://www.isoe.de/veranst/wassymp.htm

Weitere Berichte zu: Wasserwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie