Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Positive Arbeitplatzeffekte durch Außenhandel und Direktinvestitionen

28.04.2004


Standort Deutschland gilt bei deutschen Unternehmen nicht als wettbewerbsfähig

Mittel- und Osteuropa attraktives Investitionsziel
Aktuelle Studie von KfW Bankengruppe und IKB Deutsche
Industriebank AG im Vorfeld der EU-Osterweiterung

Die Mehrheit der befragten Unternehmen sieht einen positiven Effekt von Exporten und Direktinvestitionen auf die Beschäftigung in Deutschland. Dies ist das Ergebnis der heute in Berlin vorgestellten Studie mit dem Titel "Studie zu den Auslandsaktivitäten deutscher Unternehmen - Beschäftigungseffekte und Folgen für den Standort Deutschland." Fast drei Viertel der Unternehmen bestätigen, dass sie durch ihren Export die Beschäftigung im Inland steigern konnten. 60 % gaben an, durch ihre Direktinvestitionen entweder Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen oder zumindest gesichert zu haben. "Die deutsche Wirtschaft profitiert ganz erheblich von der Internationalisierung - und mit ihr auch die Arbeitnehmer," betonte Hans W. Reich, Sprecher des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Dabei sind es keineswegs nur Großunternehmen, die erfolgreich auf den Weltmärkten agieren, sondern ebenso eine Vielzahl von Mittelständlern. Dies mit steigender Tendenz, wie Dr. Alexander v. Tippelskirch, Vorstandssprecher der IKB Deutsche Industriebank AG, Düsseldorf, betont. "Nicht weniger als 66 % der befragten mittelständischen Unternehmen geben an, ihre Invesititionstätigkeit im Ausland in den nächsten fünf Jahren maßgeblich steigern zu wollen."

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie zeigt, dass 75 % der befragten Unternehmen den Standort Deutschland international nicht für wettbewerbsfähig halten. Nur ein Viertel der Unternehmen hält den Standort Deutschland für wettbewerbsfähig. Ein differenziertes Bild ergibt sich aber bei den Standortvor- und -nachteilen:

Als wichtigster Standortvorteil werden die qualifizierten Arbeitnehmer genannt. Sie sind für 91 % der Unternehmen ein sehr wichtiger bzw. wichtiger Standortvorteil. An Platz zwei folgt die gute Infrastruktur. Dahinter folgen das duale Ausbildungssystem und das Innovationspotential der Bundesrepublik. "Der komparative Vorteil Deutschlands liegt in der Herstellung und Entwicklung humankapitalintensiver und innovativer Güter und Dienstleistungen", sagte Reich. Als wichtigster Standortnachteil wird von fast allen befragten Unternehmen (94 %) das hohe Lohnniveau bzw. die hohen Lohnnebenkosten genannt. Mit größerem Abstand folgen als weitere Stadtortnachteile der Kündigungsschutz und die starren Arbeitszeitregeln.

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie:

  • Wichtigster Exportmarkt war für die befragten Unternehmen in der Vergangenheit die EU (in ihren alten Grenzen) vor Mittel- und Osteuropa, Nordamerika, Asien (außer China) und China. 92 % der Unternehmen haben in die EU exportiert, 53 % nach Mittel- und Osteuropa. 33 % haben bereits auch nach China geliefert.
  • In der Zukunft gilt Mittel- und Osteuropa vor China als attraktivster Markt. 68 % der Unternehmen halten Mittel- und Osteuropa für sehr wichtig bzw. wichtig, 53 % China. Kleinere Unternehmen sehen dabei eher die Länder Mittel- und Osteuropas als für sie wichtig an, während die großen Unternehmen China als wichtiger einstufen. Prinzipiell gilt, dass die Länder am attraktivsten sind, die die höchsten gesamtwirtschaftlichen Wachstumsraten aufweisen können.
  • 80 % der antwortenden Unternehmen konnten durch ihren Export die Gewinne steigern, fast 90 % haben ihre Marktposition verbessert.
  • Für die befragten Unternehmen gelten Preis und Qualität in gleichem Maße als wichtigster Erfolgsfaktor. Die Unternehmen verlassen sich somit nicht mehr allein auf die Qualität ihrer Güter (Qualitätswettbewerb), sondern sehen auch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit als entscheidend an.

53 % der Unternehmen haben in der Vergangenheit Direktinvestitionen durchgeführt. Die Auslandsinvestitionsquote (Anteil der Investitionen im Ausland an den Gesamtinvestitionen) betrug im Schnitt 21 %.

  • Wichtigstes Investitionsziel der Vergangenheit war Mittel- und Osteuropa (52 % haben dort investiert) vor Europa (50 %) und China (39 %). China war daher für unsere Unternehmen attraktiver als Nordamerika, dort haben 35 % investiert.
  • Mittel- und Osteuropa bleibt auch in Zukunft das wichtigste Ziel deutscher Direktinvestitionen, gefolgt von China: 71 % sahen Mittel- und Osteuropa als wichtiges Investitionsziel, China 54 %.
  • Hauptmotiv der Direktinvestitionen sind für über 80 % der Unternehmen die Sicherung bestehender Märkte sowie die Erschließung neuer Märkte. Kostenorientierte (wie Lohnkosten, 61 %) und standortbewertende (Reglementierung, Steuerbelastung, 34 %) Investitionsmotive spielen hingegen eine erheblich geringere Rolle.
  • Mit den im Ausland produzierten Gütern wird in erster Linie der Investitionsstandort beliefert. 80 % der Unternehmen beliefern den Investitionsstandort, 48 % beliefern Deutschland und 58 % Drittmärkte.

Im Rahmen der Studie wurden 1.800 Unternehmen befragt. Das kleinste Unternehmen erzielte einen Umsatz von 8 Mio. Euro, das größte einen Umsatz von knapp 4 Mrd. Euro. Der überwiegende Teil der antwortenden Unternehmen ist dem oberen Segment des Mittelstandes zuzurechnen.

| ots
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: Direktinvestition IKB Investitionsziel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index startet gut ins neue Jahr
22.02.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Indikator: Keine Rezessionsgefahr, keine Anzeichen für konjunkturelle Überhitzung
19.02.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics