Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über Firmengrenzen hinweg - Schritte zum virtuellen Gesamtunternehmen

10.09.2003


Mit neuartigen Formen der Kooperation experimentierten fünf mittelständische Firmen, die in eine Wertschöpfungskette der Elektronikbranche eingebunden sind, im nun erfolgreich abgeschlossenen Projekt PERFLEX (Überbetriebliche Personalflexibilisierung). Im Zentrum stand der regelmäßige Austausch von Mitarbeitern zwischen den beteiligten Unternehmen, sowohl "physisch" als auch "virtuell" (d.h. via elektronische Vernetzung), sowie der erweiterte Austausch von Informationen, insbesondere über die Entwicklung einer gemeinsamen Datenbank.

... mehr zu:
»Expertise

Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorhaben vom ISF München, öffentlich gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt legt nun ein Handbuch vor, das der Verbreitung dieser zukunftsträchtigen Idee dient. Es enthält eine ausführliche Dokumentation und Bewertung des Projekts, Überlegungen zu seiner Übertragbarkeit, Checklisten, Rahmenverträge und eine juristische Expertise.

Die Firmen Introbest, Intronic, W. Gessmann, PR-Tronik und Lippok & Wolf sind in der Entwicklung, Distribution, Herstellung, Bestückung und Nutzung elektronischer Baugruppen engagiert. Die Auftragslage und damit auch das Arbeitsvolumen in diesem Markt schwankt stark und sehr kurzfristig, ein Problem, das besonders für kleinere Unternehmen schwer wiegt. Dieser Herausforderung begegneten die Firmen mit einem innovativen Ansatz: durch eine erweiterte Kooperation in der Wertschöpfungskette, die unter anderem zum Aufbau einer gemeinsamen Produkt- und Bauteiledatenbank und zum physischen und virtuellen Mitarbeiteraustausch führte. Es eröffneten sich Möglichkeiten zu einer Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette über die Firmengrenzen hinweg, sodass beispielsweise schon bei der Entwicklung und beim Layout Gesichtspunkte der Fertigung eine Rolle spielen können. Damit wurde ein wichtiger Schritt zu einem "virtuellen Gesamtunternehmen" getan. Dies setzte eine erhebliche Bereitschaft bei den Firmen und ihren Mitarbeitern voraus: Immerhin handelt es sich um kleinere selbstständige Unternehmen, die den anderen u.a. Teile ihrer Kalkulation offen legen mussten.


Die wissenschaftliche Begleitung durch das ISF München zielte u.a. darauf, die Bedingungen und Erfolgschancen eines solchen Vorhabens zu reflektieren und möglichst konkret zu fassen; dafür wurden u.a. Mitarbeiterbefragungen auf verschiedenen Ebenen der Unternehmen durchgeführt. Eine wichtige Fragestellung war hier: Was bedeuten schöne Worte wie "Vertrauen", "Motivation", "Begeisterungsfähigkeit", "gleiche Augenhöhe", die immer wieder als Bedingungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit genannt werden, im alltäglichen Arbeitsprozess? Wie kann man diese "weichen" Faktoren fördern? Wie können die Resultate anderen Firmen in ähnlicher Lage nutzbar gemacht werden? Zudem erarbeitete das Institut eine Expertise zu den juristischen Möglichkeiten des überbetrieblichen Personalaustauschs - insbesondere was die Normen des Arbeitnehmer-Überlassungsgesetzes angeht.

Das Handbuch des Projekts, "Über Firmengrenzen hinweg - Neue Formen der Zusammenarbeit im Mittelstand", enthält grafisch aufbereitet eine Fülle von Informationen und Ideen sowie Checklisten und Vertragsmuster.

Gefördert wurde das Projekt vom BMBF über die Projektträgerschaft Produktion und Fertigungstechnologien in Karlsruhe im Rahmenprogramm "Forschung für die Produktion von morgen".

Rück- und Nachfragen an: Frank Seiß, ISF München, 089-272921-78, frank.seiss@isf-muenchen.de

Frank Seiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.perflex.de
http://www.isf-muenchen.de/projekte/Perflex.html
http://www.isf-muenchen.de/pdf/perflexhandbuch.pdf

Weitere Berichte zu: Expertise

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie