Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Risiken im Unternehmen effizient managen: Neues Fraunhofer IPA Innovationszentrum

21.07.2000


Gezielte Hilfestellung beim Aufbau umfassender Risikomanagementsysteme in Unternehmen leistet seit Juni das neue »Innovationszentrum Risikomanagement« am Fraunhofer IPA. Spezialisten aus Qualitäts-,
Wissens-, Produkt- und Technologiemanagement arbeiten hier Hand in Hand.

Durch spektakuläre Firmenzusammenbrüche wie der der Metallgesellschaft, von Sachsenmilch, Balsam, Bremer Vulkan und anderen oder aufwendige Rückrufaktionen in der Automobilindustrie in den letzten Jahren - z. B. Ford wegen eines Defekts am Beifahrer-Airbag, Audi wegen des problematischen Fahrverhaltens beim Modell TT - ist die Bedeutung des Themas Risikomanagement in deutschen Unternehmen deutlich gestiegen. Dazu hat auch das am 1. Mai 1998 in Kraft getretene Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) beigetragen, das u. a. von der Unternehmensleitung die Anwendung eines Risikomanagementsystems verlangt.

Der systematische Umgang mit Risiken gehört zu den zentralen Aufgaben eines Unternehmens - insbesondere, wenn es nach Höchstleistungen im Wettbewerb (business excellence) strebt. Im Juni diesen Jahres haben daher Wissenschaftler des Bereichs Unternehmensmanagement am Fraunhofer-IPA das »Innovationszentrum Risikomanagement« gegründet. Es beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Risikokategorien, technischen Risiken, Projektrisiken und Methoden des Risikomanagements. Anforderungen aus dem KonTraG betrachten die Initiatoren des Zentrums insbesondere aus technischer Sicht. »Risikomanagement sehen wir als eine Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements« erklärt der Leiter des Innovationszentrums, Frank E. Wißler.

Aufbauend auf dem vorhandenen Know-how am Institut haben sich Spezialisten aus Qualitäts-, Wissens-, Produkt- und Technologiemanagement im Innovationszentrum zusammengeschlossen, um deutschen Unternehmen beim Aufbau umfassender Risikomanagementsysteme gezielt zu unterstützen. Die Aufgaben des Risikomanagements sind sehr weitreichend und umfassen Identifikation, Analyse, Bewertung, Handhabung und Monitoring von Risiken eines Unternehmens. Heutzutage übliche Methoden der Risikoanalyse sind beispielsweise die Fehlermöglichkeits- und -einflußanalyse (FMEA), die Fehlerbaumanalyse (FTA) und die Gefährdungsanalyse der kritischen Lenkungspunkte (Hazard Analysis and Critical Control Points, HACCP). Frank Wißler und seine Gruppe wenden diese Methoden jedoch nicht isoliert voneinander an, wie es sonst meist geschieht. »Aufgaben, Modelle und Methoden müssen erweitert, gekoppelt und in ein unternehmensspezifisch anzupassendes Gesamtkonzept eingebunden werden, wenn sie zu einem effizienten und umfassenden Risikomanagement führen sollen«, betont Wißler.

Zur Einführung in die Thematik findet am 9. und 10. Oktober am Fraunhofer IPA in Stuttgart ein jeweils ganztägiger branchenübergreifender Industrie-Workshop zum Thema »Risikomanagement - Stand der Technik und Defizite« statt. Die Teilnahmegebühr beträgt EUR 75. Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick zu Philosophie, Aufgaben und Methoden des Risikomanagements zu geben sowie die Ansätze weiterer Forschung und Zusammenarbeit mit den Industrievertretern zu diskutieren.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Frank E. Wißler, Telefon: 0711/970-1808, Telefax: 0711/970-1031, E-Mail: few@ipa.fhg.de
Dipl.-Ing. Holger C. Heiler, Telefon: 0711/970-1741, Telefax: 0711/970-1031, E-Mail: hch@ipa.fhg.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner |

Weitere Berichte zu: Innovationszentrum Risikomanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie