Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW: Refinanzierungsbedarf für 2002 steigt auf 45 - 50 Mrd EUR

10.07.2002


Verbriefungstransaktionen entwickeln sich dynamisch

"Die KfW hat ihre Position als internationaler Emittent von Bund-Surrogaten sowie als Anbieter von mittlerweile etablierten Verbriefungsplattformen im ersten Halbjahr 2002 weiter gefestigt", so der Sprecher des Vorstands der KfW, Hans W. Reich, anlässlich eines Pressegesprächs am Mittwoch in Frankfurt.

Entscheidender Höhepunkt des ersten Halbjahres war für die Refinanzierung der KfW die am 1. März erzielte Verständigung mit der Europäischen Kommission über den Fortbestand der Anstaltslast und der Bundesgarantie. Die Bestätigung der Haftungsinstitute war eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Fortführung des im Vorjahr aufgelegten Euro-Benchmark Programms der KfW sowie für die gelungene Einführung ihres angekündigten neuen US-Dollar Programms.

In den ersten sechs Monaten diesen Jahres haben die KfW und die KfW International Finance Inc. längerfristige Mittel in Höhe von 28,6 Mrd EUR aufgenommen, was ein neues Rekordvolumen darstellt. Unter den Emissionen waren eine 10-jährige und eine 5-jährige Euro-Benchmark Anleihe von je 5 Mrd EUR, die trotz eines relativ schwierigen Marktumfelds auf hohe Nachfrage gestoßen sind und vom Markt zunehmend als Alternative zu europäischen Staatsanleihen wahrgenommen wurden. Insgesamt hat die KfW für 2002 Anleihen aus ihrem Euro-Benchmark Programm in Höhe von mindestens 15 Mrd EUR angekündigt.

Darüber hinaus hatte sich die KfW als erster nicht in den USA ansässiger Emittent dazu verpflichtet, 2002 mindestens 2 Globalanleihen mit einem Mindestvolumen von je 3 Mrd USD zu Benchmark-Laufzeiten zu begeben. Diese Ankündigung hat die KfW bereits im ersten Halbjahr 2002 mit der Emission einer 3- und einer 5-jährigen USD-Anleihe erfolgreich umgesetzt. Mit dem neuen US-Dollar Programm hat die KfW ihr wichtigstes Ziel erreicht, nämlich ihre Investorenbasis weltweit zu verbreitern; die Nachfrage aus den USA übertraf mit jeweils über 50 % der Platzierung des Emissionsvolumens das für einen ausländischen Emittenten gewohnte Niveau. "Unsere Strategie, die erfolgreichen Grundprinzipien des Euro-Benchmark Programms - Qualität, Liquidität, Performance und Transparenz - auf unseren Kapitalmarkt-Auftritt im US-Dollar zu übertragen, ist damit voll aufgegangen", bewertete Reich diese Ergebnisse.

Ausblick: Refinanzierungsbedarf steigt für 2002 auf insgesamt 45 - 50 Mrd EUR

War die KfW zu Beginn des Jahres von einem Refinanzierungsvolumen von rund 40 Mrd EUR ausgegangen, so rechnet sie nun insbesondere aufgrund von geringeren außerplanmäßigen Tilgungen, einem höheren Volumen gekündigter Wertpapiere und der Marktbereinigung bei illiquiden Wertpapieren mit einem Bedarf von ca. 45 - 50 Mrd EUR.

Zur Deckung dieses hohen Volumens wird die KfW die noch ausstehenden 5 Mrd EUR aus dem Euro-Benchmark Programm in der zweiten Jahreshälfte - je nach Investorennachfrage und Marktgegebenheiten - entweder durch eine dritte Benchmark oder durch Aufstockung ausstehender Benchmarks emittieren. Darüber hinaus erwägt die KfW, ihr neues US-Dollar Programm aufzustocken. "In Anbetracht des großen Erfolges der ersten beiden Anleihen dieses Programms sehen wir weiteres Potenzial, weitere neue US-Investoren anzusprechen.

Daher beabsichtigen wir, im zweiten Halbjahr auch eine dritte US-Dollar-Anleihe in diesem Programm mit 3 Mrd USD aufzulegen" erläuterte Reich.

Nachfrage nach Verbriefungen wächst stetig

Als äußerst erfolgreich bezeichnete der Vorstandssprecher auch die beiden KfW-Verbriefungs-programme PROMISE und PROVIDE: "Die Resonanz des Marktes zeigt unverkennbar, dass sie sich mittlerweile fest auf dem Markt etabliert haben". Im ersten Halbjahr 2002 konnte die KfW eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Verbriefungen verzeichnen. So wurde allein in den ersten sechs Monaten diesen Jahres mit 4 weiteren Transaktionen in Höhe von insgesamt 7,6 Mrd EUR nahezu das gesamte Verbriefungsvolumen seit der Auflage der Programme bis Ende 2001 erreicht. Drei weitere Transaktionen werden voraussichtlich noch in diesem Monat abgeschlossen, so dass sich die Zusagen bis Ende Juli nochmals um 6,5 Mrd EUR erhöhen werden. "Damit werden wir das Ende vergangenen Jahres avisierte Verbriefungsvolumen in Höhe von 10 - 12 Mrd EUR für das gesamte Jahr 2002 mit über 14 Mrd EUR bereits im Juli überschreiten. Hier bestätigt sich eindrucksvoll, dass unser innovatives Instrument der Verbriefung von Kreditrisiken eine breite Resonanz im Markt findet", ergänzt Reich.

Für das kommende Halbjahr rechnet die KfW mit einem Verbriefungsvolumen von 5 bis 8 Mrd EUR, da zunehmend auch Portfolien kleinerer Institute verbrieft werden, deren Volumina per Einzeltransaktion im Verhältnis zu den Transaktionen des ersten Halbjahres geringer ausfallen dürften. Die KfW ist zudem zuversichtlich, bis Ende des Jahres eine marktgängige Lösung für die komplexen Anforderungen von Multi-Seller-Transaktionen anbieten und damit mehrere kleinere Banken gemeinsam verbriefen zu können.

Nathalie Drücke | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten