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Investoren stürzen sich auf Dritte-Welt-Länder

16.04.2008
China und Brasilien zählen in Bankerkreisen längst zum "alten Eisen"

Zwar hält das Wachstum in klassischen Emerging Markets weiterhin konstant an, diese gehören mittlerweile doch bereits zum sogenannten "alten Eisen" der Investmentwelt. Anlagemöglichkeiten in Ländern wie China, Brasilien oder Indien zählen in Banker-Kreisen zum Standard-Portfolio.

Titel aus Ländern der Dritten Welt erfreuen sich dagegen zunehmender Beliebtheit. Die Frontier Markets - neue Schwellenländer - versprechen überdurchschnittlich hohe Renditen und holen an Investitionen gegenüber ihren Vorläufern im Eiltempo auf. "Die Risikofaktoren, in Frontier Markets zu investieren, verhalten sich zur Zeit ähnlich wie zu Beginn des Investment-Booms in den klassischen Emerging Markets", erklärt Michael Schröder, Leiter des Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, im Gespräch mit pressetext.

Politische Krisen, Korruption und instabile Systeme müssen in die Risikokalkulationen der Investoren mit einbezogen werden. "Die Frontier Markets weisen ein anderes Risiko-/ Renditeprofil auf als die Emerging Markets und sind meiner Meinung nach aufgrund der hohen Liquiditätsrisiken als Märkte allgemein noch spannend. Weiß ein Anleger jedoch genau Bescheid, worin er zu investieren hat und werden die Titel gut ausgewählt, so kann er überaus hohe Gewinne erzielen", meint Schröder. Die Manager von JPMorgan Asset Management erklären weltweit 19 Länder zu Frontier Markets, darunter Krisenherde wie Kenia, der Libanon, Sri Lanka oder Kasachstan. Als besonders interessant gelten Märkte der EMEA-Region, wozu Osteuropa, der Nahe Osten und Afrika zu zählen sind.

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Trotz der hohen Risiken schwören Portfolio-Manager auf das ansehnliche Renditepotenzial der Nachwuchs-Schwellenländer. "Die Frontier Markets erfreuen sich innerhalb der Schwellenländerinvestments immer größeren Interesses. Das liegt nicht zuletzt darin begründet, dass diese Volkswirtschaften eine dynamischere Entwicklung als die klassischen Emerging Markets aufweisen", so Christian Preussner, Client Portfolio Manager bei JPMorgan Asset Management, in einem manager-magazin-Bericht.

Die globale Marktkapitalisierung der klassischen Schwellenländer Brasilien, Russland, China und Indien liege bereits bei über 14 Prozent. "Noch gibt es nicht so viele Möglichkeiten, um in Frontier Markets zu investieren bzw. kann nicht im klassischen Sinn direkt in den Gesamtmarkt investiert werden. Derzeit beschränkt sich der Handel auf einzelne, ausgewählte Titel", so Schröder gegenüber pressetext.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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