Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ZEW-Energiemarktbarometer: Deutsche Energiepolitik gewichtet Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu gering

04.03.2008
Die deutsche Energiepolitik hebt nach Meinung von Experten zu stark auf Umweltverträglichkeit ab, während andere wichtige Ziele wie eine kostengünstige Energieversorgung oder die Versorgungssicherheit einen deutlich geringeren Stellenwert haben, als ihnen eigentlich zukommen müsste.

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Rahmen des ZEW-Energiemarktbarometers, das halbjährlich 200 Energiemarktexperten zum Geschehen an den Energiemärkten befragt.

Vor die Entscheidung gestellt, ob Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit oder Versorgungssicherheit das oberste Ziel der deutschen Energiepolitik sein sollte, erklärt eine knappe Mehrheit von 39 Prozent der vom ZEW befragten Experten eine wirtschaftliche Energieversorgung zum wichtigsten Ziel. Eine umweltverträgliche Energieversorgung hat für rund 36 Prozent der Befragten oberste Priorität, während für 25 Prozent der Experten die Versorgungssicherheit das wichtigste Ziel der deutschen Energiepolitik sein müsste.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich indessen, wenn die Experten nach der tatsächlichen Gewichtung der drei genannten Ziele in der deutschen Energiepolitik gefragt werden. Hier ist eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung das Ziel der Umweltverträglichkeit mit höchster Priorität verfolgt. Nur etwa 25 Prozent haben den Eindruck, dass die kostengünstige Versorgung im Mittelpunkt steht. Bei der Versorgungssicherheit denken lediglich 14 Prozent, dass die Politik dieses Ziel am konsequentesten verfolgt.

Ebenfalls befragt hat das ZEW die Experten zu ihrer Einschätzung der Energiepolitik der Europäischen Union (EU). Es zeigt sich, dass fast die Hälfte von ihnen (49 Prozent) die Umweltverträglichkeit als das wichtigste Ziel der EU betrachtet, und 52 Prozent meinen auch, dass dieses Ziel tatsächlich am konsequentesten verfolgt wird. Dagegen finden nur 17 Prozent der Experten, dass eine wirtschaftliche Energieversorgung das wichtigste Ziel der europäischen Energiepolitik sein sollte, aber fast 35 Prozent sind der Ansicht, dass die EU dieses Ziel vorrangig verfolgt. Die Versorgungssicherheit sollte nach Ansicht rund eines Drittels der Experten (34 Prozent) auf EU-Ebene oberste Priorität haben. Ähnlich wie bei deutschen Energiepolitik denkt aber nur eine Minderheit, dass dieses Ziel auch tatsächlich mit hoher Priorität verfolgt wird (14 Prozent).

Ansprechpartner:
Dr. Ulf Moslener, Telefon 0621/1235-209, Fax -226, E-Mail moslener@zew.de
Das aktuelle ZEW-Energiemarktbarometer:
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-ocs/zn/schwerpunkte/energiemarkt/Energiemarkt0108.pdf

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie