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Der Arbeitsmarkt im Juli 2012: Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem aus jahreszeitlichen Gründen

31.07.2012
"Die Grundtendenz am deutschen Arbeitsmarkt ist im Juli weiter insgesamt positiv, es zeigen sich aber Anzeichen einer schwächeren Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit ist in der Sommerpause vor allem aus saisonalen Gründen gestiegen.", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.
- Arbeitslosenzahl im Juli: +67.000 auf 2.876.000
- Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -63.000
- Arbeitslosenquote im Juli: +0,2 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent
- Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit
Von Juni auf Juli ist die Arbeitslosigkeit um 67.000 auf 2.876.000 gestiegen. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Juli üblich und geht vor allem darauf zurück, dass sich viele Jugendliche nach dem Abschluss ihrer Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos melden. Darüber hinaus wird die Arbeitslosigkeit im Juli durch die quartalsbedingte Beendigung von Arbeitsverhältnissen beeinflusst.

Außerdem werden in der Sommerpause in vielen Branchen Einstellungen bis nach den Ferien aufgeschoben.

Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um
7.000 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 63.000 ab. Allerdings wird der Vorjahresabstand von Monat zu Monat kleiner. In den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland liegt die Arbeitslosigkeit über dem Niveau des Vorjahres.
Die Unterbeschäftigung belief sich im Juli auf 3.847.000 Personen,
224.000 weniger als vor einem Jahr. Zur Unterbeschäftigung (ohne
Kurzarbeit) zählen auch Personen, die z. B. an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als arbeitslos gelten. Sie vermittelt somit ein umfassenderes Bild vom Defizit an regulärer Beschäftigung als die Arbeitslosigkeit. Die Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Insbesondere bei der Förderung der Selbständigkeit gab es Abnahmen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Juni auf 2,19 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 5,2 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) hat gegenüber Juni - vor allem aus saisonalen Gründen - um 68.000 auf 885.000 zugenommen. Im Vergleich zum Juli 2011 ergibt sich ein Anstieg von 26.000. Damit liegt die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung wie schon im Juni über dem Vorjahresniveau. Insgesamt 821.000 Personen erhielten im Juli Arbeitslosengeld, 48.000 mehr als im Vormonat und 30.000 mehr als vor einem Jahr.

Entwicklung in der Grundsicherung

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II in der Grundsicherung (SGB II) lag im Juli bei 4.448.000. Gegenüber Juni ist die Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher um 20.000 gesunken, im Vergleich zum Juli 2011 waren es 175.000 weniger. 8,2 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter sind hilfebedürftig. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung blieb mit 1.991.000 gegenüber Juni praktisch unverändert (-700). Sie liegt um 89.000 niedriger als im Vorjahr. Dass ein Großteil der Arbeitslosengeld II-Bezieher nicht arbeitslos gemeldet ist, hängt damit zusammen, dass diese Personen erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben weiter zugenommen und liegen deutlich über dem Vorjahresniveau.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Juni gegenüber dem Vorjahr um 496.000 auf 41,70 Millionen gestiegen. Nach der Hochrechnung der BA lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Mai bei 28,95 Millionen und damit um 592.000 über dem Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst in allen Bundesländern und in den meisten Branchen - vor allem in den Wirtschaftlichen Dienstleistungen (ohne Zeitarbeit) und im Verarbeitenden Gewerbe.

Arbeitskräftenachfrage

Die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich auf hohem Niveau, lässt aber nach. Im Juli belief sich der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auf 500.000, 8.000 mehr als im Vorjahr.

Besonders gesucht sind zurzeit Fachleute in den Bereichen Metall, Mechatronik, Elektro, Maschinen-/Fahrzeugbau, Logistik, Handel und Gesundheit. Der Stellenindex der BA, der BA-X, ist von Juni auf Juli um zwei auf 162 Punkte gesunken, gegenüber dem Vorjahr liegt er um vier Punkte im Minus.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2011 bis Juli 2012 wurden der Ausbildungsvermittlung insgesamt 481.000 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 18.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich haben bislang insgesamt 518.000 Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Arbeitsagenturen und der Jobcenter bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet. Das waren 18.000 mehr als vor einem Jahr. Auch die Zahl der bis Juni abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt nach aktuellen Daten der Kammern über dem Vorjahresniveau. Insgesamt zeichnet sich damit einer Verbesserung der Chancen für Bewerber ab, wenngleich es nach Region, Berufswünschen und Qualifikationen Unterschiede gibt.

Den ausführlichen Monatsbericht finden Sie im Internet unter:
http://statistik.arbeitsagentur.de.
Informationen zum Hörfunkservice der Bundesagentur für Arbeit finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de.
Pressekontakt:
Bundesagentur für Arbeit
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D-90478 Nürnberg
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Tel.: 0911/179-2218
Fax: 0911/179-1487

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