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Zwischen Wachstum und Verantwortung: Corporate Social Responsibility (CSR) in Logistik-Netzwerken

18.01.2011
Click and Buy, 24-Stunden-Lieferung, Kiwis in jedem Supermarkt: Einkaufen wird immer einfacher, schneller, individueller.

Prognosen für Deutschland gehen davon aus, dass das Güterverkehrsaufkommen bis 2020 um durchschnittlich über 30 Prozent zunehmen wird. Eine Schlüsselrolle kommt in diesem Prozess den Logistik-Unternehmen zu, die sich zwischen wirtschaftlichem Wachstum, sozialer Verantwortung und ökologischer Verträglichkeit positionieren müssen.

In dem Forschungsprojekt „CoReLo – CSR-Management in Logistiknetzwerken“ analysieren Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam betriebliche Nachhaltigkeitskonzepte und ihre Umsetzung in Unternehmen der Logistikbranche.

„CoReLo“ wird vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen geleitet und ist Teil des EffizienzClusters LogstikRuhr. Am 18. Januar begann die erste empirische Untersuchungsphase des auf drei Jahre angelegten Projekts.

Im Güterverkehr können Ressourcen gespart werden, wenn Leerfahrten vermieden werden, LKW-Fahrten zugunsten von Bahn und Schiff eingespart und Routenplanung sowie Fahrverhalten optimiert werden. Es liegt auf der Hand, dass die ökologischste logistische Leistung aber diejenige ist, die erst gar nicht nachgefragt – und deshalb auch nicht ausgeführt wird. Das wirft die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung kleiner und mittelständischer Logistikunternehmen auf: Können sie die Nachfrageseite so beeinflussen, dass insgesamt weniger Transporte anfallen, sie aber dennoch nicht an ihrem eigenen Ast sägen? Lohnt es sich für sie, auf Nachhaltigkeit zu setzen, Netzwerke zu bilden und technische Innovationen zu fördern, um ihre Dienstleistungen umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten?

Das Verbundprojekt „CoReLo“ entwickelt in den kommenden drei Jahren Strategien der Unternehmensverantwortung, die über die bekannten Ansätze des nachhaltigen „Supply Chain Managements“ hinausgehen. Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit für Sozial- und Umweltstandards und die wachsende Bedeutung von Qualitätsmanagement, Ressourcenschonung und Energieeffizienz machen CSR-Konzepte notwendig, die speziell auf die Anforderungen kleiner und mittelständischer Logistikdienstleister und -netzwerke zugeschnitten sind. Die Arbeitshypothese von „CoReLo“ ist, dass sich wertegeleitete, ökologisch-nachhaltige und sozial-verantwortliche Logistiknetzwerke durch geringere Störanfälligkeit und höhere Mitarbeitermotivation auszeichnen sowie betriebliche Koordinationspotentiale freisetzen und die gesellschaftliche Reputation verbessern. Es soll nachgewiesen werden, dass nachhaltiges Wirtschaften insgesamt Wettbewerbsvorteile und neue Marktchancen bietet.

Am 14. Dezember 2010 fand am KWI in Zusammenarbeit mit Zentrum für Logistik & Verkehr der Universität Duisburg-Essen ein vorbereitender Workshop mit allen Projektbeteiligten statt. Den Nachbericht finden Sie hier:

http://csr-news.net/main/2010/12/21/sustainable-logistics-%E2%80%93-eine-interdisziplinare-herausforderung/

Leitung: Prof. Dr. Ludger Heidbrink vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, Center for Responsibility Research.

Das Verbundprojekt „CoReLo“ ist ein Projekt des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen (Lehrstuhl Dienstleistungsmanagement und Handel), Universität Witten-Herdecke (Zentrum für nachhaltige Unternehmensführung), dem Duisburger Hafen AG, der Große-Vehne Speditions GmbH, Horst Weyer und Partner GmbH, dem Verband Spedition und Logistik NRW sowie relamedia GmbH. Es ist Teil des EffizienzClusters LogstikRuhr und wird gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Pressekontakt:
Viola Noll, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Tel. 0201/7204-152, viola.noll@kwi-nrw.de.
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.

Viola Noll | idw
Weitere Informationen:
http://www.kulturwissenschaften.de

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