Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Synchrone Millimeterarbeit für Riesentransporte

03.04.2014

Mit einer robusten Steuerung von Siemens kommen riesige Transporte jetzt besser ans Ziel.

Die oft tausende Tonnen schweren Giganten - Brückenteile, Bohrinseln oder Transportraketen für Satelliten - lagern auf hinter- oder nebeneinander gekoppelten mehrachsigen Plattformen.


Beim Fahren müssen hunderte Räder synchron anfahren, bremsen oder die Richtung ändern - auf wenige Millimeter genau. Per Fernbedienung wird dazu die Hydraulik jeder einzelnen Achse angesteuert. Bei der neuen Baureihe K24 der Kamag Transporttechnik sind hierfür Industriesteuerungen von Siemens im Einsatz. Grund sind die hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Wartung und weltweite Verfügbarkeit.

Fast wie ein Ballett sieht es aus, wenn sich die Räder mehrerer Transportmodule gleichzeitig um 90 Grad drehen, um ihre Last senkrecht aus dem Standplatz herauszufahren. Oder wenn die Achsen nacheinander Unebenheiten per Hydraulik ausgleichen. Im Schritttempo kommt ein solcher Verbund voran, zu Fuß begleitet von Technikern, die mit ihrer Fernbedienung sämtliche Fahrzeugachsen unter Kontrolle haben.

Die einzelnen Transportmodule sind entweder starr oder nur über eine Datenleitung miteinander gekoppelt. Für solche Transporte werden Autobahnen gesperrt oder der Betrieb auf Werften angehalten, so dass die dafür vorgesehenen Zeitfenster unbedingt einzuhalten sind. Die Ansteuerung der einzelnen Achsen muss absolut zuverlässig funktionieren - auch bei rauem Wetter oder in Umgebungen mit elektromagnetischen Störungen.

Ähnlich sind die Anforderungen in der Automatisierungstechnik: Am Fertigungsband werden hunderte Antriebe synchron gesteuert und trotz der oft schwierigen Umgebungsbedingungen in Produktionshallen ist höchste Ausfallsicherheit gefordert. In den Transportplattformen kommt deshalb Simatic Automatisierungstechnik zum Einsatz, wie sie weltweit im industriellen Einsatz sind.

Zusätzlich sind die Komponenten als gehärtete Siplus-Baugruppen eingesetzt, damit auch bei extremer Kälte und Hitze zuverlässig transportiert werden kann. Feuchtigkeit - beispielsweise wenn das Fahrzeug aus der warmen Halle in die Kälte kommt und Kondensation entsteht - kann ihnen nichts anhaben. 

Vernetzt sind die Steuergeräte der einzelnen Plattformen über den Kom­munikationsstandard Profinet. Die Ansteuerung der Hydraulikventile erfolgt über ein CANopen-Schnittstel­lenmodul in der dezentralen Peripherie. Sämtliche Komponenten - Steuergeräte, Kabel und der Industrie-PC, auf dem die SPS-Software läuft - sind für höhere elektromagnetische Störungen ausgelegt, die von benachbarten Anlagen oder von Funk oder Radarverkehr her rühren können.

Zur Zuverlässigkeit trägt auch bei, dass alle Komponenten aus dem aufeinander abgestimmten Siemens-Automatisierungsspektrum Totally Integrated Automation stammen und zueinander passend konfiguriert sind. 

Der Einsatz einer Standard-Indus­triesteuerung hat zudem den Vorteil, dass das System über das Internet ferngewartet werden kann und dass Komponenten und Service weltweit verfügbar sind. Beides ist wichtig, da auch die Transportplattformen weltweit im Einsatz sind und oft projektgebunden an neue Standorte verlegt werden. (2014.04.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften