Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kevlar-Polster dämpft Hubschrauber-Absturz

11.12.2009
NASA führt Heli-Crashtest mit Spezial-Dummy durch

NASA-Forscher arbeiten an einer Art Kevlar-Polster, der bei Hubschrauber-Abstürzen insbesondere auch die Insassen schützt. Denn das System absorbiert die Energie, die beim Aufschlag frei wird. Um die Effektivität des Systems zu prüfen haben die Ingenieure nun einen Heli-Crashtest aus über zehn Metern Höhe durchgeführt. Dabei kam unter anderem ein Dummy mit simulierten inneren Organen zum Einsatz.


Heli-Crashtest mit Kevlarwaben-Polster
(Foto: NASA/Sean Smith)

"Ich hoffe, dass unsere Forschung ihren Weg in Flugzellen finden wird und damit potenziell Leben retten kann", sagt die Luftfahrtingenieurin Karen Jackson, die den Crashtest am NASA Langley Research Center überwacht hat. Denn allein in den USA kommen jedes Jahr mehr als 200 Personen bei Helikopterunfällen zu Schaden.

Polster bei Bedarf

Das Energieabsorber-System wurde ursprünglich zum Abfedern des Aufpralls von Raumkapseln entwickelt, nun aber auf Hubschrauber übertragen. Für den Crashtest kam ein MD-500-Hubschrauber der U.S. Army zum Einsatz, an dessen Unterseite der Spezialpolster zum Schutz von Fluggerät und Passagieren montiert war. Grundsätzlich ist die Kevlar-Wabenstruktur dabei so gestaltet, dass sie nur bei Bedarf die volle Größe erreicht. Davor könnte sie relativ flach am Helikopterchassis anliegen.

"Wir haben den Crashtest durchgeführt, indem wir den Hubschrauber mit Kabeln auf 10,7 Meter Höhe gebracht haben", sagt Jackson. Um einen realistischen Aufprall zu erreichen, wurden die Kabel in der Abwärtsbewegung abgesprengt. So ist der Hubschrauber in einem Winkel von etwa 33 Grad mit einer Gesamtgeschwindigkeit von 53,1 km/h aufgeschlagen. Das entspricht laut NASA bereits einem relativ gravierenden Hubschrauberabsturz - nicht zuletzt, da Helikopter oft sehr bodennah fliegen.

Testpassagier

Als einer von vier Testinsassen kam eine Entwicklung des Applied Physics Laboratory an der John Hopkins University zum Einsatz, dessen Torso über simulierte innere Organe verfügt. "Dieser Torsomodell-Testdummy wird uns helfen, innere Verletzungen von Insassen bei einem Helikopterabsturz zu bewerten", betont Jackson. Vor eben solchen Schäden soll das System die Passagiere künftig bewahren.

Jedenfalls ist der Hubschrauber laut NASA weitgehend unversehrt geblieben, wenngleich sich die Landekufen beim Crashtest nach außen gebogen haben. Ob das System wirklich den gewünschten Schutzeffekt geboten hat, muss nun erst eine genauere Analyse der Testdaten zeigen. Daher will man den Hubschrauber nächstes Jahr auch erneut zum simulierten Absturz bringen, diesmal ohne das schützende Polster. Davon erhoffen sich die Forscher wertvolle Vergleichsdaten.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.larc.nasa.gov
http://www.jhuapl.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Fahrerlos ans Ziel
25.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Booth and panel discussion – The Lindau Nobel Laureate Meetings at the AAAS 2017 Annual Meeting

13.02.2017 | Event News

Complex Loading versus Hidden Reserves

10.02.2017 | Event News

International Conference on Crystal Growth in Freiburg

09.02.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung