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Ende der Parkplatzsuche: Magnetfeldsensoren können Autos erkennen

31.03.2010
Wenn Autofahrer vor großen Einkaufszentren eine freie Parklücke suchen, müssen sie häufig minutenlang im Kreis fahren. Wie es schneller geht, zeigen Forscher der Universität des Saarlandes.

Sie haben Magnetfeldsensoren entwickelt, die einfach zu montieren sind und über Bildschirme anzeigen, welche Parklücken noch frei sind. Das Überwachungssystem wird bereits in Flughäfen eingesetzt und könnte auch in Städten den Verkehr besser leiten, so dass vor Ampeln weniger Staus entstehen. Die Wissenschaftler stellen mögliche Anwendungen vom 19. bis 23. April auf dem saarländischen Forschungsstand der Hannover Messe (Halle 2, Stand C 44) vor.

Jedes Auto verändert minimal das Erdmagnetfeld in seiner Umgebung. Dafür sind die Metallteile und die Elektronik im Fahrzeug verantwortlich. Die Magnetfeld-Sensoren können diese geringfügigen Veränderungen messen. "Die Sensoren reagieren sehr empfindlich und können daher Fahrzeuge auch aus größerer Entfernung erkennen. Im Unterschied zu Überwachungskameras, die etwa durch Nebel oder Regen gestört werden, lassen sich die Sensoren unabhängig von der Witterung nutzen", erläutert Uwe Hartmann, Professor für Experimentalphysik der Universität des Saarlandes. Ein Sensor und die dazugehörige Elektronik sind außerdem vergleichsweise kostengünstig und verbrauchen wenig Strom, so dass man sie auch in großflächigen Überwachungssystemen einsetzen kann.

In Parkhäusern oder auf großen Flächen vor Einkaufszentren erkennen Magnetfeldsensoren genau, welche Parkplätze noch frei sind. Das wird den Kunden dann auf großen Bildschirmen angezeigt werden, die sich nebenbei auch für Werbung nutzen lassen. "Auch die Verkehrsströme können mit den Sensoren überwacht und über Ampelsysteme gelenkt werden, da sie auf einfache Weise die Geschwindigkeit von Autos erfassen", sagt Hartmann. Eine weitere Anwendung sieht der Forscher in der Schifffahrt, wo die Magnetfeldsensoren in großen Schleusenanlagen erkennen, ob ein Schiff das Schleusentor passiert hat.

Den Praxistest haben die Sensoren bereits in Pilotprojekten auf den Flughäfen in Frankfurt, Saarbrücken-Ensheim und Thessaloniki bestanden. "Jedes Jahr kommt es weltweit auf Flughäfen zu mehreren hundert echten oder Beinaheunfällen, weil Flugzeuge am Boden mit anderen Flugzeugen oder Bodenfahrzeugen kollidieren", warnt Hartmann. Die Magnetfeldsensoren sollen daher verhindern, dass sich die Flugzeuge auf dem Weg zur Rollbahn zu nahe kommen. "Vor allem die Flächen zwischen den Gebäuden, die ein Bodenradar schlecht oder gar nicht erreicht, können mit Magnetfeld-Sensoren ausgestattet werden", erläutert der Saarbrücker Physiker.

In einem Forschungsprojekt mit der Firma Fraport am Frankfurter Flughafen wurden verschiedene Anwendungen der Magnetfeldsensoren im Bereich der Flughafensicherheit untersucht. In diesem Bereich stehen verschiedene Entwicklungen bereits vor der Markteinführung.

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Uwe Hartmann
Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie
Universität des Saarlandes
Tel. 0681 / 302 3799
Tel. 0511 / 89 497101 (Telefon am Messestand)
E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.ismael-project.net
http://www.uni-saarland.de/fak7/hartmann/

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