Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Autos im Alltagstest: Zu teure Anschaffung, zu wenig Ladesäulen

16.11.2012
RUBIN: Flottentest ergibt Ansätze zum Nachbessern

Elektroautos sind – betrieben mit Strom aus erneuerbaren Energien – eine umweltfreundliche Sache und ein wichtiger Schritt zur Energiewende. Bislang haben sie den Durchbruch hierzulande allerdings noch nicht geschafft. Woran hapert es? Die Alltagstauglichkeit der E-Autos testeten Forscher unter Federführung von RUB-Elektrotechnikern im Feldversuch.

Sie untersuchten unter anderem, welche Wünsche und Erwartungen Autofahrer an ein E-Auto haben und wie sie die Nutzung empfinden. Ergebnis: In vielen Dingen übertrafen die E-Autos sogar die Erwartungen. Größte Hemmschuhe: Zu teure Anschaffung und zu wenige Lademöglichkeiten.

Über ihre Ergebnisse berichtet RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität, in seiner aktuellen Ausgabe.

RUBIN mit Bildern im Internet
Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter: http://www.rub.de/rubin

70 Testfahrer waren im E-Auto unterwegs

Das Ruhrgebiet war eine von insgesamt acht Modellregionen in Deutschland, in denen die Alltagstauglichkeit der Elektroautos getestet wurde. Die Forscher der RUB schafften sechs Elektrofahrzeuge an und statteten sie gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Delphi mit aufwändiger Messtechnik aus. Per Aufruf rekrutierten die Wissenschaftler im nächsten Schritt 70 Testfahrer: Ärzte, Hausfrauen, Anwälte, Altenpfleger, Unternehmer, Rentner und viele andere Berufsgruppen waren vertreten, die Altersspanne reichte von 21 bis 73 Jahre.

Erwartungen wurden übertroffen

Die Testfahrer wurden vor und nach ihrer einwöchigen Probephase mit dem E-Auto eingehend befragt: Wie einfach ist der Umgang mit dem E-Auto? Macht das Fahren Spaß? Wie sicher fühlt man sich? Wie sieht es mit den Aufladungen aus? Sechs Monate und 50.000 gefahrene Kilometer später haben die Forscher nun ihre Ergebnisse ausgewertet. „Man kann ganz klar sagen, dass die Erwartungen an die Fahrzeuge in den meisten Fragen übererfüllt worden sind“, fasst Constantinos Sourkounis zusammen. Je über 80 Prozent der Fahrer fanden den Umgang mit dem Fahrzeug leicht zu lernen und das Auto einfach zu nutzen.

Vorher hatten das nur rund 50 bzw. 40 Prozent angenommen. Manche Vorbehalte der Fahrer gegenüber Elektroautos entlarvten die Wissenschaftler anhand ihrer Studie als unbedeutend. So wird häufig die Reichweite pro Batteriefüllung von rund 100 Kilometern als zu kurz angesehen. „Dabei waren 80 Prozent der gefahrenen Strecken kürzer als fünf Kilometer. Zwischen zwei Aufladungen haben unsere Testfahrer im Durchschnitt nur 44 Kilometer zurückgelegt.“, erklärt Philipp Spichartz vom Projektteam.

Steuerliche Vergünstigungen oder günstige Versicherungen erwünscht

„Das größte Problem sind aber die fehlenden Lademöglichkeiten“, sagt Constantinos. Nach ihren Wünschen an ein Elektrofahrzeug gefragt, äußerten 54 Prozent der Testfahrer den Wunsch nach mehr Lademöglichkeiten. Um sie ist es nicht gut bestellt – in Bochum gibt es geschätzt ganze zwölf Säulen. Ein weiteres gewichtiges Gegenargument zur Anschaffung eines Elektroautos ist der Preis. 28 Prozent der Testfahrer ist er zu hoch. Ein Elektroauto ist heute – vor allem wegen der Batterie – etwa so teuer wie zwei gleich große herkömmliche Autos. Über die Hälfte der Testnutzer wünschen sich daher steuerliche Vergünstigungen oder günstige Versicherungen.

Themen in RUBIN

In RUBIN finden Sie darüber hinaus folgende Themen: Fumarsäureester gegen MS; Mit Speck fängt man Mäuse, mit Honeypots Angreifer im Internet; Religionskontakt um die Ecke; Jahrhunderte alte Gespräche belauschen; Stammzellen füllen Knochenlücken; Auf dass sich die Balken biegen: große Betonteile im Labor testen; An der kurzen Leine: Werthaltungen in der Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen; E-Autos im Alltagstest; Moderne Spurenleser: Was wogen Dinosaurier?; Schwimmende Überlebenskünstler: Wie sich der Wasserfloh verteidigt; Im Gewand des Feindes: Autonome Nationalisten. RUBIN ist erhältlich in der Stabsstelle Strategische PR und Markenbildung der RUB, Tel. 0234/32-26952, und online unter http://www.rub.de/rubin.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Constantinos Sourkounis, Lehrstuhl für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik , Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25776, E-Mail: Sourkounis@enesys.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin.
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-herbst-2012/beitraege/beitrag8.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht aCar - Der elektrische „Alleskönner“
21.08.2017 | Technische Universität München

nachricht Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb
21.08.2017 | Technische Universität Hamburg-Harburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen