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Gütertransport wächst schneller als die Wirtschaft

16.05.2002


Auch in Zukunft wird der Güterverkehr in Westeuropa stärker wachsen als die Wirtschaft insgesamt.


So rechnen die Basler Verkehrsexperten des Marktforschungsinstituts Prognos mit einer Zunahme der gesamtmodalen Güterverkehrsleistung von 2000 bis 2015 um 42 Prozent. Im Jahr 2015 wird sich die Transportleistung auf der Strasse gegenüber 1991 in etwa verdoppelt haben. Die Schiene werde ihren Marktanteil von heute 13,5 Prozent auf knapp 14,5 Prozent im Jahr 2015 ausbauen können, heißt es in der Studie zur Güterverkehrsentwicklung in Europa.

Trotz eines in den EU-Beitrittsländern stärkeren Wirtschaftswachstums als im Westen steigt die Güterverkehrsleistung etwas langsamer als in Westeuropa. Die Marktforscher rechnen mit einer Zunahme der gesamtmodalen Güterverkehrsleistung in den fünf Ländern von 2000 bis 2015 um 39 Prozent. Wie bereits in den 90er Jahren wird sich auch in Zukunft der Modalsplit in den mittel- und osteuropäischen Ländern weiter den westeuropäischen Verhältnissen annähern. Der Anteil der Strasse wird von gut 58 Prozent in 2000 auf über 66 Prozent in 2010 ansteigen, im gleichen Zeitraum geht der Marktanteil der Schiene um knapp 9 Prozentpunkte auf 32 Prozent zurück. Gründe hierfür sehen die Basler Experten in dem weiteren Bedeutungsrückgang der Schwerindustrie in Osteuropa mit ihrem bahntypischen Transportbedarf, dem weiterhin zunehmenden Wettbewerb und der weitgehenden Privatisierung im Straßengüterverkehr, die dazu führen, dass die Eisenbahnen in Osteuropa mit leistungsfähigen Straßengüterverkehrsunternehmen konkurrieren. Diese Prognose steht im Kontrast zu dem Ziel der EU Verkehrspolitik aus dem Weissbuch der Kommission, den Marktanteil der Schiene nicht unter 35 Prozent absinken zu lassen.


Mittel- und langfristig kann auch im Luftfrachtverkehr in Folge der anziehenden Weltkonjunktur wieder mit einem kräftigen Wachstum bis zum Jahr 2015 gerechnet werden. Für Westeuropa werden jahresdurchschnittliche Wachstumsraten von über drei Prozent, in Mitteleuropa von vier Prozent erwartet.

Serge Voigt | News

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