Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zugdrachenantrieb wird die Treibstoffkosten in der Schifffahrt drastisch senken

25.01.2006


Bremer Reederei Beluga Shipping GmbH kauft erstes SkySails-System für Frachtschiffe


Im kommenden Jahr wird das erste Frachtschiff mit dem revolutionären und umweltfreundlichen Wind-Antriebssystem SkySails über die Weltmeere kreuzen. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am 25. Januar 2006 zwischen der Bremer Reederei Beluga Shipping und dem Hamburger Hersteller SkySails unterzeichnet. Damit ist Beluga Shipping die weltweit erste Reederei, die ein Schiff mit dem Zugdrachen-Antriebssystem ausrüstet. Mit der neuen Technologie können Schiffe die Hälfte der Treibstoffkosten einsparen und gleichzeitig außergewöhnlich große Mengen klimaschädlicher Emissionen vermeiden.

"Die SkySails-Technologie wird genau zum richtigen Zeitpunkt marktreif", bestätigt Kapitän und geschäftsführender Gesellschafter der Beluga Group, Bremen, Niels Stolberg (45) den Kauf. "Steigende und dauerhaft hohe Ölpreise sind ein Thema, mit dem sich jeder Reeder heute befassen muss, um in Zukunft nicht ins Hintertreffen zu geraten. Hinzu kommen deutlich verschärfte Emissionsvorschriften, durch die in Zukunft erhebliche Kosten entstehen werden. Windenergie ist auf hoher See unschlagbar und steht als kostengünstige Antriebsquelle in großen Mengen zur Verfügung. Wir erwarten durch den Einsatz des innovativen SkySails als Pionier deutliche Wettbewerbsvorteile. Wir sind davon überzeugt, dass das SkySails-System die Frachtschifffahrt revolutionieren wird."


Nach einer nur fünfjährigen Entwicklungszeit ist der erste Verkauf der bislang größte Erfolg für SkySails. "Im vergangenen Jahr konnten wir entgegen starker Vorbehalte beweisen, dass die SkySails-Technologie funktioniert. Der Abschluss des ersten Kaufvertrages noch in der Entwicklungsphase zeigt das starke Interesse der Reeder. Die Nutzung von Windenergie ist zwangsläufig billiger als das Verbrennen von teurem und immer knapperem Öl. Unsere Kunden können also durch die Nutzung der SkySails-Technologie Kosten und Emissionen gleichzeitig senken. Auf diese Weise werden ökonomische und ökologische Vorteile beispielhaft miteinander verknüpft", so SkySails Geschäftsführer Stephan Wrage (33).

Das SkySails-Zugdrachensystem "SKS 160" wird nach Ablieferung des 140m langen Schiffneubaus an Bord des Mehrzweck-Schwergutfrachters MS "Beluga SkySails" installiert. Im Jahr 2007 sollen die ersten weltweiten Demonstrationsfahrten mit dem neuen Antriebssystem stattfinden. Mit dem MS "Beluga SkySails" soll der Nachweis der Leistungsfähigkeit und damit der Wirtschaftlichkeit des Systems erbracht werden. Ab 2008 werden die ersten SkySails-Systeme für Frachtschiffe regulär lieferbar sein.

Das SkySails-System besteht aus einem großen, gleitschirmähnlichen Zugdrachen, der von einer vollautomatischen Steuergondel navigiert und über ein Zugseil mit dem Schiff verbunden ist. Über ein automatisiertes "Routing-System" sollen, analog zu den historischen Routen der großen Frachtensegler, die Schiffe mindestens in derselben Zeit, jedoch erheblich günstiger und umweltfreundlicher ans Ziel kommen.

Emissionen vermeiden

Nach einer aktuellen Studie der Universität Delaware (USA) verbraucht die internationale Frachtschifffahrt mit ca. 289 Millionen Tonnen Treibstoff mehr als doppelt so viel Öl wie die Bundesrepublik Deutschland (ca. 125 Mio. Tonnen). Emissionen von Frachtschiffen gehören zu den globalen Hauptverursachern klimaschädlicher Gase, da sie mit billigem, extrem schwefelhaltigem Schweröl fahren. Experten von Lloyd´s Register Quality Assurance (London) schätzen, dass der Schiffsverkehr mit insgesamt 10 Millionen Tonnen pro Jahr für mehr als sieben Prozent des weltweiten Ausstoßes von Schwefeldioxid verantwortlich ist. Die Vereinten Nationen haben inzwischen reagiert: Nach den neuesten Vorschriften der "International Maritime Organization" (IMO, MARPOL 73/78, Annex VI) sowie Vorschriften der EU müssen Reeder den Schadstoffausstoß ihrer Schiffe in Zukunft deutlich reduzieren. Durch den konsequenten weltweiten Einsatz der SkySails-Technologie wäre es möglich, jährlich über 146 Millionen Tonnen CO2 einzusparen, dies entspricht ca. 15% des CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik Deutschland.

Finanzierung

Die Entwicklung von ressourceneffizienten Technologien ist einer der Wachstumsmärkte der Zukunft. Im ersten Quartal 2006 startet SkySails zusammen mit dem exklusiven Finanzierungspartner, der Oltmann Gruppe aus Leer, die dritte und bis zur Marktreife zunächst letzte Finanzierungsrunde. Die Oltmann Gruppe, ein renommierter Schiffsfinanzierer, hat die Entwicklung ressourceneffizienter Technologien zu ihrem Thema gemacht. Unter ihrer Leitung sollen insgesamt 8,05 Mio. Euro von strategischen, institutionellen und privaten Investoren für das SkySails-Projekt eingeworben werden. Mit den Mitteln wird bis zum Ende des Jahres 2008 die abschließende Produktentwicklung des SkySails-Systems für Frachtschiffe finanziert. Parallel werden das Vertriebs- und Servicenetz aufgebaut sowie Produktionskapazitäten und -logistik geschaffen.

Anne Staack | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.skysails.de
http://www.Beluga-Group.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Effizient und intelligent: So können Drohnen die Zustellung von Gütern planen
12.07.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

nachricht Hyperloop: Hightech aus dem Nordwesten
10.07.2017 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops