Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Airbags mit IQ

24.01.2001


Gasgenerator für Airbags mit

tablettenförmigem Treibstoff. © Fraunhofer ICT


Das neu konzipierte Gehäuse für den

Gasgenerator eines Airbags. © Fraunhofer

ICT


... mehr zu:
»Airbag »Gasgenerator »ICT
Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Fußairbag - die Prallsäcke vermehren sich rasant. Dank Mikroelektronik werden sie auch immer intelligenter. Neuartige Gasgeneratoren sorgen dafür, dass sich »Smart
Airbag Systeme« je nach Unfallgeschehen entfalten.

Vom Kleinstwagen bis zur Luxuslimousine - bis 2002 werden Airbags für Fahrer und Beifahrer in jedem Neuwagen zur Serienausstattung gehören. Seitenairbags werden gegen 2005 in jedem neuen Auto noch umfassender schützen. Doch die Airbags vermehren sich nicht nur rasant, sie werden auch immer cleverer: Sensorik und Mikroelektronik sorgen dafür, dass sich die Luftsäcke dem Unfallgeschehen entsprechend aufblasen. Fahrzeughersteller und Zulieferer erarbeiteten in einem EU-Projekt gemeinsam mit dem Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT ein solches intelligentes »Smart Airbag System«.

Eine der Hauptkomponenten von Airbags ist der Gasgenerator. Für das intelligente System konzipierten die Fraunhofer-Wissenschaftler eine neue Variante. Sie besteht aus einem Gehäuse, einer Zündeinheit und einem Festtreibstoff in Form von Tabletten. »Bei einem Crash können aus diesen Tabletten innerhalb von 40 Millisekunden bis zu 100 Liter Gas erzeugt werden«, erklärt Dr. Norbert Eisenreich vom ICT. »Hinter jeder Entladung steckt mehr Kraft als hinter dem Faustschlag eines Boxprofis. Damit ein Fahrer, der zu nah am Lenkrad sitzt, den Airbag nicht mit voller Wucht abbekommt und sich verletzt, ermitteln Sensoren die exakte Sitzposition und das Gas strömt zeitverzögert ein.« Die technische Konzeption des Gasgeneratorgehäuses macht diesen Zeitverzug möglich. »Wir untersuchten die Eigenschaften sehr detailliert, um genau bestimmen zu können, wie sich der Treibstoff beim Abbrennen verhält.« Dank einer speziellen chemischen Zusammensetzung brachten die Forscher viele Anforderungen unter einen Hut: Leistungsfähigkeit, geringe Kosten und Umweltfreundlichkeit. Zudem entsteht das Gas im Vergleich zu heutigen Airbags bei relativ niedrigen Verbrennungstemperaturen. Gleichzeitig ist der Gasgenerator sicher und stabil gegen äußere Einflüsse.

Das maßgeschneiderte Gasgenerator-Gehäuse lieferten die Forscher gleich mit. Denn der neue Gasgenerator reagiert bei einem niedrigeren Druck - verglichen mit dem Stand der Technik. Dadurch sind einfachere Gehäusekonstruktionen mit geringen mechanischen Anforderungen an die Festigkeit möglich. So lassen sich die Produktionskosten für die Airbags mit IQ deutlich reduzieren.

Ansprechpartner:
Dr. Norbert Eisenreich
Telefon: 07 21/46 40-1 38 
ei@ict.fhg.de

Dr. Karl-Friedrich Ziegahn
Telefon: 07 21/46 40-3 88 
kfz@ict.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Airbag Gasgenerator ICT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Lasersystem zur Rettung bei schweren Unfällen
29.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Autonomer Stadtbus: Sicher und zuverlässig unterwegs im Nahverkehr
28.11.2016 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie