Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufstieg der Logistik zu einem zentralen Faktor der Massenkonsumgesellschaft

07.11.2011
Die Liberalisierung von Post- und Telekommunikationsdiensten, der Wegfall der Zollkontrollen in Europa, die Globalisierung der Konsumgüterproduktion sowie der Internethandel haben in den vergangenen 20 Jahren eine logistische Revolution ausgelöst.

Zu diesem Ergebnis kommt das neue Buch „Die logistische Revolution - Der Aufstieg der Logistik in der Massenkonsumgesellschaft“ des Kasseler Wirtschaftsforschers Prof. Dr. Richard Vahrenkamp.

„Die Globalisierung lenkt große Ströme von Containern beladen mit Konsumgütern von Asien in alle Teile der Welt“, erklärt Vahrenkamp. Der Internethandel habe eine wahre Flut von Paketen ausgelöst, die von Paketdienstleistern ins Haus getragen würden: „Dieses alles sind Geschäftsfelder der Logistik.“

Der Aufstieg der Logistik zu einem zentralen Faktor der Massenkonsumgesellschaft ist das Thema des Buches. Stand zunächst die Eisenbahn als Verkehrsträger im Vordergrund, so verlagerte sich der Warenstrom zunehmend auf den LKW. Ein wesentlicher Auslöser war hier die zunehmende Bedeutung des Stückgutverkehrs. Der LKW war besser zum eiligen Transport kleiner hochwertiger Sendungen geeignet als die Güterwaggons der Bahn. „Letztlich war der Kampf der Eisenbahn gegen die LKW-Transporte aussichtslos, auch wenn die Eisenbahn Jahrzehnte lang den Bundestag und das Verkehrsministerium als Verbündete gewinnen konnte“, erklärt Vahrenkamp. Endpunkt der Entwicklung sei das Jahr 1998 gewesen: „Seinerzeit hat die Bahn den auf die Gesellschaft Bahntrans ausgelagerten Stückgutverkehr vollkommen aufgegeben.“

Fundamentale Veränderungen in der Organisation der Warenströme lassen sich nach Vahrenkamps Analysen vor allem nach dem Wegfall der Zollkontrollen für LKW-Transporte innerhalb der Europäischen Union feststellen. Unterstützt durch diese politische Entscheidung bildeten sich neue Logistiknetzwerke mit Lagerhäusern und Umschlagseinrichtungen, die nahe an Bevölkerungsschwerpunkten angesiedelt und mit LKW-Transporten auf dem Autobahnnetz verknüpft wurden. Das Geschäftsfeld der Eurologistik entstand, da nun Standorte von Lagerhäusern unabhängig von politischen Grenzen gewählt werden konnten, um die Konsumenten im Umkreis von 300 km zu versorgen. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die ehemalige Bergarbeiterstadt Lille in Nordfrankreich, von der aus die Ballungsräume London (via Kanaltunnel), Paris, Brüssel und das Ruhrgebiet versorgen werden können. Nach Vahrenkamps Studie hat eine Vielzahl von Faktoren zu den beschriebenen Veränderungen beigetragen. Die Liberalisierung der Postdienste, der Telekommunikationsdienste und des Flugverkehrs in Europa gaben ebenso Impulse wie die Globalisierung der Konsumgüterproduktion und der zunehmende Internethandel.

Richard Vahrenkamp: Die logistische Revolution - Der Aufstieg der Logistik in der Massenkonsumgesellschaft. Campus Verlag, Frankfurt 2011, 390 Seiten, 75 Abbildungen, 38 Tabellen.

Info
Prof. Dr. Richard Vahrenkamp
Universität Kassel
Fachgebiet Produktionswirtschaft und Logistik
Tel.: 0177/6283325
E-Mail: quanz@wirtschaft.uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen
26.06.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive