Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wertvollen Manuka-Honig sicher bestimmen

04.03.2015

Lebensmittelchemiker der TUD entwickeln ein Verfahren, mit dem sich der medizinisch wirksame Honig von anderen Sorten unterscheiden lässt.

Lebensmittelchemiker der TU Dresden haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der teure Manuka-Honig sicher von anderen, weniger wertvollen Honigsorten unterscheiden lässt. Dabei setzen sie auf eine Kombination von Markersubstanzen und Statistik.


Der Vergleich der Chromatogramme von Manuka- und Kanuka-Honig zeigt deutliche Unterschiede beim Gehalt bestimmter Markersubstanzen. Grafik: Karl Speer

Manuka-Honig hat aufgrund seines Gehalts an Methylglyoxal (MGO) und anderen Inhaltsstoffen eine einzigartig hohe antibakterielle Wirksamkeit und wird für zahlreiche medizinische Anwendungen, zum Beispiel zur Unterstützung der Wundheilung, eingesetzt. Die sichere Bestimmung seiner Echtheit ist daher für den Verbraucherschutz von großer Wichtigkeit.

Der Honig, der aus dem Nektar der Blüten des Manukastrauchs (Leptospermum scoparium) gewonnen wird, ist für Neuseeland ein bedeutendes Exportprodukt. Jedes Jahr werden rund 1.700 Tonnen produziert, geschätzte 10.000 Tonnen Honig werden allerdings weltweit unter dem Namen Manuka-Honig verkauft. Damit ist nur etwa jedes sechste Glas tatsächlich echt.

Der Verbraucher selbst hat keine Möglichkeit, das zu erkennen. Und auch Wissenschaftler stießen mit den bisher gängigen Methoden an ihre Grenzen. Besonders die Unterscheidung vom ebenfalls in Neuseeland produzierten Kanuka-Honig ist problematisch, da die allgemein zur Sortencharakterisierung anerkannte mikroskopische Pollenanalyse aufgrund der nahezu identischen Manuka- und Kanuka-Pollen keine Differenzierung zulässt.

Auch die Analyse des MGO, das nur in Manuka-Honig enthalten ist, bringt keine zuverlässigen Ergebnisse, da das MGO auch anderen Honigen einfach künstlich zugesetzt werden kann.

Die Forscher der Professur für Spezielle Lebensmittelchemie und Lebensmittelproduktion der TU Dresden um Prof. Karl Speer haben nun mit Unterstützung der neuseeländischen Regierung ein neuartiges Verfahren zur Abgrenzung des Manuka-Honigs von anderen Sorten entwickelt.

Sie untersuchten einerseits die flüchtigen, das Aroma prägenden, Substanzen und andererseits die nichtflüchtigen, Farbe und Geschmack beeinflussenden, Verbindungen verschiedener Honigsorten auf sogenannte Markersubstanzen, also Substanzen, die ausschließlich oder in besonders großen Mengen vorkommen.

Da allein das Vorhandensein der Marker nicht aussagekräftig genug ist, um auf die Reinheit eines Sortenhonigs schließen zu können, entwickelten sie zudem ein spezifisches multivariates Statistikmodell. Dies ermöglicht sogar die Abschätzung des jeweiligen Sortenanteils in Manuka-Kanuka-Mischhonigen.

Die Forschungsergebnisse sind im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht worden. Eine Zusammenfassung (engl.) ist im Internet verfügbar: http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf501818f

Informationen für Journalisten
Prof. Karl Speer
Tel.: 0351 463 - 3 3132
E-Mail: karl.speer@chemie.tu-dresden.de

Weitere Informationen:

http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf501818f

Kim-Astrid Magister | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten