Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reaktoren verwandeln Holz in Strom und Diesel

24.08.2009
Polygeneration ermöglicht vielfältige Nutzung von Biomasse

Forscher vom Institut für Verfahrenstechnik an der TU Wien entwickeln gegenwärtig eine hybride Reaktoranlage zur Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoff aus Biomasse.

Der Clou dabei ist, dass eine sogenannte Polygenerationsanlage - ein Zwitter aus Kraftwerk und Chemiefabrik - Strom und Kraftstoff gleichzeitig erzeugt.

"Holz wird in brennbares Gas umgewandelt. So kann einerseits ein Gasmotor zur Stromerzeugung angetrieben werden, andererseits nutzen wir das Gas im Rahmen des Fischer-Tropsch-Syntheseverfahrens zur Erzeugung von flüssigen Kohlenwasserstoffen", sagt Reinhard Rauch, Senior Researcher am Institut für Verfahrenstechnik der TU Wien, auf Anfrage von pressetext. Auf der ICPS 2009-Konferenz http://icps09.org in Wien soll vom ersten bis vierten September ein fruchtbringender Gedankenaustausch mit Forschern aus aller Welt stattfinden.

Durch Kombination von klassischer Kraft-Wärmekopplung mit hohem Wirkungsgrad mit chemischen Reaktoren in einer einzigen Anlage ließen sich Gesamtwirkungsgrade von 80 Prozent erzielen, heißt es seitens der Experten. Es werde schon ein Wirkungsgrad von etwa 30 Prozent bei der Stromerzeugung erzielt, dazu kämen weitere 50 Prozent Wirkungsgrad durch die gleichzeitige Wärmenutzung. Darüber hinaus könne die Ausbeute an nutzbaren Endprodukten wie Strom, Wärme, Synthesegas und Treibstoffen an die jeweiligen Markterfordernisse ohne großen Aufwand angepasst werden.

Im Burgenland stehen bereits Pilotanlagen. In Güssing etwa wird bereits seit 2002 Strom und Wärme erzeugt, jetzt kommt noch die Produktion von Treibstoffen hinzu. Dafür hat das Team um Hermann Hofbauer das bereits im Jahr 1925 entwickelte Fischer-Tropsch-Syntheseverfahren wieder aufgegriffen, statt Kohle wird jedoch ausschließlich Biomasse vergast. Ende 2008 gelang es den Verfahrenstechnikern sogar, in Güssing aus Biomasse hochreines Methangas herzustellen, das fossiles Erdgas direkt ersetzen könnte.

Ab 2011 soll eine vollwertige Demonstrationsanlage die Funktionalität der Polygenerationstechnik unter Beweis stellen. "Wir glauben, dass es um 2015 möglich sein sollte, eine erste kommerzielle Anlage in Betrieb zu nehmen. Die Wirtschaftlichkeit von Kleinanlagen ist mit dieser Technik jedoch kaum erreichbar, sodass Kraftwerke mindestens eine Kapazität von 50 Megawatt Brennstoff-Wärmeleistung aufweisen sollten", so der Experte weiter.

Polygeneration ist ein weltweit boomender Forschungszweig, in Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Japan liegt der Fokus jedoch verstärkt auf der Herstellung von Ethanol oder der Verwertung von Abfallstoffen. Hart- und Weichholz regionaler Herkunft ist als Ausgangsstoff gleichermaßen geeignet. Der Einsatz von Biomasse statt Kohle lässt auch den Einstieg in einen regenerativen Kreislauf zu, was die CO2-Bilanz in der Energieerzeugung weiter entlastet. Die Nutzung von Biomasse darf jedoch nicht zur unkontrollierten Rodung wertvoller Waldbestände führen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090819002/).

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vt.tuwien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie