Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gärtrommel zur Erzeugung von Biogas

30.06.2014

An einem neuartigen Verfahren zur Biogaserzeugung aus Abfällen arbeiten Forscher der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Bei der Entwicklung einer Gärtrommel kooperieren sie mit der Kompostierungsanlage Brunnenhof und dem Ingenieurbüro Dr. Geipert (beide aus Biebesheim) zusammen. Das Land Hessen fördert das Vorhaben mit 268.000 Euro. Projektleiter an der THM sind die Gießener Professoren Dr. Ulf Theilen und Dr. Harald Weigand vom Kompetenzzentrum für Energie- und Umweltsystemtechnik.


Eine gute Durchmischung der Biomasse ist Voraussetzung für einen hohen Biogasertrag. Mit einem Labormodell optimieren die studentischen Mitarbeiter Gerrit Priester und Helmut Röhner.

Bei der Vergärung von Biomasse entsteht mit Hilfe von Bakterien Biogas, das als Energieträger verwendet werden kann. Biomasse aus Abfällen gilt als wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung, da sie nicht als Konkurrenzprodukt zu Nahrungs- und Futtermitteln erzeugt werden muss.

Zur Vergärung werden heute Fermenter in Garagen- oder Siloform, die mit strukturreichem stapelbarem Substrat befüllt werden, und verschiedene Reaktoren mit Rührwerken eingesetzt, die strukturarmes Material benötigen. Garagenfermenter haben einen relativ geringen Ertrag, da die Biomasse nicht durchmischt wird.

Fermenter mit Rührwerken sind technisch aufwändig und haben einen hohen Verschleiß. Vergärungsanlagen, die sowohl strukturreichen Ernteabfall und Mist als auch Schlämme, Flüssigkeiten und pastöse Speisereste verarbeiten können, gibt es auf dem Markt nicht. 

Die neu zu entwickelnde Gärtrommel mit einer Länge von bis zu 30 und einem Durchmesser von bis zu 6 Metern soll für alle Bioabfälle und organische Reststoffe geeignet sein. Sie besteht aus einem Hohlzylinder, der an zwei gegenüberliegenden Stirnseiten abgeschlossen ist. Der Fermenter ist drehbar gelagert.

„Die Drehbewegung des großvolumigen Reaktorbehälters in Verbindung mit Mischwerkzeugen an der Trommelwand führt zu einer optimalen Materialdurchmischung und damit zu einem hohen Gasertrag.

Die Trommelform und der Verzicht auf ein innenliegendes Rührwerk erlauben eine energieeffiziente Durchmischung bei sehr geringem Materialverschleiß“, erläutert Theilen. Die entwässerten Gärrückstände sollen zu Kompost weiterverarbeitet werden. Basis des neuen Trommelfermenters ist eine Rottetrommel, die sich in Biebesheim seit 15 Jahren für die Kompostierung bewährt hat. 

Die Partner sehen für ihre Neuentwicklung ein großes Marktpotential. Laut einer Studie des Wiesbadener Umweltministeriums fallen in Hessen aktuell eine halbe Million Tonnen Bioabfälle an. Davon werden nur 15 Prozent in Vergärungsanlagen genutzt. 

Das Forschungsvorhaben hat ein Gesamtvolumen von 377.000 Euro. Es wird im Rahmen der Förderlinie 3 der hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (Loewe) unterstützt. Damit bezuschusst die Landesregierung Projekte, bei denen Hochschulen mit kleinen und mittleren hessischen Unternehmen zusammenarbeiten.

Weitere Informationen:

http://www.thm.de/site/kompetenzzentren/zeuus.html

Erhard Jakobs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit