Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

»CREMS« – Clean Reliability Equipment Monitoring System

25.08.2009
Im Rahmen des Sonder-Vorlauf-Forschungsprojekts »CREMS« (Clean Reliability Equipment Monitoring Systems) hat das Fraunhofer IPA einen Messkopf ent - wickelt, mit dem erstmals der Partikelabrieb direkt an und in den Produkten überwacht werden kann.

Die Erzeugung von Partikeln durch Abrieb und Verschleiß stellt die wichtigste und kritischste Quelle von produktschädigenden Kontaminationen in Rein raumfertigungen dar.

Der Einsatz von Reinlufttechnik kann dabei lediglich den Partikel - eintrag über die Umgebung reduzieren. Partikelentstehung in der unmittelbaren Produktumgebung durch die eingesetzten Fertigungseinrichtungen ist damit nicht beherrschbar. Um den notwendigen Produktschutz zu sichern und gleichzeitig erhöhten Abrieb und beginnenden Verschleiß sofort zu erfassen, ist eine geeignete und lückenlos einsetzbare Messtechnik notwendig.

Der Einsatz von etablierten Luftpartikelzählern für eine vollständige Überwachung von Raum und Anlagen ist nicht möglich, da die verfügbare Messtechnik in Höhe von 5 000 bis 40 000 Euro zu teuer und zu groß ist, um sie in Maschinen oder Anlagen - komponenten zu integrieren.

Damit die Qualität der gefertigten Produkte oder verwendeten Halbzeuge in einem reinen Fertigungsbereich trotzdem sichergestellt werden kann, hat sich das Fraunhofer IPA zur Aufgabe gemacht, kostengünstige und anlagenintegrierbare Partikelmesstechniken für Luft, Gase und Flüssigkeiten zu entwickeln.

Erst damit kann eine lückenlose Reinheitsüberwachung in Echtzeit für den gesamten reinheitsrelevanten Produktionsbereich (Reinraum, Anlagen und deren Kompo - nenten) garantiert werden. Das System muss auf der einen Seite empfindlich genug sein, um z. B. beginnenden Verschleiß durch die Detektion von Mikround Submikrometerpartikeln zu erkennen, auf der anderen Seite sollte es für den umfassenden industriellen Einsatz robust und kostengünstig sein.

Ein Messkopf, der diesen Ansprüchen gerecht zu werden verspricht, ist am Fraunhofer IPA im Rahmen des Sonder-Vorlauf-Forschungsprojekts CREMS (Clean Reliability Equipment Monitoring Systems) entwickelt worden. Durch seine kompakten Dimensionen, einer Länge von 2 cm und einem Durchmesser von 1,5 cm ermöglicht der Messkopf völlig neue Anwendungen für die Partikel - messtechnik im reinen Fertigungsumfeld. Da der Sensor, der am Messort platziert wird, rein passiv arbeitet, d.h. keine elektrisch oder mecha - nisch aktiven Komponenten enthält, kann das System sogar direkt in explosions - gefährdeten Bereichen eingesetzt werden.

Durch die Auslegung, Leistungsfähigkeit und Kompaktheit der Sensorik ist das System sowohl für den Betreiber von Reinraumfertigungen interessant als auch für die Hersteller von Produktionseinrichtungen für reine Anwendungen wie Roboter. Sie können nun erstmals den Partikelabrieb direkt an und in ihren Produkten überwachen.

Im Rahmen der weiteren Arbeiten wird das Messsystem so optimiert, dass es sich für eine Großserienfertigung eignet. Dabei sollen Bauteile, die sich kostengünstig etwa in Spritzguss oder als Drehteile produzieren lassen, verwendet werden. Außerdem bietet das Fraunhofer IPA seinen Kunden an, das System anwendungs - spezifisch zu modifizieren, um für den jeweiligen Einsatzfall die optimale Kon - figuration bereitstellen zu können.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Phys. Markus Rochowicz
Telefon + 49 711 970-1175 I E-Mail markus.rochowicz@ipa.fraunhofer.de

Markus Rochowicz | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten