Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nothilfe kommt aus der Luft und steuert sich selbst

10.07.2007
Wenn ein Hurrikan eine Küstenregion verwüstet oder ein Erdbeben eine Stadt in Trümmer legt, brauchen die Helfer in wenigen Stunden aus dem Nichts heraus Systeme für die Kommunikation und zur Versorgung der Opfer.

Das Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen (ISD) der Universität Stuttgart entwickelt ein Szenario für die Katastrophensoforthilfe, das es erlaubt, Katastropheneinsätze zu optimieren und in kürzester Zeit zerstörte Infrastrukturen durch intelligente Ad-Hoc-Systeme zu ersetzen.

Ob Stürme, Flutkatastrophen oder Dürren: Allen Katastrophen gemeinsam sind der spontane Zusammenbruch der Kommunikationseinrichtungen und die schleppende Lieferung von Hilfsgütern aufgrund zerstörter Verkehrswege. Aber auch Strom- und Wasserversorgung kommen vielfach zum Erliegen. Vor diesem Hintergrund um-fasst das Projekt "Nothilfe" des ISD mehrere Teilschritte, wobei die Stuttgarter Wissenschaftler nicht nur die einzelnen Technologiekomponenten, sondern insbesondere auch deren Zusammenspiel im Katastrophenfall im Auge haben.

Hierzu gehört die Errichtung einer Not-Telekommunikation, die es der Bevölkerung schnell ermöglicht, wieder zu telefonieren. Zum Einsatz kommt dabei die 1999 mit dem Körber-Preis für Europäische Wissenschaft ausgezeichnete Stuttgarter Höhenplattform "Air-Chain", die nun für die Katastrophenhilfe weiterentwickelt wird. Das aus aerostatischen Gliederketten bestehende, autonom fliegende System ist in wenigen Stunden über dem Einsatzort flugbereit. Als schwebender "Mobilfunksender" übernimmt es alle Grundfunktionen für die Tele-kommunikation und die Übertragung von Nachrichten.

Fallschirme und selbsthärtende Zelte

Damit Hilfsgüter trotz zerstörter Straßen und Flughäfen an den Katastrophenort gelangen, entwickelten die Wissenschaftler gemeinsam mit der Stuttgarter TAO Technologies das System "ALF" (autonom landende Fallschirme). Die leichten Gleiter werden aus der Luft abgeworfen und finden selbstständig mit großer Präzision einen vorher definierten Zielpunkt. Derzeit wird ihre Flugstrategie optimiert, so dass Windprofile und Scherwinde (böige Fallwinde) berücksichtigt werden können. Im Gepäck haben die Fallschirme selbsthärtende Zelte, sich auf dem Boden selbsttätig pneumatisch aufrichten. Ihre Tragestruktur besteht aus lichtempfindlichen Harzen, die bei UV-Licht hart werden.

Ansprechpartner: Prof. Bernd Kröplin, Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen
Tel. 0711/685-63612, e-mail: bkroeplin@isd.uni-stuttgart.de.
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/685-82297. -82176, -82122, -82155, Fax 0711/685-82188, Email: presse@uni-stuttgart.de, http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/

Text und Bilder unter http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/mediendienst/1/

Damit die Hilfe überhaupt in Gang kommen kann, ist es unumgänglich, die Energieversorgung für den Betrieb der Kommunikationsanlagen, aber auch für Beleuchtung, Kühlung, Heizung oder Sicherheitsdienste lokal sicherzustellen. Hierzu entwickeln die Stuttgarter Wissenschaftler Energieversorgungssysteme, die ebenfalls aus der Luft bereitgestellt werden. Zum Einsatz kommen faltbare Solarpanels sowie robuste Windanlagen, die derzeit im Windkanal des Instituts für Aerodynamik und Gasdynamik der Uni Stuttgart getestet werden. Dabei handelt es sich um kompakte, robuste Widerstands- oder Auftriebsläufer mit integrierten Generatoren. Diese Geräte können ohne Fachwissen leicht vor Ort in Betrieb genommen werden. Entwickelt wird auch eine solare Wasserentkeimungsanlage, die es ermöglicht, die Bevölkerung dezentral mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/
http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/mediendienst/1/

Weitere Berichte zu: Fallschirm ISD Luft- und Raumfahrt Nothilfe Raumfahrtkonstruktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics