Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Getriebeschaden - defekte Lager - kaputte Zahnräder - Übeltäter äußerste Randschicht?

11.06.2007
Das BMBF fördert mit 200000 Euro ein zweijähriges Projekt am NMI Reutlingen, bei dem abnutzungsresistente Oberflächen entwickelt werden.

Maschinenelemente wie Getriebe, Zahnräder und Lager sind extremen Bedingungen ausgesetzt - Hitze, Kälte, Reibung, Verschmutzung, Korrosion, ungenügende oder schlechte Schmierung setzen ihnen zu. Die Folge: Die Oberflächen werden rau, die Maschinen laufen nicht mehr rund. Im Laufe der Zeit können sich die Schäden immer mehr ausbreiten und die Maschinen fallen im schlimmsten Fall ganz aus. Gerade in Produktionsbetrieben entsteht dadurch großer wirtschaftlicher Schaden.

Eine Gruppe des NMI in Reutlingen fühlt in einem BMBF-geförderten Projekt den Defekten auf den Zahn. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, Abnutzungsschäden künftig zu vermindern oder sogar ganz zu vermeiden.

Untersucht werden die äußersten Nanometer der Oberflächen betroffener Maschinenteile. Nano stammt aus dem Griechischen und bedeutet der Zwerg - und es sind wirklich zwergenhafte Dimensionen, die die Forscher bearbeiten. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter!

Bisher konnten diese Randschichten der Oberflächen nur in anspruchsvollen und aufwändigen Herstellungsprozessen verändert werden, die jedoch für "normale" Maschinenteile zu teuer waren.

Dr. Peter Beckmann leitet das Projekt am NMI in Reutlingen und wird in den kommenden zwei Jahren ein besseres und einfacheres Verfahren entwickeln, um die Randschichten von Maschinenteilen zu optimieren. Die obersten Nanometer der Oberflächen werden dazu modifiziert und funktionalisiert. Zielgenau soll das Werkstoffverhalten wie zum Beispiel die Benetzung verändert oder der Einsatz von sogenannten "low-level" Schmierstoffen ermöglicht werden.

Auch die Prüfung der neuen Oberflächen wird am NMI durchgeführt. In so genannten Prüfstandsversuchen werden die neu entwickelten Oberflächen unter realistischen Bedingungen in Langzeitversuchen auf Herz und Nieren getestet.

Die neuen Verfahren und Prozesse sollen danach eine breite Anwendung finden.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die "neuen Oberflächen" sorgen für eine längere Haltbarkeit und einen geringeren Verschleiß der Bauteile. Schadensfälle werden reduziert und die Standzeiten der Maschinen verlängern sich, was sich positiv auf die Kosten auswirkt.

Dr. Nadja Gugeler | idw
Weitere Informationen:
http://www.nmi.de

Weitere Berichte zu: Getriebeschaden Nanometer Randschicht Zahnräder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik