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Saubere Sache - Trockene Reinigung im 360°-Winkel

20.03.2007
Schwer zugängliche Bauteile und Anlagenbereiche zu reinigen kann für Produktionen mit erhöhten Reinheitserfordernissen zum Problem werden. Eine Lösung stellen Forscher des Fraunhofer IPA mit einer Weiterentwicklung des CO2-Schneestrahlverfahrens vor.

CO2-Schneestrahlverfahren waren bisher nur zur Reinigung ebener Ober flächen einsetzbar. Mit Hilfe der neu entwickelten CO2-Schwenkdüse ist es nun möglich, schwierige Areale wie beispielsweise Innenräume von Bauteilen effizient zu reinigen. Die Schwenkdüse ist in einer um die Längsachse drehbaren Reini gungslanze integriert, die den Wirkungsraum des CO2-Schneestrahls auf 360 Grad erweitert. Neben der vollflächigen Reinigung von Innenflächen können aufgrund der definiert positionierbaren Düse kritische Zonen im Inneren von Zylindern, Rohren und Reaktoren wie z. B. Schweißnähte, Flanschstoß- oder Dichtstellen gezielt einer intensiven Behandlung unterzogen werden. Hierbei versprödet der -78 °C kalte CO2-Schneestrahl die Verunreinigungen und trägt diese durch den Impulsübertrag der hochbeschleunigten Eiskristalle mechanisch ab.


CO2-Schneestrahlreinigung der Schnittstellen von mikrofluidischen Reaktoren mittels patentierter Überschalldüse. © Fraunhofer IPA

Die Eiskristalle selbst gehen nach dem Auftreffen in gasförmigen Zustand über. Hierdurch bleibt die zu reinigende Fläche trocken und sauber zurück und kann sofort ohne weitere Maßnahmen wie z. B. einer Trocknung weiterverarbeitet oder wieder verwendet werden. Die abgelösten Verunreini gungen werden mit dem bei der Reinigung entstehenden Gas strom aus dem Bauteil ausgetragen und anschließend abgesaugt. Da die abgetragenen Ver unreinigungen keine Beimengungen von Fremdstoffen besitzen, sind diese einfach zu entsorgen.

Aufgrund des geringen apparativen Aufwands kann die CO2-Reinigungslanze problemlos in bestehende Fertigungen und Anlagen integriert werden. Mit der vorhandenen Reinigungslanze ist derzeit die Reinigung rohr- bzw. zylinderförmiger Bauteile mit einem Innendurchmesser von ca. 40 mm möglich. Eine Anpassung auf kleinere Rohrdurchmesser und komplexere Innen geo metrien kann auf Anfrage genauso realisiert werden.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. (FH) Ralf Grimme
Telefon: +49(0)711/970-1180, E-Mail: ralf.grimme@ipa.fraunhofer.de
Dipl.-Ing. (FH) Christof Zorn
Telefon: +49(0)711/970-1506, E-Mail: christof.zorn@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

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