Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Membranen im Einsatz für mehr Wasser

08.12.2006
EU-Projekt ProMembrane: Netzwerke gegen Wasserknappheit

Nicht nur im Sommer beschäftigen sich die Wissenschaftler des ttz Bremerhaven mit der Wasserknappheit in südlichen Regionen. Das Thema ist längst zum Dauerbrenner für die Medien und die Wissenschaft geworden. Auch im Umweltinstitut des ttz Bremerhaven spielt das Element Wasser in zahlreichen Projekten eine tragende Rolle.

Zentral sind die Wasserersparnis und Wiederaufbereitung. So auch im EU-Projekt ProMembrane. Hier geht es um die gezielte Know-how Weitergabe der Wasseraufbereitung mittels Membrantechnologie. Zielländer sind außereuropäische Länder mit Wasserknappheit im Mittelmeerraum.

Bremerhaven, Dezember 2006. Allein in Spanien droht bereits heute ein Drittel der Landesfläche zur Wüste zu werden. Die geringen Wasserressourcen in südlichen Regionen müssen nicht nur sparsam genutzt, sondern auch gebrauchtes Wasser effizient gereinigt werden. Wegweisend hierfür ist die Forschung im Bereich der Membrantechnologie, die zum Beispiel in einem Membranbioreaktor zum Einsatz kommt. Herzstück eines solchen Reaktors können zahlreiche Hohlfasermembranen sein.

Diese filtern Abwässer auf kleinem Raum so, dass diese frei von Bakterien und Krankheitserregern sind. Am Ende steht keimfreies Nutzwasser zu Verfügung, welches zum Beispiel zur Toilettenspülung, für Reinigungsaufgaben oder zur Bewässerung von Grünanlagen verwendet werden kann.

Wissenstransfer

Das vom ttz Bremerhaven in verschiedenen EU-Projekten gesammelte Know-how soll nun mit dem Wissen weiterer Forschungspartner zusammengebracht und außerhalb Europas weitergegeben werden. Im ersten Schritt wollen die Projektpartner den derzeitigen Forschungsstand ermitteln und bewerten. Außerdem werden sie Hinweise zum Forschungsbedarf und Möglichkeiten der Kooperation erarbeiten. Im zweiten Schritt sollen Erfahrungen mit verschiedenen Membrantechnologien und Expertenwissen weitergegeben werden. "Wir wollen in Regionen des Nahen Ostens und Nordafrika Netzwerke bilden, in denen Kompetenzen gebunden werden und ein langfristiger Austausch stattfinden kann. Die Probleme der Wasserknappheit sind so gravierend, dass alle an einer Problemlösung Interessierten zusammen arbeiten müssen", erklärt Projektleiterin Marisol Oropeza vom ttz Bremerhaven. Genau das passiert seit Herbst dieses Jahres im Projekt ProMembrane. Unter der Koordination vom ttz Bremerhaven haben sich Partner aus Italien, Spanien, Tunesien, Ägypten, Syrien und dem Westjordanland zusammengeschlossen. Das Projekt läuft über zwei Jahre und wird von der EU zu hundert Prozent mit rund 250.000 Euro finanziert.

Junge Wissenschaftler gefragt

Das Konsortium will neben der Verbreitung wertvoller Informationen aus der Forschung natürlich die Weiterentwicklung der Membrantechnologie unterstützen. Als Anreiz hierfür wird in der zweiten Projektphase zweimal der "ProMembrane Young Scientist Award" verliehen. Junge Forscher aus Nordafrika und dem Nahen Osten erhalten für herausragende Forschungsarbeiten zur Membrantechnologie eine besondere Anerkennung. Die Verleihung findet im Rahmen von regionalen Fachmessen in Syrien und Ägypten statt. Diese Messen sowie eine internationale Konferenz in Tunesien werden von den Projektpartnern organisiert und sind zentrales Instrument für den im Projekt zu leistenden Wissenstransfer. Auf der Konferenz in Tunesien zum Projektabschluss haben die Preisträger und andere Experten Gelegenheit ihre Forschungsarbeiten vorzustellen.

Erfahrungen und bisherige Projekte in der Membrantechnologie

Neben dem reinen Wissenstransfer beschäftigen sich die Wissenschaftler des ttz Bremerhaven in anderen EU-Projekten mit der Weiterentwicklung der Membrantechnologie. Erst Ende September konnte das Projekt IWAPIL erfolgreich abgeschlossen werden. Dort entwickelten die Umweltingenieure des ttz Bremerhaven mit weiteren Projektpartnern eine Kleinkläranlage (ein Membranbioreaktor im Containerformat) zur Abwasserreinigung in entlegenen Gebieten (z. B. Campingplätze). Im derzeit laufenden Projekt PURATREAT werden verschiedene Membrantechnologien unter unterschiedlichen Bedingungen getestet und miteinander verglichen. Ziele dabei sind nicht nur, das Verfahren der Abwasserreinigung zu optimieren, sondern auch die Produktions- und Betriebskosten zu senken.

Die Erfahrungen der Projektbeteiligten am ttz Bremerhaven nach jahrelanger Arbeit an neuen, nachhaltigen Umwelttechnologien zur Abwasserreinigung zeigen, dass es in diesem Bereich enormes Entwicklungspotential gibt. "ProMembrane ist sicher nicht das letzte Projekt zur Wasseraufbereitung am ttz Bremerhaven. Es ergeben sich immer wieder neue Fragestellungen, da die Anforderungen je nach Region unterschiedlich sind," erläutert Dr. Gehard Schories, technischer Leiter des Umweltinstitutes am ttz Bremerhaven. Wesentlicher Faktor für den Erfolg der Membrantechnologie ist außerdem der Preis. Über die Weiterentwicklung des Verfahrens und Bekanntmachung der Technologie soll diese erschwinglich werden.

"Die Klimaerwärmung wird schon kurzfristig die Nachfrage nach innovativer Verfahrenstechnik ansteigen lassen. Für die mittelständische Industrie in Bremerhaven wird sich die Umwelttechnologie zu einem wichtigen Geschäftsfeld entwickeln." erklärt Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven.

Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik sowie Energie, Landschafts- und Wassermanagement.

Kontakt:
Anke Janssen,
ttz Bremerhaven, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 0471 / 4832-121/-124,
E-Mail: ajanssen@ttz-bremerhaven.de

Anke Janssen | idw
Weitere Informationen:
http://www.promembrane.info
http://www.ttz-bremerhaven.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung
18.08.2017 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen
17.08.2017 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik