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Weltweit größte Forschungsanlage für Innenhochdruck-Umformung in Chemnitz

09.11.2000


Feierliche Übergabe der neuen

IHU-Anlage


Innenhochdruck-Umformanlage mit 50000 kN

Schließkraft


Im Rahmen der 7. Sächsischen Fachtagung Umformtechnik wurde durch die Fa. Schuler Hydroforming eine neue Anlage zum Innenhochdruck-Umformen an das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in
Chemnitz übergeben. Die neue Maschine im Wert von etwa 7,5 Mio. DM ist mit einer Zuhaltekraft von 50 000 kN weltweit die einzige Serienanlage dieser Dimension, die für interdisziplinäre Forschungszwecke zur Verfügung steht.

Am Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU wurde kürzlich eine neue Forschungsanlage für das Umformen mittels flüssiger Wirkmedien eingeweiht. Die feierliche Übergabe erfolgte im Rahmen der 7. Sächsischen Fachtagung Umformtechnik SFU 2000 am 24. Oktober 2000. Im Beisein der mehr als 300 Tagungsteilnehmer nahm Wolfgang Feil, Geschäftsführer der Schuler SMG GmbH & Co. KG gemeinsam mit Prof. Reimund Neugebauer, Institutsleiter des Fraunhofer IWU, und Dr. Folker Weißgerber, Markenvorstand der Volkswagen AG, die Anlage in Betrieb.

Die neue Maschine im Wert von etwa 7,5 Mio. DM ist mit einer Zuhaltekraft von 50 000 kN weltweit die einzige Serienanlage dieser Dimension, die für interdisziplinäre Forschungszwecke zur Verfügung steht. Mit Tischabmessungen von mehr als 4,4 m Breite und 2 m Tiefe ist die Umformung von Realteilen des Automobilbaus möglich. Neben Rohren können auch Bleche als Halbzeug umgeformt werden. Kein Wunder, dass Unternehmen, die gemeinsam mit dem Chemnitzer Fraunhofer-Institut neue Bauteile entwickeln wollen, bereits Schlange stehen.

Das Fraunhofer IWU arbeitet gemeinsam mit Unternehmen der nationalen und internationalen Automobil- und Zulieferindustrie sowie der Stahl- und Aluminiumindustrie schon seit mehr als fünf Jahren auf dem Gebiet der Innenhochdruck-Umformung. Das Tätigkeitsspektrum reicht von Machbarkeitsanalysen über Prototyping und Try-out bis hin zur Kleinserienfertigung. Auch Aspekte der Maschinentechnik und Prozessüberwachung spielen eine wichtige Rolle. Handlungsbedarf besteht neben der integrierten Produkt- und Prozessentwicklung vor allem hinsichtlich der Verkürzung der Taktzeiten und somit der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Die neue Anlage bietet optimale Bedingungen sowohl für vorwettbewerbliche Gemeinschafts- als auch Auftragsforschung für Automobil- und Zulieferindustrie sowie Werkzeugbau. Bei stark zunehmendem Interesse seitens der europäischen und nordamerikanischen Automobilindustrie hat das Innenhochdruck-Umformen in der täglichen Praxis Fuß gefasst. Mit der neuen Anlage wurde ein weiterer Standortvorteil für die Region Sachsen geschaffen, da nun auch kleinere Unternehmen und »Neueinsteiger« die Möglichkeit haben, neue Produkte zu entwickeln, ohne bereits in der ersten Projektphase hohe Investitionsrisiken durch den Kauf teurer Ausrüstungen einzugehen.

Daniela Lopez | idw

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