Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flüssiges Salz macht neue Kühltechnik schmackhaft

20.12.2005


Flüssige Salze, in der Fachsprache Ionische Flüssigkeiten genannt, sollen vor allem in der Gebäudeklimatisierung ökologische und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ein Projekt des Instituts für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (ITTK) mit rund 265.000 Euro.


Ionische Flüssigkeiten unterscheiden sich nicht wesentlich vom Kochsalz. Flüssige Salze leiten und speichern allerdings besonders gut Wärme. Wegen ihrer ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Projekte mit Ionischen Flüssigkeiten.


Verfahren soll Umwelt und Geldbeutel schonen - Uni Karlsruhe rüstet Anlagen um - DBU gibt 265.000 Euro

... mehr zu:
»Flüssig »Flüssigkeit »ITTK »Kühltechnik »Salz

Das Neue daran ist das Neue darin: Um einen Kühlschrank kalt zu halten, kann nicht nur Strom, sondern auch Wärme zur Kälteerzeugung genutzt werden. Dieses Verfahren ist seit über 100 Jahren bekannt und wird gerne in Campingkühlschränken verwendet. Doch der breite Durchbruch dieser Technik blieb bisher aus. Jetzt will das Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (ITTK) der Universität Karlsruhe versuchen, mit flüssigen Salzen, in der Fachsprache ionische Flüssigkeiten genannt, eine technisch wirksamere, ungefährlichere, betriebssicherere und kostengünstigere Alternative zu schaffen. Bislang enthielten die Kältemaschinen umweltbelastende Arbeitsstoffe, die zudem auch mit anderen Nachteilen behaftet sind, so dass eine technisch optimale Lösung noch nicht gefunden wurde. Nun sollen flüssige Salze für Kälte sorgen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das innovative Projekt mit rund 265.000 Euro.

Ionische Flüssigkeiten: wirtschaftlich und ökologisch wertvoll


Flüssige Salze unterscheiden sich nicht wesentlich vom normalen Kochsalz. Auch das wird ab einer bestimmten Temperatur flüssig - allerdings erst bei 800 Grad. Anders ionische Flüssigkeiten: Sie sind schon bei Raumtemperatur nicht mehr fest. Das ist aber nicht ihre einzige Besonderheit. Flüssige Salze leiten und speichern besonders gut Wärme. Und diese Eigenschaft macht sie für die Forschung so interessant. Die Verwendung flüssiger Salze sei vielfältig, so die Meinung der Experten. "Gerade in der Gebäudeklimatisierung mit Hilfe von Solar- und Erdwärme versprechen wir uns durch die neuen Arbeitsstoffe gute Fortschritte", betont Prof. Karlheinz Schaber vom ITTK. Die ökologischen Vorteile dieser Kühltechnik: Die Salze können problemlos entsorgt werden. Ionische Flüssigkeiten sind weder giftig noch explosiv. Und wirtschaftlicher soll das Verfahren auch sein. "Wenn die Technik mit flüssigen Salzen günstiger und effektiver ist, dann lohnt sich dieses Kühlverfahren auch vermehrt für Prozesse mithilfe von Solar- und Erdwärme", erwartet DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Auch das käme der Umwelt zugute.

"Grüne Chemie" auch als Lösungsmittel und effektiver Wärmeträger geeignet

Ionische Flüssigkeiten als umweltfreundliche Ersatzstoffe können maßgeschneidert in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt werden. "Als Umweltstiftung versuchen wir, das innovative Potential ionischer Flüssigkeiten in seiner Bandbreite weiter auszubauen", erläutert Brickwedde und verweist auf weitere Fördervorhaben der Stiftung. So wird diese "grüne Chemie" auch als umweltfreundliches und vor allem recycelfähiges Lösungsmittel verwendet. Flüssige Salze können aber auch als effektive Wärmeträger in Solaranlagen genutzt werden.

Partner unterstützen das Vorhaben

Bis allerdings "Salziges" nicht nur im Kühlschrank aufbewahrt wird, sondern für die Kälteproduktion wirksam eingesetzt werden kann, muss das ITTK noch einige Versuche fahren. Dafür hat sich das Institut Kooperationspartner mit ins Boot geholt: Die Firmen IoLiTec Ionic Liquids Technologies aus Freiburg und IPF Beteiligungsgesellschaft Berndt aus Reilingen unterstützen das Vorhaben tatkräftig.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ: 22979):

Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Schaber, Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik, Telefon: 0721/ 608-2321, Fax: 0721/ 608-2335, e-mail: schaber@ttk.uni-karlsruhe.de

Franz-Georg Elpers | DBU-Presseteam
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.ttk.uni-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: Flüssig Flüssigkeit ITTK Kühltechnik Salz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung
18.08.2017 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen
17.08.2017 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie